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Deutscher Buchhandlungspreis

Buchkultur jenseits reiner Verkaufszahlen

Kulturstaatsministerin Grütters hat 117 unabhängigen Buchhandlungen den Deutschen Buchhandlungspreis in Hannover verliehen. "'Überzeugungstäter' aus Liebe zum Buch – das sind die Buchhändlerinnen und Buchhändler, die wir heute mit dem Deutschen Buchhandlungspreis auszeichnen", lobte Grütters.

Kulturstaatsministerin Grütters (r.) mit den Hauptgewinnern des Deutschen Buchhandlungspreises 2017 und Jury-Vorsitzende Iris Radisch (l.). Mit dem Deutschen Buchhandlungspreis will Kulturstaatsministerin Grütters (r.) unabhängigen Buchhandlungen den Rücken stärken. Foto: Bundesregierung/Knooth

So manche Buchhandlung lässt sich richtig was einfallen – seien es kulturelle Rahmenprogramme mit Führungen und Lesungen, ein ungewöhnliches Sortiment oder individuelle Vermittlungsangebote zur literarischen Bildung. Ein Buchladen, der beispielsweise zu spannenden Literaturnächten einlädt, statt die Bücher als reine Ware auszulegen, avanciert vielerorts zum beliebten Kulturort.

Bücher sind mehr als bloße Handelsware

Zu solch einem vielfältigen Literaturbetrieb gehören immer auch engagierte und kreative Inhaber, die aus ihren Buchhandlungen wahre Lieblingsorte machen. "Sie alle sind missionarisch im besten Sinn, als Fürsprecher auch unbekannter Autorinnen und Autoren und als Botschafter unabhängiger Verlage. Sie wecken und stärken die Lesebegeisterung und sind uns verlässliche Lotsen auf geistigem Neuland abseits der Bestsellerlisten", betonte Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei der Preisverleihung in Schloss Herrenhausen.

Mit der Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises wende sie sich gegen die Degradierung des Kulturguts Buch zur bloßen Handelsware, so Grütters weiter: "Gegen die Bewirtschaftung einer geistigen Monokultur, in der nur noch das überlebt, was hohe Verkaufszahlen hat."

Der Deutsche Buchhandlungspreis wurde 2017 zum dritten Mal vergeben. Von den 502 Bewerbungen wurden 117 Buchhandlungen ausgezeichnet. Die Preise sind in drei verschiedenen Kategorien mit jeweils 25.000, 15.000 und 7.000 Euro dotiert. Neun Buchhandlungen erhielten ein undotiertes Gütesiegel. Zudem hat Kulturstaatsministerin Grütters in diesem Jahr erstmals einen Sonderpreis für langjährige und herausragende Verdienste um den deutschen Buchhandel verliehen. Insgesamt stellt sie aus ihrem Etat eine Million Euro für die Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreis zur Verfügung.

Literarische Kultur als Lebensaufgabe

Die Preisträger stammen aus allen Bundesländern und – das lag der unabhängigen Jury besonders am Herzen – auch aus kleinen Städten, wo sie einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Infrastruktur im ländlichen Raum leisten. So ergatterte sich zum Beispiel "die schatulle lies-weise" aus der Kleinstadt Osterholz-Scharmbeck bei der diesjährigen Preisverleihung einen Platz als eine der drei besten Buchhandlungen.

Ebenfalls in der höchstdotierten Preiskategorie ausgezeichnet wurde die "Findus"-Kinderbuchhandlung Tharandt mit ihrem extra auf Kinder und Jugendliche zugeschnittenen Lese- und Literaturangebot. Und auch die "Lengenfeld'sche" aus Köln überzeugte die Jury durch ihre literarische Qualität. Alle drei Buchhandlungen konnten sich über ein Preisgeld von jeweils 25.000 Euro freuen.

Die Kandidatin für den diesjährigen Sonderpreis für langjährige und herausragende Verdienste um den deutschen Buchhandel liegt auf der Hand: Helga Weyhe dürfte mit ihrer Buchhandlung in Salzwedel die älteste Buchhändlerin der Welt sein – sie ist stattliche 94 Jahre alt und verfügt über jahrzehntelange Berufs- und Lebenserfahrung.

Donnerstag, 31. August 2017