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Anschläge in Barcelona und Cambrils

Merkel: Terror darf nicht siegen

Die Kanzlerin hat die Anschläge in Katalonien verurteilt. "Terrorismus kann uns tief traurige Stunden bereiten. Aber besiegen kann er uns nie", sagt sie. Spanien versicherte sie ihre Solidarität. Mehr als eine Woche nach den Anschlägen ist eine Deutsche ihren schweren Verletzungen erlegen, teilte Regierungssprecher Seibert mit.

Eine Frau zündet auf dem Las Rambla Boulevard eine Kerze an für die Opfer des Terroranschlags in Barcelona. Um sie herum viele andere Trauernde. Kerzen auf der Flaniermeile Las Ramblas in Barcelona zum Gedenken an die Opfer des Anschlags. Foto: Bundesregierung

"Diese mörderischen Anschläge haben uns erneut vor Augen geführt, mit welch vollständiger Menschenverachtung der islamistische Terrorismus vorgeht", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach den Terroranschlägen in Spanien. "Wir haben in diesen Stunden auch gespürt, wie eng wir - Spanier, Deutsche, freie Menschen auf der ganzen Welt - miteinander verbunden sind."

Spanien wurde am Donnerstag (17. August) von zwei Terroranschlägen erschüttert. Zunächst raste ein Lieferwagen auf Barcelonas bekannter Flaniermeile Las Ramblas in eine Menschenmenge. Dabei wurden 16 Menschen getötet und viele Menschen verletzt. Der zunächst geflüchtete mutmaßlich Haupttäter wurde am Montagnachmittag (21. August) in der Nähe von Barcelona von der Polizei erschossen.
Nur wenige Stunden nach den Anschlag in Barcelona ereignete sich in dem weiter südlich gelegenen Badeort Cambrils eine ähnliche Attacke. Polizisten erschossen dort am Freitagmorgen fünf mutmaßliche Terroristen, die auf der Strandpromenade ein Fahrzeug in die Menge lenkten.

Eng mit dem spanischen Volk verbunden

In einem Telefonat hat die Kanzlerin dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy ihre tiefe Anteilnahme ausgedrückt. "In diesen schweren Stunden fühlen wir Deutsche uns mit dem spanischen Volk eng verbunden. Viele von uns kennen Ihr Land und schätzen seine Gastfreundschaft und Lebensfreude, die sie gerade auch in Barcelona und an den Küsten Spaniens als Urlauber und Mitbürger erleben."

Den Angehörigen der Opfer sprach Merkel ihre Anteilnahme aus, den Verletzten wünschte sie eine rasche Genesung. "Wir sind zuallererst verbunden in der tiefen Trauer um die Menschen, die auf so brutale Weise an einem schönen Sommertag, wahrscheinlich mitten in ihren Ferien, aus dem Leben gerissen wurden."

Terrorismus darf nicht siegen

Deutschland und Spanien seien "einander verbunden in der Entschlossenheit", so die Kanzlerin weiter. "Diesen Mördern werden wir nicht gestatten, dass sie uns von unserem Weg abbringen, von unserer Art zu leben." Gerade die Stadt Barcelona stehe für so vieles, was diese Lebensart der freien Welt ausmache: "Schönheit, Toleranz, Lebensfreude, die friedliche Begegnung von Menschen aus allen Ländern und allen Kulturen. Und der Terrorismus kann uns bittere und tieftraurige Stunden bereiten, so wie das jetzt in Spanien geschehen ist, aber besiegen kann er uns nie."

Das Auswärtige Amt teilte am Freitag (18.8.) mit, dass sich unter den Verletzten mindestens 13 deutsche Bürger befinden. In der Regierungspressekonferenz am Montag (28.8.) informierte Regierungssprecher Steffen Seibert darüber, dass eine Deutsche am Wochenende zuvor ihren beim Anschlag erlittenen Verletzungen erlegen war. "Im Namen der Bundeskanzlerin und der gesamten Bundesregierung möchte ich der betroffenen Familie unser tiefes Beileid ausdrücken - und die Hoffnung, dass sie nach diesem schrecklichen Schlag Trost und Kraft finden kann", sagte Seibert.

Dank an Hilfs- und Rettungskräfte

Regierungssprecher Seibert ergänzte in der Regierungspressekonferenz am 18. August, die tiefe Anteilnahme der Bundesregierung gelte "allen Opfern dieser Barbarei". Er dankte den Sicherheits- und Rettungskräften in Spanien und allen, die sich in Barcelona um die Betroffenen kümmern.

Der islamistische Terrorismus habe uns wieder einmal angegriffen "mit dem einzigen, was er hat: mit Hass und Gewalt". Nach diesem Attentat in Barcelona fühlten sich die Deutschen den Opfern deshalb so nah, "weil wir an Manchester und London denken, an Brüssel, Paris, Nizza und natürlich an Berlin und zuletzt Hamburg", erinnerte der Sprecher.

"Weil wir wissen, dass das, was uns eint - die Freiheit, das offene Leben, die Demokratie und der Respekt vor den Menschen, vor allen Menschen und allen Religionen - genau das ist, was die Terroristen nicht ertragen": Genau das mache uns stark und das sei der Grund, "weswegen wir und unsere Art zu leben sich durchsetzen werden", betonte Seibert.

Große Solidarität mit spanischer Bevölkerung

"Ich bin tief erschüttert über die Nachrichten aus Barcelona", sagte Außenminister Sigmar Gabriel. "Unser Mitgefühl ist mit den Opfern und ihren Freunden und Angehörigen. Wir stehen in diesem schweren Moment ganz fest an der Seite unserer spanischen Freunde. Wir stehen zusammen, wir werden uns nicht dem Terrorismus beugen, er wird uns nicht entzweien."

Gemeinsam mit seinem französischen Amtskollegen Yves Le Drian war Gabriel am Freitag nach Barcelona gereist, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Vor Ort besuchte er verletzte Deutsche im Krankenhaus und sprach mit Angehörigen. Am Samstag legte Gabriel an einer Gedenkstätte weiße Rosen für die Opfer nieder.

Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière zeigte sich tief erschüttert. "In tiefer Trauer bin ich bei den Opfern und Angehörigen", schrieb er auf Twitter. Seine Solidarität gelte dem spanischem Volk.

Mit Blick auf die Sicherheitslage in Deutschland sagte de Maizière, dass die Sicherheitsbehörden weiter wachsam seien. Allerdings sei auch klar, dass es einen absoluten Schutz gegen solche Terroranschläge nicht gebe.

Als Zeichen der Anteilnahme nach dem Anschlag in Barcelona hatte der Bundesinnenminister für den 18. August bundesweite Trauerbeflaggung der obersten Bundesbehörden angeordnet.

Montag, 28. August 2017

Zusatzinformationen

Informationen des Auswärtigen Amtes

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