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Nachweis von Umwelt-Schadstoffen

Gesundheit im Blick

Werden Konservierungsmittel, Weichmacher oder Spülmittelreste vom Menschen aufgenommen? Und welche Auswirkungen hat das auf die Gesundheit? Jedes Jahr nehmen das Bundesumweltministerium und die chemische Industrie neue Untersuchungsmethoden für Chemikalien in den Blick, die den Menschen betreffen.

Die Chemikerin Gabriela Bandow bereitet in einem Labor der Wasserwerke in Berlin Wasserproben zur Untersuchung auf Blei vor. Bis 2020 sollen für bis zu 50 ausgewählte Stoffe oder Stoffgruppen erstmals Analysemethoden entwickelt sein. Foto: picture alliance/dpa

Das Human-Biomonitoring ist ein Werkzeug der gesundheitsbezogenen Umweltbeobachtung. Mit Nachweismethoden für Schadstoffe, die immer exakter werden, lässt sich untersuchen, ob diese tatsächlich in den menschlichen Organismus gelangen. Der Nachweis hilft dabei, Maßnahmen zur Einschränkung der Belastungen mit Umweltgiften zu entwickeln.

Alltagschemikalien können krank machen

Jeder Mensch hat täglich mit Schadstoffen zu tun, die sich in seiner Umwelt befinden. Viele davon sind natürlichen Ursprungs, wie Schimmelsporen oder Hausstaubmilben. Andere für den Menschen schädliche Einflüsse aus der Umwelt sind vom Menschen selbst verursacht, wie zum Beispiel Lärm oder Feinstaub in der Luft. Viele Schadstoffe sind augenfällig, andere unsichtbar. Dies trifft beispielsweise für chemische Stoffe zu, die im Alltag allgegenwärtig sind.

Bei vielen Schadstoffen ist inzwischen nachgewiesen, dass sie Krankheiten verursachen. Doch für viele Stoffe fehlen geeignete Analysemethoden. Nur auf Basis von verlässlichen Messwerten kann beurteilt werden, ob ein Stoff giftig ist oder den menschlichen Organismus gar nicht oder nur wenig belastet. Im Human-Biomonitoring werden sowohl die Nachweismethoden als auch die Messergebnisse der Untersuchungen dokumentiert.

Deshalb erarbeiten Bundesumweltministerium, Umweltbundesamt und der Verband der Chemischen Industrie seit 2010 jedes Jahr bis zu fünf neue Nachweismethoden. Die unabhängige Human-Biomonitoring-Expertenkommission legt die Auswahl jeweils fest.

Neue Nachweisverfahren für Industrie-Chemikalien

Auch 2017 wurden fünf wichtige, verbraucherrelevante Chemikalien ausgewählt, für die erstmals Methoden zum Nachweis im menschlichen Organismus entwickelt werden sollen. Dabei handelt es sich um die UV-Absorber UV-P und UV 327, die Lacke und Kunststoffe beständig gegen Sonnenlicht machen, um BADGE, einem Ausgangstoff für Beschichtungen von Lebensmittelverpackungen, um 1-H-Benzotriazol, das sich in Maschinengeschirrspülmitteln befindet und um den Futtermittelzusatzstoff Ethoxyquin.

Das Human-Biomonitoring spielt eine wesentliche Rolle dabei, zu bewerten, wie die Umwelt sich auf die Gesundheit von uns Menschen auswirkt. Dazu werden menschliche Körperflüssigkeiten und -gewebe auf ihre Belastung mit Schadstoffen untersucht. So wird zum Beispiel analysiert, wie viel Quecksilber bei Einzelpersonen oder Bevölkerungsgruppen in Blut oder Urin vorhanden ist. Ziel ist es, die individuelle Schadstoffbelastung, die tatsächliche innere Belastung eines Organismus zu bestimmen. Umwelt-Messdaten alleine erlauben das nicht.

Das Bundesumweltministerium, das Umweltbundesamt und der Verband der Chemischen Industrie (VCI) arbeiten seit 2010 bei der Entwicklung neuer Methoden zur Messung von Chemikalien im menschlichen Körper zusammen. Bis 2020 sollen für bis zu 50 ausgewählte Stoffe oder Stoffgruppen erstmals Analysemethoden entwickelt sein. Bislang wurden 16 Nachweismethoden für Industriechemikalien entwickelt, die bisher im Organismus nicht gemessen werden konnten. An 19 weiteren Methoden wird gearbeitet. Alle neuen Methoden werden wissenschaftlich überprüft und in begutachteten wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht. Damit sind sie weltweit verfügbar.

Umweltgesundheit der Bevölkerung wird dokumentiert

Seit 1985 nimmt das Umweltbundesamt jedes Jahr in vier festgelegten Städten Blut- und Urinproben von Studenten. Diese werden in der Umweltprobenbank gespeichert. Somit ist es möglich, auf diese eingelagerten Proben auch die neuen Nachweisverfahren für Schadstoffe anzuwenden – und damit gegebenenfalls steigende oder abnehmende Schadstoffbelastungen in der Bevölkerung nachzuweisen. Diese Ergebnisse wiederum liefern dann die Grundlage, um gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit einzuleiten.

In regelmäßigen Abständen führt das Umweltbundesamt zudem Studien zur Gesundheit bestimmter Gruppen in der Bevölkerung durch. Die Deutschen Umweltstudien zur Gesundheit/GerES ermitteln auch umweltrelevante Verhaltensweisen der Teilnehmer.

Im Bericht über den Zeitraum von 2014 bis 2017 standen Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt der Untersuchung. Alle an der Studie beteiligten Probanden nehmen zugleich am Gesundheitsmonitoring des Robert Koch-Instituts teil.

Donnerstag, 17. August 2017

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