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Grütters besucht Gedenkstätte Point Alpha

"Everyday life" im Schatten des Kalten Krieges

Beim Rundgang über die Gedenkstätte "Point Alpha" hat Kulturstaatsministerin Grütters den früheren Stützpunkt der Nato als "eindrucksvollen Lernort der Geschichte" gewürdigt. Sie besuchte vorab die neue Dauerausstellung zum deutsch-amerikanischen Alltagsleben im ehemaligen Grenzgebiet.

Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, besucht zusammen mit US-Brigadegeneral Phillip S. Jolly und Ricarda Steinbach, Direktorin der Point Alpha Stiftung, die neue Ausstellung der Gedenkstätte. Kulturstaatsministerin Grütters besichtigt die neue Dauerausstellung in der Gedenkstätte. Foto: Bundesregierung/Höhl

Kulturstaatsministerin Grütters hat die Gedenkstätte Point Alpha im ehemaligen hessisch-thüringischen Grenzgebiet besucht. "An der Nahtstelle zwischen Demokratie und Diktatur wirke die schmerzhafte Realität der Grenze und der DDR-Unterdrückung bis heute nach", so Grütters.

Auf mehr als 70.000 Quadratmeter erstreckt sich die heutige Gedenkstätte – teils auf thüringischem, teils auf hessischem Gebiet. Sie besteht aus dem ehemaligen US-Camp mit Baracken, dem Border Observation Point mit dem einzigen erhaltenen Beobachtungsstützpunkt an der innerdeutschen Grenze als Fixpunkt, dem ehemaligen Grenzverlauf mit DDR-Grenzanlagen (teilweise noch im Original) und dem "Haus der Grenze". Hier verläuft die ehemalige Grenze direkt durch das Gebäude.

Auf vorbildliche Art Geschichte vermitteln

Gedenkstätte 'Point Alpha'Bild vergrößern Eindrucksvoller Lernort: die weitläufige Gedenkstätte "Point Alpha"' auf ehemaligen Militärgelände. Foto: Sebastian Bolesch

Bei einem Rundgang stieg Kulturstaatsministerin Monika Grütters auf den Beobachtungsturm und besuchte die Dauerausstellung "Fulda Gap" in einer ehemaligen Baracke des Camps.

Die Ausstellungen in den Häusern wie das Gelände selbst mit militärischen Anlagen und Geräten geben einen Eindruck über das "erschreckende Ausmaß der Bedrohung", so Grütters. "Es sind Einrichtungen wie Point Alpha, die uns helfen, die Erinnerung an unsere so bewegte jüngste Vergangenheit wachzuhalten".

Als Fulda Gap (Fulda Lücke) bezeichneten die US-Streitkräfte das Grenzgebiet um Fulda. Ein möglicher Durchbruch der Armeen des Warschauer Pakts wurde aus geostrategischen Gründen eben in dieser Region vermutet.

Zu Zeiten des Kalten Krieges waren auf der Westseite rund 200 US-amerikanische Soldaten stationiert und standen direkt den DDR-Grenztruppen gegenüber, gleichsam an der Nahtstelle zwischen der Nato und dem Warschauer Pakt – einem der "heißesten Orte im Kalten Krieg".

Auf ihrem Rundgang über das Gelände wurde die Kulturstaatsministerin auch von Zeitzeugen begleitet.

Ab Oktober neue Schau zu deutsch-amerikanischen Alltag

Wie die US-Soldaten mit den Deutschen vor Ort zusammenlebten und arbeiteten, zeigt ab Oktober die neue Ausstellung "Everyday Life – Deutsch-amerikanischer Alltag im 'Fulda Gap' im Schatten des Kalten Krieges". Fünf Abschnitte blicken auf den gemeinsamen Alltag von der Befreiung der Region bis zu den Bemühungen, das Erbe der Amerikaner nach der Wiedervereinigung vor Ort lebendig zu halten.

Die Schau zeige, wie wichtig das Zusammenleben im Alltag für die Entstehung einer demokratische Kultur war, so Kulturstaatsministerin Grütters bei einer Vorab-Besichtigung. Sie hat die Ausstellung mit rund 150.000 Euro mitfinanziert.

Die Gedenkstätte ist seit 2008 in Trägerschaft der Point Alpha Stiftung. Die Kulturstaatsministerin hat die Stiftung in den vergangenen Jahren mit insgesamt mehr als 800.000 Euro unterstützt.

Donnerstag, 17. August 2017