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Kanzlerin im Stasi-Gefängnis

Unrecht darf nicht in Vergessenheit geraten

Bei einem Besuch in der Gedenkstätte Hohenschönhausen hat Kanzlerin Merkel der Opfer der SED-Diktatur gedacht. Die Gedenkstätte "mahnt uns, heute auch kraftvoll für Freiheit und Demokratie einzutreten", betonte Merkel. Das ehemalige Stasi-Gefängnis soll in Kürze mit Mitteln des Bundes saniert werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Besuch der Gedenkstätte Hohenschönhausen mit Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien. Große Teile des Gefängnisses befinden sich noch im Originalzustand und werden in Kürze denkmalgerecht saniert. Foto: Bundesregierung/Steins

"Wir können nur eine gute Zukunft gestalten, wenn wir uns der Vergangenheit annehmen." Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Rundgang durch die frühere Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Berlin-Hohenschönhausen. Aus diesem Grund engagiere sich der Bund für einen Erhalt der Gedenkstätte.

Gedenken an die Opfer der SED-Diktatur

Auf ihrem Rundgang wurde Merkel von Zeitzeugen begleitet, unter ihnen Arno Drefke. Als Häftling in Hohenschönhausen musste er im August 1961 die Konstruktionsunterlagen für die Berliner Mauer erstellen. "Das Unrecht, das in der DDR geschehen ist, das hier auch viele Menschen persönlich in schrecklicher Weise erfahren mussten, darf nicht in Vergessenheit geraten", betonte die Bundeskanzlerin.

Am Gedenkstein für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft legte Merkel einen Kranz nieder. Zwischen 1951 und 1989 waren mehr als 40.000 Inhaftierte in Berlin-Hohenschönhausen der Willkür des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR ausgeliefert.

Bund unterstützt Sanierung

Gemeinsam mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters informierte sich die Kanzlerin auch über die anstehende Sanierung der Gedenkstätte. Voraussichtlich bis Herbst 2019 sollen der Gebäudetrakt mit Zellen und Vernehmungsräumen, die Freigangzellen sowie das Haftkrankenhaus denkmalgerecht saniert werden. Der Bund und das Land Berlin stellen dafür jeweils rund 8,8 Millionen bereit.

Erinnerung an Unrecht am authentischen Ort

Große Teile der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt sind noch im Originalzustand erhalten. Authentische Gedenkstätten zu erhalten und zu pflegen, ist der Bundesregierung ein wichtiges Anliegen.

Solche Orte machten den Wert der Demokratie deutlich, erklärte Kulturstaatsministern Grütters. "Es ist vor allem wichtig, der jungen Generation die damaligen Ereignisse zu vermitteln", so Grütters.

Die Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen erhält im laufenden Jahr 1,24 Millionen Euro aus dem Etat der Staatsministerin für Kultur und Medien. Seit Gründung der Stiftung haben 4,4 Millionen Menschen das ehemalige Stasi-Gefängnis besucht. Inzwischen kommen jährlich mehr als 450.000 Menschen.

Freitag, 11. August 2017

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