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Arbeitsmarkt in der EU

Situation junger Menschen weiter verbessern

Es geht aufwärts: Die Arbeitslosenquote in der EU ist auf dem niedrigsten Stand seit Dezember 2008. Mit über 234 Millionen Menschen haben so viele EU-Bürger wie noch nie einen Arbeitsplatz. Jüngere Menschen haben es jedoch auf dem Arbeitsmarkt immer noch deutlich schwerer. Das zeigt ein Bericht der EU-Kommission.

In einem Berliner Lehrbauhof arbeitet eine junge Auszubildende im Beruf Trockenbau-Monteur an einem Fenster. Leider haben es jüngere Menschen immer noch deutlich schwerer auf dem Arbeitsmarkt. Foto: Jochen Eckel

Positive Zahlen aus Europa: Die europäische Statistik-Agentur Eurostat hat berechnet, dass die Arbeitslosenquote für Europa im Juni nur noch 7,7 Prozent betragen hat. Deutschland hatte dabei mit 3,8 Prozent den niedrigsten Stand aller EU-Staaten. Auch bei der Jugendarbeitslosigkeit verzeichnete Deutschland mit 6,7 Prozent die niedrigste Quote.

Zehn Millionen neue Arbeitsplätze seit 2013

Der Europäische Beschäftigungs- und Sozialbericht 2017 hat diese und viele weitere Statistiken zum europäischen Arbeitsmarkt analysiert. Der Bericht zeigt: Seit 2013 sind in der EU insgesamt etwa zehn Millionen neue Arbeitsplätze entstanden. Allerdings konnten hauptsächlich ältere Menschen davon profitieren. Die junge Generation arbeitete häufig in atypischen und prekären Beschäftigungsformen. Jugendliche finden weiterhin oft nur mit Mühe einen Ausbildungsplatz.

Während immer mehr Menschen zwischen 40 und 64 Jahren arbeiten, haben sich die Beschäftigungsraten der 25- bis 39-Jährigen in den vergangenen zehn Jahren nicht verändert. Mit 9,1 Prozent ist die Arbeitslosenquote der unter 40-Jährigen zudem deutlich höher als die Quote der über 40-Jährigen (6,6 Prozent). 16,3 Prozent der EU-Bürger unter 40 Jahren haben gut doppelt so häufig befristete Arbeitsverträge wie ihre älteren Kolleginnen und Kollegen. Deren Verträge sind nur zu 7,9 Prozent befristet.

Der jährlich erscheinende Europäische Beschäftigungs- und Sozialbericht ist der wichtigste Bericht der EU-Kommission zur Dokumentation und Analyse des EU-Arbeitsmarkts. Der Bericht beinhaltet aktuelle Trends und stellt Überlegungen zur Lösung sich abzeichnender Probleme an.

Lebenslanges Lernen fördern

Die schwierige Lage der jüngeren Generation könnte weitreichende Folgen haben. "Derartige Herausforderungen wirken sich auch auf die privaten Entscheidungen junger Menschen aus, wenn es etwa darum geht, Kinder zu bekommen und ein Haus zu kaufen", heißt es in dem Bericht. Negative Auswirkungen auf das Rentenniveau und das Wirtschaftswachstum seien so zu befürchten.

Laut EU-Kommission mache der Bericht deutlich, dass die EU sich auf dem Weg zu mehr Beschäftigung und Wachstum befinde. Es sei jedoch entscheidend, Kompetenzen aller Generationen für den Arbeitsmarkt zu aktivieren und zu fördern. Lebenslanges Lernen sollte ermöglicht werden. Dem Bericht zufolge ist es wichtig, die Situation junger Leute zu verbessern. Die Europäische Kommission schlägt vor, die Geburtenrate anzuheben, die Integration von Zuwanderern in den Arbeitsmarkt zu fördern sowie mehr in die Aus- und Weiterbildung von Arbeitskräften aller Altersklassen zu investieren.

Erste Erfolge der "Jugendgarantie"

Doch es gibt bei der Arbeitsmarkt-Förderung junger Menschen auch Fortschritte. Im Vergleich zum Höhepunkt der Weltwirtschafts- und Finanzkrise 2013 sind in der EU inzwischen 1,8 Millionen junge Menschen weniger arbeitslos. Rund eine Million junge EU-Bürger, die damals weder die Schule besuchten noch eine Ausbildung oder einen Beruf hatten, haben inzwischen eine Beschäftigung gefunden.

Die EU-Mitgliedstaaten hatten 2013 zugesagt, dass alle Menschen unter 25 Jahren innerhalb von vier Monaten nach Abschluss ihrer Ausbildung oder dem Verlust ihrer Arbeit neue Möglichkeiten eröffnet bekommen sollen. Das sollte zum Beispiel in Form hochwertiger Stellenangebote, Fortbildungen, Ausbildungsplätze oder Praktika geschehen. Diese Zusage wird als EU-Jugendgarantie bezeichnet. Die mit 6,4 Milliarden Euro ausgestattete Beschäftigungsinitiative für junge Menschen ist eine der Hauptfinanzierungsquellen für die Jugendgarantie.

Donnerstag, 10. August 2017

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