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Erneuerbare Energie für Afrika

Ohne Strom keine Entwicklung

"Afrika kann der erste Kontinent sein, der sich vollständig aus erneuerbaren Energien versorgt", so Entwicklungsminister Müller. Die Initiative "Grüne Bürgerenergie für Afrika" soll helfen, mehr Menschen in Afrika Strom zu liefern. G20-Reformpartnerschaften schaffen Bedingungen für private Investitionen.

Solarenergiekollektor in Namibia. "Grüne Bürgerenergie" soll dazu beitragen, dass mehr Menschen auf dem Kontinent eine Stromversorgung erhalten. Foto: Getty Images/National Geographic

Sonne, Wind, Wasser, Erde und Biomasse liefern erheblich mehr Energie, als die Weltbevölkerung benötigt – und das kostenlos. Bisher hat sich die Menschheit jedoch nur einen Bruchteil dieses Potentials zunutze gemacht. Auch deshalb, weil die Mittel für nötige Investitionen fehlen.

"Grüne Bürgerenergie" soll dazu beitragen, dass mehr Menschen in Afrika eine Stromversorgung erhalten. Das Entwicklungshilfeministerium unterstützt die Energieinitiative, die ländliche Räume dezentral und bürgernah mit Energie versorgen kann. Genossenschaften, Kommunen und die Privatwirtschaft spielen dabei eine zentrale Rolle.

Deutsche Bürger teilen Wissen mit afrikanischen Partnern

"Der enorme Energiebedarf stellt Afrika vor große Herausforderungen. Wir sollten ihn aber auch als Chance begreifen, in grüne Energie zu investieren. Afrika kann der erste Kontinent sein, der sich vollständig aus erneuerbaren Energien versorgt", so die Haltung von Entwicklungshilfeminister Gerd Müller.

Im Rahmen der Energieinitiative sollen unter anderem Bürger-Energie-Partnerschaften gegründet werden, bei denen deutsche Bürger und Kommunen ihr Wissen mit afrikanischen Partnern teilen können.

Über dezentrale Energielösungen könnten auch in entlegenen Dörfern, Krankenhäuser betrieben, Lebensmittel und Medikamente gekühlt, Schulen und Häuser beleuchtet, mit Solaröfen gekocht, Felder bewässert und Arbeitsplätze geschaffen werden.

Kleines Projekt, großer Effekt

Anfang Juni haben der deutsche Botschafter in Namibia, Christian-Matthias Schlaga, und der Geschäftsführer des Save the Rhino Trust in Namibia, Simson Uri-Khob, eine Solaranlage im Basislager MaiGoHa eingeweiht.

Seit die Solaranlage arbeitet, sind Unterkünfte von 60 bis 70 Mitarbeitern beleuchtet, deren Lebensmittel gekühlt. Die Arbeit des SRT wird einfacher. Endlich ist elektronische Datenverarbeitung möglich. Regelmäßige Überwachung und Kontrollgänge in dem mehr als 1 Million Hektar großen unübersichtlichen Gelände in der Kunene- und Erongoregion werden einfacher. Wilderer und Schmuggler haben es in Zukunft schwerer.

Der Botschafter ist stolz darauf, dass Deutschland mit der Finanzierung der Anlage einen Beitrag zur Erhaltung der seltenen Spitzmaulnashörner leistet. Ein Einzelfall?

Der 1982 gegründete Save the Rhino Trust Namibia (SRT) ist eine regierungsunabhängige Organisation und setzt sich für die Erhaltung und den Schutz der seltenen Spitzmaulnashörner ein.

Die Zukunft der Menschheit entscheidet sich in Afrika

Erneuerbare Energien decken den lokalen Energiebedarf und sind wirtschaftlich. Sie schonen die Umwelt und schützen das Klima. Nach Angaben der UN sind jedoch allein für Afrika Investitionen von 600 Milliarden Dollar jährlich erforderlich, um die UN-Nachhaltigkeitsziele umzusetzen. Mit öffentlichen Mitteln allein ist das nicht zu erreichen.

Die G20 haben Reformpartnerschaften vereinbart, die bessere Bedingungen für private Investitionen schaffen sollen. "Schon im kommenden Jahr wollen wir eine Milliarde zusätzlich in afrikanische Reformstaaten investieren", sagte Entwicklungsminister Gerd Müller beim Afrikatag der Europäischen Investitionsbank und des Afrikavereins der deutschen Wirtschaft Anfang Juli in Berlin.

"Die G20 haben Afrika erstmals zu einem regionalen Schwerpunkt gemacht und mit den ,compacts with Africa' ein Konzept für Investitionspartnerschaften für reformorientierte Staaten gestartet", so Müller. "Denn dort wird sich die Zukunft der Menschheit entscheiden."

Das Bundesumweltministerium hat den Klimaschutz in den vergangenen zwei Jahren mit 870 Millionen Euro unterstützt. Das geht aus dem Jahresbericht der Internationalen Klimaschutz-Initiative (IKI) 2015/2016 hervor. Einige IKI-Projekte zielen darauf, klimaverträgliche Investitionen in Schwellen- und Entwicklungsländern finanziell besser abzusichern, unter anderem gegen Währungsrisiken. So investiert die KfW mithilfe einer IKI-Finanzierung 30 Millionen Euro in einen Treuhandfonds. Dadurch sollen Kapitalgeber und Investitionspartner für Projekte in Ländern wie Ghana, Nigeria oder Uganda mehr Sicherheit bei der Finanzierung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz erhalten.

Montag, 31. Juli 2017