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Theaterpreis des Bundes

Große Kunst auf kleinen Bühnen

Kulturstaatsministerin Grütters hat in Stendal acht kleine und mittlere Bühnen mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet: "Mit besonderen künstlerischen Leistungen sorgen sie dafür, dass die Möglichkeit gesellschaftlicher Selbstreflexion und Verständigung überall zur kulturellen Grundversorgung gehört."

Sieger des Theaterpreis des Bundes 2017 Am Donnerstag, den  6.7. in Stendal ausgezeichnet Phantasie, Herzblut und Zivilcourage: Strahlende Sieger beim Theaterpreis des Bundes. Foto: Sabina Sabovic/ITI

Theater halten der Gesellschaft einen Spiegel vor. Sie reflektieren, was Menschen bewegt und umtreibt; sie verhandeln Konflikte, die in der Gesellschaft gären und die zwischen verhärteten Fronten argumentativ oft nicht mehr zu bewältigen sind. "Deshalb sind die kleinen und mittleren Bühnen vor Ort unverzichtbar für Austausch und Verständigung in der konfliktträchtigen Vielfalt einer Stadtgesellschaft", so Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei der Preisverleihung im Theater der Altmark, das den Preis vor zwei Jahren erhalten hat.

Mehr als 130 Bewerbungen waren für den Theaterpreis des Bundes eingegangen; mit einer großen Vielfalt an Darstellungsformen, ästhetischen Experimenten und Grenzüberschreitungen, an zukunftsweisenden Programmüberlegungen und innovativen künstlerischen wie auch pädagogischen Konzepten. Eine Fachjury hat folgende acht Preisträger ausgewählt:

  • Theater & Philharmonie, Gera/Altenburg – 115.000 Euro
  • Theater Naumburg – 115.000 Euro
  • E.T.A. Hoffmann Theater, Bamberg – 115.000 Euro
  • TJG. Theater Junge Generation, Dresden – 115.000 Euro
  • Lichthof Theater, Hamburg – 50.000 Euro
  • Tanzhaus NRW, Düsseldorf – 115.000 Euro
  • Sophiensäle, Berlin – 115.000 Euro
  • Schaubude Berlin – 115.000 Euro

Die Höhe der Preisgelder orientiert sich nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit an der (übrigen) öffentlichen Förderung der ausgezeichneten Bühnen.

Ein "Ermutigungspreis"

Der Theaterpreis des Bundes will ein Zeichen der Wertschätzung setzen und zugleich das Bewusstsein dafür schärfen, welche herausragende Bedeutung Theater als Orte künstlerischer Intervention und gesellschaftlicher Selbstverständigung haben. Monika Grütters erklärt: "Theater zu ermutigen, auch gegen politische Widerstände ihren künstlerischen Anspruch und ihr gesellschaftliches Selbstverständnis zu verteidigen – das ist das Beste, was wir uns für den Theaterpreis wünschen können. Wir zeichnen heute Künstlerinnen und Künstler aus, die mit Phantasie, Herzblut und Zivilcourage, mit hohem persönlichen Einsatz, viel Idealismus und generationenübergreifend das wechselseitige Zuhören und Hinschauen über kulturelle, sprachliche, soziale, religiöse Grenzen hinweg kultivieren – und damit die wichtigsten demokratischen Tugenden überhaupt. Das verdient Aufmerksamkeit, Anerkennung und Applaus.“

Mit dem Theaterpreis des Bundes würdigt die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) alle zwei Jahre herausragende Programme kleiner und mittlerer Bühnen. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 855.000 Euro dotiert. Die Ausschreibung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bühnenverein und dem Deutschen Zentrum des Internationalen Theaterinstituts (ITI).

Freitag, 7. Juli 2017