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BKM-Preis Kulturelle Bildung 2017

Kultur mischt sich ein

Der BKM-Preis Kulturelle Bildung 2017 geht an das Jugend Museum Berlin, das Schauspiel Dortmund und die Komische Oper Berlin. "Ihre Projekte sind getragen von der Überzeugung, dass kulturelle Vielfalt stärker ist als populistische Einfalt", betonte Kulturstaatsministerin Grütters mit Blick auf die Preisträger.

Preisträger und Nominierte vor dem Haus der Stiftung Genshagen. Familienfoto mit den Preisträgern und Nominierten des BKM-Preises Kulturelle Bildung 2017. Foto: Rene Arnold/Stiftung Genshagen

Eine Ausstellung über sexuelle Vielfalt, eine musikalische Reise entlang der Gastarbeiterroute und Spiegelbarrikaden gegen rechtsradikale Demonstrationen – mit solch unterschiedlichen Ideen hatten sich die Preisträger und Nominierten für den diesjährigen BKM-Preis Kulturelle Bildung beworben. Was sie alle verbindet, ist ihre gemeinsame Haltung: Sie setzen auf kulturelle Verständigung und treten Formen der Ausgrenzung Andersdenkender, Andersaussehender und Anderslebender mit den Mitteln der Kunst entgegen.

Eingereichte Projekte so politisch wie nie

"Nie war der BKM-Preis Kulturelle Bildung politischer als in diesem Jahr – und ich freue mich, dass aus Sicht vieler Künstler, Kreativer und Jugendlicher kulturelle und politische Bildung Hand in Hand gehen", erklärte Kulturstaatsministerin Grütters zur Preisverleihung in der Stiftung Genshagen. "Die Kulturschaffenden treten mit den Mitteln der Kunst für die die Werte unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft ein. Die engagierten Künstlerinnen und Künstler zeigen, dass die Menschen mehr verbindet als trennt. Mit ihrem Wirken tragen sie dazu bei, die Köpfe und Herzen gerade junger Menschen gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit zu immunisieren."

Aus mehr als 100 Vorschlägen hatte eine Fachjury zehn Projekte für den BKM-Preis Kulturelle Bildung 2017 nominiert. Sie alle eröffnen jungen Menschen auf ansprechende Weise einen Zugang zu kulturellem und gesellschaftlichem Engagement. Das Jugend Museum Berlin, das Schauspiel Dortmund und die Komische Oper Berlin können sich als Preisträger über jeweils 20.000 Euro freuen. Die verbleibenden Nominierten erhielten jeweils 5.000 Euro.

Die Preisträger 2017 im Überblick

All included! Museum und Schule gemeinsam für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt

Gemeinsam mit über 600 Berliner Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen Berliner Schulen sammelte das Jugend Museum Berlin Vorurteile, Wünsche und Ansichten zur Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Lebensweisen, Geschlechtergerechtigkeit, Rollenbildern und Geschlechteridentitäten. Dargestellt in unterschiedlichen künstlerischen und dokumentarischen Formaten übernehmen Museum und Schule damit gemeinsam Verantwortung für ein Thema, das bisher kaum im Unterricht behandelt wird. Die Ergebnisse sind in Form von Lernwerkstätten, einer interaktiven Ausstellung, einer Fachkonferenz, einer Kinderkonferenz und Lernmaterialien zu sehen.

Die Spiegelbarrikade

Die Spiegelbarrikade des Schauspiels Dortmund verbindet Elemente der Bildenden Kunst mit Theaterperformance, politischer Aufklärung und Aktion. Sie besteht aus aufblasbaren silbern glänzenden Würfeln, welche sich innerhalb von Sekunden aufbauen lassen. So werden sie zu spielerischen Werkzeugen gegen rechtsradikale und neonazistische Demonstrationen: deeskalierend, gewaltfrei, und doch widerständig. Beteiligt an dem Projekt waren 400 Schülerinnen und Schüler und 200 Freiwillige.

Eine Opernreise. Auf den Spuren der Gastarbeiterroute

Mit dem Projekt "Eine Opernreise. Auf den Spuren der Gastarbeiterroute" gibt die Komische Oper Berlin ein Plädoyer für interkulturelle Öffnung ab. Ausgerüstet mit einem Bus voller professioneller Musiker fuhr die Komische Oper im Sommer 2016 die "Gastarbeiterroute" von Berlin über München, Wien, Belgrad bis nach Istanbul ab. Mit Gastspielen machten sie auf ein eher wenig beachtetes Kapitel deutscher (Kultur-)Geschichte aufmerksam. Das Projekt verleiht der Generation der Gastarbeiter Anerkennung und veranschaulicht deren Flucht- und Migrationserfahrungen.

Mit dem BKM-Preis Kulturelle Bildung zeichnet die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) jedes Jahr herausragende Projekte zur kulturellen Vermittlung aus. Der Preis würdigt die Arbeit öffentlicher und privater Kultureinrichtungen sowie bürgerschaftlicher Initiativen. Der Preis ist insgesamt mit 95.000 Euro dotiert. Die drei Hauptpreisträger erhalten jeweils 20.000 Euro, die anderen sieben nominierten Projekte je 5.000 Euro.

Dienstag, 20. Juni 2017