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Nationaler Integrationspreis

Begegnungen als Motor der Integration

Integration gelinge dort, wo Menschen sich aufeinander einlassen, so Bundeskanzlerin Merkel bei der Verleihung des Nationalen Integrationspreises. Erster Preisträger ist die westfälische Stadt Altena. Die Kleinstadt bündele vorbildlich verschiedene Instrumente zur Integration von Flüchtlingen, lobten Jury und Kanzlerin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Nominierten des Nationalen Integrationspreises. Bundeskanzlerin Angela Merkel verlieh heute zum ersten Mal den Nationalen Integrationspreis. Foto: Bundesregierung/Kugler

Rund 17 Millionen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte leben in Deutschland, fast die Hälfte mit deutschem Pass. Einige sind vor kurzem gekommen, andere leben schon länger hier. "Es muss unser politisches Anliegen bleiben, dass alle an unserer Gesellschaft teilhaben können", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Rede zum Nationalen Integrationspreis. Integration sei eine langfristige Aufgabe und erfordere Mühe. Die Zuwanderung könne Deutschland aber stärken, wenn die Integration gelingt, so Merkel weiter.

Vieles hänge von persönlichen Kontakten und Vorbildern ab. "Wir sind davon überzeugt, dass Integration dort am besten gelingt, wo sich Menschen gegenseitig aufeinander einlassen", so Merkel. Persönliche Begegnung seien ein Integrationsmotor. Die Kanzlerin bedankte sich bei den vielen Ehrenamtlichen: "Sie erweisen unserem Land einen ganz besonderen Dienst".

Stadt vernetzt Engagierte

Auf persönliche Kontakte setzt man auch beim diesjährigen Preisträger, der Stadt Altena im Sauerland. Aus Flüchtlingen sollen Mitbürger werden, lautet das Ziel. "Man müsse sich mit den Menschen auseinandersetzen", betonte der Altenaer Bürgermeister, Andreas Hollstein.

Nur wenige Schritte von Hollsteins Büro im Rathaus entfernt wurde ein Integrationsbüro eingerichtet. Eine wichtige Anlaufstelle für die Flüchtlinge, aber nicht die einzige. Auch ehrenamtliche "Kümmerer" stehen den Neuankömmlingen zur Seite. Dieses Engagement sei "existenziell" betonte Merkel.

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Jury: Einfach gute Arbeit in Altena

Eine fünfköpfige Jury um den Vorsitzenden Frank-Jürgen Weise hat Altena aus den Vorschlägen von 33 gesellschaftlichen Institutionen ausgewählt. Das Engagement des Preisträgers sollte möglichst nachhaltig, übertragbar und innovativ sein. Wichtig ist auch, welchen Wirkungsgrad es entfaltet.

In Altena habe man sich beispielgebend um die Integration von Migrantinnen und Migranten verdient gemacht. Die Stadt bündele vorbildlich zahlreiche wirksame Instrumente zur Integration, urteilte die Jury. "Hier zeigt sich eine Gesellschaft, die mit Vielfalt umgehen kann. Es ist einfach gute Arbeit", so der Juryvorsitzende Weise. Der Städte- und Gemeindebund hatte Altena vorgeschlagen.

Die Jury für 2017 besteht aus der Integrationsforscherin Naika Foroutan, dem Autoren Ahmad Mansour, dem Schauspieler Elyas M’Barek sowie der ehemaligen Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth. Frank-Jürgen Weise ist der Vorsitzende. Die Bundeskanzlerin hat die Jury für drei Jahre berufen.

Integrationsarbeit soll deutschlandweit Schule machen

"Wir wollen vorbildliches Engagement auszeichnen, und zwar nicht irgendwo im stillen Kämmerlein, sondern in aller Öffentlichkeit. Denn wir denken, was vorbildlich ist, das sollte auch Vorbildwirkung entfalten und weithin Schule machen können", sagte Merkel bei der Preisverleihung.

Das Bundeskabinett hatte im Mai 2016 bei einer Klausurtagung die "Meseberger Erklärung zur Integration" beschlossen und den Nationalen Integrationspreis ins Leben gerufen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird im Kanzleramt verliehen.

Mittwoch, 17. Mai 2017

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