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Treffen der G20-Arbeitsminister

Zukunft der Arbeitsmärkte gestalten

Frauenerwerbstätigkeit, Integration von Migranten, nachhaltige globale Lieferketten und die Zukunft der Arbeit – dies waren Themenschwerpunkte des Treffens der G20-Arbeitsminister. Zum Abschluss verabschiedeten die Teilnehmer eine gemeinsame Erklärung zu zentralen beschäftigungspolitischen Fragen.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles eröffnet am 18.05.2017 in Bad Neuenahr das Treffen der G20-Arbeits- und Beschäftigungsminister Die G20-Arbeitsminister erarbeiten Empfehlen für zukunftsfähige, produktive und faire Arbeitsmärkte. Foto: picture alliance / Thomas Frey

Weltweit hängen rund 450 Millionen Arbeitsplätze von der globalen Verzahnung von Produktionsprozessen ab. Diese Zahl zeigt die Bedeutung multilateraler Abstimmungen im Bereich der Beschäftigungspolitik. Die Konsultationen der G20-Arbeitsminister standen unter dem Motto "Für eine faire und soziale Zukunft – die Arbeitswelt von morgen gestalten". Ein wichtiges Ziel: Das Wirtschaftswachstum nachhaltig und inklusiv zu fördern. "Inklusiv" bedeutet, dass möglichst alle Menschen vom Wachstum profitieren – insbesondere häufig benachteiligte Gruppen wie zum Beispiel Frauen oder junge Menschen.

Internationale Kooperation in unruhigen Zeiten dringlich

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles hob hervor, dass gerade in unruhigen Zeiten "der internationale Dialog und die vertrauensvolle Zusammenarbeit über Ländergrenzen und Kontinente hinweg immer wichtiger" werde. Das G20-Format biete eine gute Gelegenheit, gemeinsame Positionen zu verabreden. Vier Themenschwerpunkte bestimmten den Austausch: Frauenerwerbstätigkeit, Integration von Migranten, nachhaltige globale Lieferketten und die Zukunft der Arbeit.

Neben den Ministern der G20 nahmen auch die zuständige EU-Kommissarin Marianne Thyssen, der Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) Guy Ryder sowie OECD-Generalsekretär José Ángel Gurría an der Konferenz teil.

Das Treffen der G20-Arbeits- und Beschäftigungsminister am 18. und 19. Mai in Bad Neuenahr war das fünfte von insgesamt sechs Fachministertreffen im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft. Die gemeinsame Erklärung fließt in den G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 7. und 8. Juli in Hamburg ein.

Potenziale der Arbeitsmärkte ausschöpfen

Weltweit sind Frauen seltener am Erwerbsleben beteiligt als Männer. Wachstumspotenziale werden dadurch verschenkt, wichtige Beiträge zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung nicht ausgeschöpft. Die Arbeitsminister verabredeten eine Reihe von Empfehlungen, um die Job-Qualität für Frauen zu verbessern. Etwa den Abbau des Lohngefälles zwischen den Geschlechtern oder die Erhöhung des Anteil von Frauen in Managementpositionen.

Die Arbeitsmarktintegration von Migranten und Geflüchteten stellt die G20-Länder aufgrund der großen Migrations- und Fluchtbewegungen vor vielfältige Herausforderungen. Dem Anhang der Abschlusserklärung wurde ein gemeinsam erarbeiteter Leitfaden von guten Praxisbeispielen für die Arbeitsmarktintegration beigefügt.

Die Förderung der Jugendbeschäftigung und die Sozialpartnerschaft wurden als Querschnittsthemen bei allen Themenschwerpunkten berücksichtigt. Auch der Besuch eines Unternehmens stand auf dem Programm, um über die Berufsausbildung in Deutschland zu informieren.

Lieferketten und Zukunft der Arbeit als gemeinsame Aufgaben

Viele Produkte entstehen schrittweise entlang einer globalen Liefer- und Produktionskette. Dies bringt eine gemeinsame Verantwortung mit sich – etwa im Bereich der Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards. Die Minister begrüßten den unter deutscher G7-Präsidentschaft 2015 initiierten "Vision Zero Fonds" zur Verbesserung des Arbeitsschutzes in ärmeren Produktionsländern. Die Bundesregierung wird die Finanzierung dieses Fonds um weitere zwei Millionen erweitern.

Mit Blick auf die Entwicklung der Arbeitswelt sind sich die G20 einig, dass Maßnahmen wichtig sind, die Erwerbstätigen das Rüstzeug für Veränderungen zur Verfügung stellen. Dazu gehört eine Stärkung von Weiterbildung genauso wie etwa die soziale Absicherung von neuen Formen der Arbeit.

Das Treffen der G20-Arbeitsminister wurde von einer Arbeitsgruppe Beschäftigung, der "Employment Working Group", auf vier Veranstaltungen vorbereitet. Die Gruppe besteht aus hochkarätigen Vertretern aller G20-Arbeits- und Beschäftigungsministerien.

Freitag, 19. Mai 2017

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