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Merkel bei B20-Dialogforum

Plädoyer für Freihandel

Die G20 seien in einer besonderen Verantwortung, weil ihre Länder für drei Viertel der Wirtschaftsleistung auf der Welt stünden, sagte Bundeskanzlerin Merkel auf dem B20-Wirtschaftsgipfel in Berlin. In den vergangenen Jahren habe es jedoch eine Zunahme protektionistischer Maßnahmen gegeben.

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"Allein die Existenz der G20 bedeutet, dass Abschottung und Protektionismus Wege in die Sackgasse, aber nicht Wege nach vorne sind", bekräftigte Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Wer versucht, sich internationalem Wettbewerb zu entziehen, kann sich vielleicht kurzfristige Vorteile versprechen", warnte sie, ohne Länder zu nennen. "Aber mittel- und langfristig wird die eigene Innovationsfähigkeit geschwächt." Deshalb seien Freiheit und Offenheit in der Wirtschaft so wichtig.

Internationale Absprachen helfen

Die 2007 ausgelöste weltweite Finanzkrise habe mehr als deutlich gezeigt, dass kein Land der Welt in der Lage sei, solche Fehlentwicklungen mit Dominoeffekt alleine zu stoppen: "Und kein Land kann allein der Wiederholung einer solchen Krise wirksam vorbeugen."

Es gehe um einen gemeinsamen Ordnungsrahmen, um die Chancen der Globalisierung zu nutzen und ihre Risiken zu begrenzen. Dafür seien bestimmte Richtungsentscheidungen nötig, die für alle und möglichst mittel- und langfristig Orientierung böten. Dadurch sei die Gefahr einer Wiederholung der Krise geringer geworden.

Deutschland hat in diesem Jahr den G20-Vorsitz von China übernommen und richtet Anfang Juli den Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Hamburg aus. Nach Deutschland übernimmt Argentinien den Vorsitz.

Weltweite Vernetzung stärken

Deutschland werde sich in seiner G20-Präsidentschaft dafür einsetzen, Maßnahmen zur Eindämmung globaler Risiken zu entwickeln, erklärte Merkel. Dies bedeute, Stabilität und Resilienz der Weltwirtschaft zu fördern, Institutionen zu stärken sowie sich für gemeinsame Standards für globale öffentliche Güter zu engagieren. Die Kernthemen der G20 für ein starkes, nachhaltiges, ausgewogenes und inklusives Wachstum würden fortgesetzt. Auch das Halten des Erreichten sei manchmal schon ein Erfolg, so die Bundeskanzlerin.

Konstruktive Empfehlungen

Die Kanzlerin zeigte sich dankbar für das große Engagement der Wirtschaftsvertreter. Die Politik habe konstruktive, hilfreiche Empfehlungen vom Business20-Gipfel erhalten. Schließlich sei der Dialog mit der Zivilgesellschaft von zentraler Bedeutung für einen erfolgreichen Verlauf des G20-Gipfels in Hamburg.

B20 steht für "Business 20" und ist der offizielle Wirtschaftsdialog der G20-Staaten, der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Parallel zur G20-Präsidentschaft Deutschlands haben deutsche Wirtschaftsvertreter die B20-Präsidentschaft übernommen. Über 700 internationale Wirtschaftsvertreter sind Teil des Dialogprozesses.

Mittwoch, 3. Mai 2017