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Übersicht der Fördermöglichkeiten

Flüchtlinge in Arbeitsmarkt integrieren

Flüchtlinge sind hoch motiviert und wollen arbeiten. Für Unternehmen, die Geflüchtete einstellen, stellt der Staat zahlreiche Fördermöglichkeiten bereit. Sie reichen vom Sprachkurs bis zum Eingliederungszuschuss.

Abdullah Mohamad (Flüchtling aus Syrien) absolviert nach einem Praktikum nun eine Ausbildung zum KfZ-Mechatroniker in einer Kfz-Werkstatt Um Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren, gibt es für Unternehmen vielfältige Fördermöglichkeiten. Foto: Darius Ramazani

Rund 465.000 Geflüchtete wurden im März 2017 von Jobcentern und Arbeitsagentur als arbeitssuchend betreut. Ein Großteil von ihnen ist jünger als 35 Jahre – potenzielle Arbeitnehmer, die auf dem Arbeitsmarkt gebraucht werden. Fast jeder zehnte Betrieb hat 2016 Geflüchteten einen Praktikumsplatz oder eine Ausbildung angeboten. Die Geflüchteten sind hoch motiviert und wollen arbeiten.

Aufenthaltsstatus entscheidend

Anerkannte Flüchtlinge können direkt in den Arbeitsmarkt einsteigen. Für Asylbewerber und Geduldete dürfen grundsätzlich drei Monate nicht arbeiten. Danach besteht ein beschränkter Zugang zum Arbeitsmarkt. Konkret heißt das, dass vor Antritt der Beschäftigung die Ausländerbehörde die Beschäftigung erlauben muss.

Für die Erlaubnis ist grundsätzlich die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erforderlich. Diese wird von der Ausländerbehörde in einem behördeninternen Verfahren eingeholt. Die Ausländerbehörden entscheiden im Einzelfall. Die Arbeitserlaubnis ist der erste Schritt.

Eine Berufsausbildung können Asylsuchende grundsätzlich ebenfalls nach drei Monaten und Geduldete sogar schon ab dem ersten Tag ihrer Duldung beginnen. Sie muss zu einem anerkannten Berufsabschluss führen. Dann können Unternehmen mit zahlreichen Programmen gefördert werden.

Weiteres zu den Aufenthaltsregeln hier im Detail.

  1. Berufliche Orientierung
    Viele der Geflüchteten sind relativ jung, wenn sie nach Deutschland kommen und müssen sich erst beruflich orientieren. Dabei unterstützt sie der Gesetzgeber.


    Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung (MAG)
    Sind sich Unternehmen und Geflüchteter unsicher, ob sie zusammenpassen, kann eine Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung (MAG) helfen. Der Geflüchtete wird zur Probe in den Betriebsalltag eingebunden und kann sich praktisch beweisen. Das Programm ist auf einen Zeitraum von sechs Wochen begrenzt - in Einzelfällen kann die Erprobung bis zu zwölf Wochen dauern. Das Arbeitslosengeld wird über die gesamte Zeit weitergezahlt. Nach einem Beratungsgespräch mit der Arbeitsagentur wird entschieden, ob der Geflüchtete durch eine MAG seine Berufschancen verbessern kann.
    Mehr zu MAG

    Perspektiven für Flüchtlinge (PerF)
    Anerkennungsverfahren für Berufsabschlüsse sind oftmals langwierig und aufwändig. Um bereits vorhandene berufliche Fähigkeiten festzustellen, bietet sich das zweimonatige Programm Perspektiven für Flüchtlinge (PerF) an. Eignungsgespräche, Bewerbungstrainings und fachspezifische Sprachschulungen bereiten die Geflüchteten auf den Arbeitsmarkt vor. Praktische Erfahrungen können sie sechs Wochen im Echtbetrieb sammeln. Der Betrieb lernt den Geflüchteten kennen und kann ihn im Bestfall anschließend unter Vertrag nehmen. Um an PerF teilzunehmen, müssen die Geflüchteten sich an die Arbeitsagentur wenden.
    Mehr zu PerF

    Perspektiven für junge Flüchtlinge (PerjuF)
    Perspektiven für junge Flüchtlinge (PerjuF) richtet sich im Gegensatz zu PerF insbesondere an junge Geflüchtete bis 25 Jahre ohne Ausbildung. Die Jugendlichen können verschiedene Berufe ausprobieren und so ihre Talente entdecken. Sie bekommen fachlichen Sprachunterricht und Bewerbungstraining. In betrieblichen Praktika können sich die Geflüchteten ausprobieren. Das Programm dauert vier bis sechs Monate und führt im Idealfall zu einer Ausbildung im Praktikumsbetrieb. Die Jugendlichen müssen sich für eine Teilnahme am Programm an die Arbeitsagentur wenden.
    Mehr zu PerjuF

    ESF-BAMF-Programm
    Das ESF-BAMF-Programm ist mehr als ein klassischer Sprachkurs. Geflüchtete, deren Deutsch noch nicht für den Arbeitsalltag ausreicht, werden für den Einstieg gerüstet: mit berufsbezogenem Deutsch, Fachunterricht, Betriebsbesichtigungen und Praktika. Daraus kann eine spätere Anstellung erwachsen. Ein Sprachniveau von A1 nach europäischem Referenzrahmen wird vorausgesetzt. Das Programm ist auf insgesamt sechs bis maximal zwölf Monate ausgelegt. Die Teilnahme am Kurs ist kostenlos.
    Mehr zum ESF-BAMF-Programm

    Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen (FIM)
    Um die Wartezeit bis zum Bescheid über die Aufenthaltserlaubnis zu überbrücken, sind die Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen ins Leben gerufen worden. Bei diesen Arbeitsgelegenheiten übernehmen die Geflüchteten Tätigkeiten im Sinne des Gemeinwohls. Potenzielle Auftraggeber können dabei Kommunen, staatliche oder gemeinnützige Träger sein. Die FIM`s sind breit gefächert - vom Instandsetzen von Fahrrädern oder Hilfe bei der Essensausgabe gibt es viele Tätigkeiten. Die Teilnehmer erhalten eine kleine Entschädigung von 80 Cent pro Stunde für ihren Mehraufwand. In der Regel werden die Geflüchteten in der Aufnahmeeinrichtung über die FIM informiert.
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  2. Ausbildung
    Einstiegsqualifizierung (EQ)
    Die Einstiegsqualifizierung soll Unternehmen die Entscheidung über eine Anschluss-Ausbildung erleichtern. In einem sechs- bis zwölfmonatigen Praktikum werden den Geflüchteten erste berufsspezifische Grundlagen im Unternehmen vermittelt. Die Arbeitsagentur zahlt einen Zuschuss von 231 Euro monatlich. Das Unternehmen muss während der Einstiegsqualifizierung keinen Mindestlohn zahlen. Ein Vertrag über Inhalte und Vergütung muss geschlossen werden. In einigen Bundesländern gilt die Berufsschulpflicht. Die EQ-Zeit kann bei einer anschließenden Ausbildung angerechnet werden. Unternehmen können die EQ bei der Arbeitsagentur beantragen, diese prüft ob die Teilnehmenden gefördert werden können.
    Mehr zu EQ

    Assistierte Ausbildung (AsA)
    Mit der assistierten Ausbildung erhalten Unternehmen regelmäßig Hilfestellung wenn sie die Ausbildung organisieren. Regelmäßige Gespräche sollen frühzeitig Defizite identifizieren, um gezielt zu unterstützen. Für die Geflüchteten kann das die Teilnahme an Sprachkursen oder Nachhilfe bedeuten. Eine AsA kann zu jedem Zeitpunkt in der Ausbildung stattfinden - die Kosten für diesen Mehraufwand trägt die Arbeitsagentur. Unternehmen können die AsA für ihre Auszubildenden bei der Arbeitsagentur beantragen.
    Mehr zu AsA

    Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH)
    Die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) helfen dabei die Ausbildung erfolgreich abzuschließen und einen Abbruch zu vermeiden. Die Kurse zur Sprachförderung, zu Ausbildungsinhalten oder die sozialpädagogische Begleitung finden drei bis acht Stunden pro Woche statt. Sie liegen vorzugsweise außerhalb der Arbeitszeit und sind kostenlos für Auszubildende und Unternehmen. Die Auszubildenden können Unterstützung bei der Arbeitsagentur beantragen. Diese prüft, ob eine abH in Frage kommt.
    Mehr zu abH

  3. Beruf
    Für Geflüchtete, die bereits beruflich qualifiziert sind, gibt es Programme die den Einstieg in Arbeit erleichtern und berufsbegleitendes Lernen ermöglichen.

    Eingliederungszuschuss (EGZ)
    Wenn Geflüchtete nicht genügend qualifiziert sind und deshalb eine längere Einarbeitung brauchen, können Unternehmen bei der Arbeitsagentur einen Eingliederungszuschuss beantragen. Der Zuschuss kann maximal die Hälfte des Arbeitsentgelts betragen. Ein EGZ wird längstens zwölf Monate gezahlt. Wenn der Geflüchtete über 50 Jahre alt ist, kann er bis zu 36 Monate gefördert werden. Unternehmen können einen EGZ bei der Arbeitsagentur beantragen.
    Mehr zum EGZ

    Weiterbildung von Beschäftigten (WeGebAU)
    Das Programm WeGebAU richtet sich in erster Linie an ungelernte Arbeitnehmer in kleinen und mittleren Unternehmen. Es steht auch Flüchtlingen offen, die keinen formalen Berufsabschluss haben. Um Arbeitslosigkeit wegen mangelnder Qualifizierung vorzubeugen, übernimmt die Arbeitsagentur die Weiterbildungskosten. Findet die Weiterbildung während der Arbeitszeit statt, kann zusätzlich ein Arbeitsentgeltzuschuss gewährt werden. Unternehmen können bei der Arbeitsagentur WeGebAu beantragen. Die Arbeitsagentur berät auch zu Weiterbildungsangeboten.
    Mehr zu WeGebAU

Der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur berät telefonisch unter der gebührenfreien Rufnummer 0800 45555 20 und vor Ort zur Einstellung von Geflüchteten.

Donnerstag, 13. April 2017

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