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Hightech-Strategie

Gesund alt werden

Rapsöl ist gesund. Kann es aber dazu beitragen, dass ältere Menschen seltener oder erst später an Demenz oder Bluthochdruck erkranken? Diese und andere Fragen sind Inhalt einer großangelegten Ernährungsstudie innerhalb der Zukunftsaufgabe "Gesundes Leben" der Neuen Hightech-Strategie.

Teilnehmer einer Ernährungsstudie im Gespräch mit einer Studienschwester. An der Ernährungsstudie teilzunehmen, nützt den Freiwilligen unmittelbar. Foto: Till Budde/DIfE

Die Ernährung spielt bekanntermaßen eine wichtige Rolle dabei, wer eine oder mehrere der so genannten Zivilisationskrankheiten bekommt und wie sie sich im Alter entwickeln. Das gilt vermutlich für Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen, Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes mellitus und auch Demenz. Trotzdem bringt es kaum jemand fertig, seine normalen Essensgewohnheiten aufzugeben und nur noch "gesunde" Lebensmittel zu sich zu nehmen. Vor allem aber weiß selbst die Forschung nicht so genau, welche Nahrungsbestandteile wirklich die Gesundheit im Alter fördern.

Dreijährige Studie

Um das herauszufinden, sollen 500 Personen an einer dreijährigen Ernährungsstudie teilnehmen, die die Berliner Charité gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung durchführt. Die Studie ist eine von fünf Teilprojekten des vom Bundesforschungsministerium geförderten Kompetenzclusters NutriAct Berlin-Potsdam.

_DSC0377.jpgNutri ActBild vergrößern Stoffwechseluntersuchung an der Charité Foto: Charité/NutriAct

Die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer werden regelmäßig medizinisch untersucht und über die Ernährung beraten. Sie beantworten Fragebögen zu ihrem Ernährungsverhalten. Die Hälfte der Stichprobe erhält zusätzlich bestimmte Lebensmittel, von denen erwartet wird, dass sie sich positiv auf die Gesundheit im Alter auswirken.

Rapsöl ist dabei

Dass Rapsöl dabei sein wird, steht schon fest. Die Probanden sollen es verwenden anstelle von Butter und anderen Fetten. Bei weiteren Lebensmitteln stimmen sich die Forscher noch mit der Industrie ab. So könnten Brotaufstriche oder Nudeln mit einem höheren Ballaststoffanteil oder mehr Eiweiß dabei sein. Gedacht ist auch an eine besondere Marmelade mit bestimmten Zuckerarten und verringertem Anteil herkömmlichen Zuckers.

Vollkornnudeln enthalten mehr Ballaststoffe als helle Nudeln.Bild vergrößern Auch gesündere Nudeln sind möglich Foto: DIfE

Nach drei Jahren werden die Forscherinnen und Forscher die beiden Untersuchungsgruppen miteinander vergleichen. Eine Gruppe erhält die besonderen Lebensmittel und stellt ihr Ernährungsmuster nach Vorgaben des Projekts um. Die andere Gruppe richtet sich dagegen nach herkömmlichen Ernährungsstrategien. Ziel ist zu erfahren, ob die Mitglieder der ersten Gruppe weniger unter altersbezogenen Erkrankungen leiden als die der zweiten.

Risiken erkennen

Zunächst gilt es festzulegen, an welchen medizinischen Messwerten man erkennen kann, welche Risiken ein Patient hat, dass sich eine Krankheit entwickelt. Dafür werden die herkömmlichen Laborwerte herangezogen, aber durchaus auch Methoden, die der Hausarzt gewöhnlich nicht anwendet. Stoffwechseluntersuchungen gehören dazu ebenso wie eine Analyse muskulären und geistigen Leistung und Herz-Ultraschall.

ErnährungsfragebogenBild vergrößern Fragebogen auszufüllen gehört dazu Foto: Till Budde/DIfE

So gilt es festzustellen, ob sich das Herz-Kreislauf-System, die Muskelkraft, die Sturzneigung oder die Denkleistung verändern. Daneben erfolgt natürlich auch eine intensive Untersuchung der Stoffwechselfunktion, um die Neigung zu Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen frühzeitig erkennen zu können.

Probanden gesucht

Die Studie steht noch ganz am Anfang. Derzeit gilt es, geeignete Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu gewinnen. Sie sollen zwischen 50 und 70 Jahren sein und mindestens einen von mehreren gesundheitlichen Risikofaktoren in sich tragen. Sie müssen natürlich bereit sein, in den nächsten drei Jahren einiges an Zeit zu investieren. Als Gegenleistung erhalten sie eine hochkompetente Ernährungsberatung und werden regelmäßig aufs Genaueste medizinisch untersucht. Auch dadurch profitieren die Teilnehmer von der Studie. Und allen Menschen kommt die Forschung in einigen Jahren zu Gute, wenn klarer ist, wie dank guter Ernährung ein hohes Alter zu erreichen ist.

Interessenten für eine Studienteilnahme können sich an die Charité Berlin wenden unter der Telefonnummer 030 450 614279/-543565 oder per E-Mail gesund.leben@charite.de. Möglich ist auch der Kontakt zum Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam unter 0033200 882778/-2791 oder gesundes.alter@dife.de.

Dienstag, 21. Juni 2016

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