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Umweltschutz

Plastiktüten ab Juli kostenpflichtig

Plastiktüte oder Einkaufstasche für das Shopping - die Entscheidung fällt künftig wohl leichter. Ab Juli werden Plastiktüten in vielen Geschäften kostenpflichtig. Die Bundesregierung will damit den Verbrauch der Tüten senken und das Umweltbewusstsein weiter stärken.

Viele weggeworfene Plastiktüten haben sich durch den Wind in einem Zaun verfangen. Hendricks: "Plastiktüten sind oft überflüssig". Sie könnten durch wiederverwendbare Tragetaschen ersetzt werden. Foto: picture alliance/ZB/Patrick Pleul

In den kommenden zehn Jahren soll der Verbrauch an Plastiktüten um knapp die Hälfte sinken. Das sieht eine freiwillige Vereinbarung zwischen dem Handelsverband Deutschland und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks vor.

"Plastiktüten sind oft überflüssig. Sie könnten durch wiederverwendbare Kunststofftragetaschen ersetzt werden", sagte Hendricks. Erreiche der Handel das vereinbarte Ziel nicht, könne es 2018 zu einem Gesetz kommen, das die Händler zu einem Entgelt verpflichte. "Wir werden genau hinschauen, wie gut die Vereinbarung umgesetzt wird."

Das Entgelt wird von den Handelsunternehmen erhoben, die sich an der Vereinbarung beteiligen. Diese betrifft rund zwei Drittel der Tüten im Handel. Hinzu kommen Tüten in Apotheken oder Bäckereien, Tankstellenshops, Wochenmärkten und Imbissbuden. Umgerechnet auf den gesamten Markt erfasst die Vereinbarung etwas weniger als die Hälfte aller gehandelten Tüten. Bis 2018 müssen mindestens 80 Prozent aller Tüten kostenpflichtig sein. Was eine Tüte kosten soll, das legen die Händler selbst fest.

Hintergrund der Vereinbarung ist eine EU-Richtlinie. Sie sieht vor, den Verbrauch von Kunststofftüten in einem ersten Schritt auf 90 und und in einem zweiten Schritt bis Ende 2025 auf 40 Tüten pro Einwohner und Jahr zu reduzieren. Ausgenommen sind dünnwandige Tüten, wie sie etwa an Obsttheken ausliegen.

Gebühr senkt Verbrauch

Laut Umweltbundesamt verwendet jeder Einwohner in Deutschland 71 Tüten im Jahr. Auf eine Billion Plastiktüten jährlich schätzen Umweltschützer den weltweiten Verbrauch.

Der Pro-Kopf-Verbrauch in Ländern wie Irland, Dänemark und Finnland sank drastisch, nachdem sie eine Gebühr eingeführt hatten. Darauf verwies Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft der Umwelthilfe. In Irland etwa verwendete 2014 jeder Einwohner nur noch 16 Tüten. 15 Jahre zuvor waren es noch 20 Mal mehr.

Deutsche befürworten die Gebühr

Die meisten Deutschen befürworten eine Plastiktütengebühr. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts You Gov. Demnach plädieren mehr als die Hälfte dafür, die Ausgabe von Plastiktüten komplett zu verbieten.

Karstadt verlangt seit 1. März je nach Größe zwischen 5 Cent und 30 Cent, Media Markt und Saturn zwischen 5 Cent und 50 Cent. Bei Rossmann sind 10 Cent fällig, bei C&A und Tchibo sind es 20 Cent pro Plastiktüte.

Umwelt und Gesundheit schützen

Plastiktüten brauchen bis zu 500 Jahre, um vollständig zu zerfallen. Zusammen mit anderen Plastikabfällen vermüllen sie die Meere. Laut Alfred-Wegener Institut ist selbst in der Arktis bereits Kunststoffmüll gesichtet worden.

Fische und andere Meerestiere wie Krabben oder Krebse nehmen diese Mikroplastikteilchen auf. Die Partikel können in die Nahrungskette geraten und am Ende auch die Gesundheit des Menschen beeinträchtigen.

Dienstag, 26. April 2016

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