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Merkel beim Caritas-Jahresempfang

Über europäischen Tellerrand schauen

Mit einem Dankeschön hat Kanzlerin Merkel ihre Rede auf dem Jahresempfang der Caritas eröffnet. Die Aufnahme der vielen Flüchtlinge "hätten wir nicht geschafft, wenn es nicht so viele zupackende Hände und offene Herzen gegeben hätte. Und die sind ganz wesentlich auch bei Ihnen in der Caritas dabei", so Merkel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel beim 4. Caritas-Kongress und Jahresempfang des Deutschen Caritasverbandes. Merkel würdigte das Engagement der Caritas bei der Betreuung und Integration von Flüchtlingen. Foto: Bundesregierung/Bilan

Bundeskanzlerin Angela Merkel dankte den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Helfern der Caritas für das, was sie geleistet hätten und nach wie vor leisteten. Merkel betonte aber auch, wie wichtig es sei, Fluchtursachen zu bekämpfen.

Der Druck der Migration werde ansonsten weiter zunehmen. Es sei deshalb künftig wichtig, auch über den europäischen Tellerrand zu schauen. So sei der Beitrag, den die europäischen Länder bei der Aufnahme von Flüchtlingen leisteten, im Vergleich zu den Nachbarstaaten Syriens "überschaubar".

Integration von Flüchtlingen fördern

Die Kanzlerin berichtete auch über die jüngsten Beschlüsse der Koalition: Man habe entschieden, ein Integrationsgesetz zu erarbeiten. Es werde ein Gesetz des Förderns und Forderns werden. Es solle neue Arbeitsmöglichkeiten und Bildungsangebote für Flüchtlinge geben und auch Orientierungsangebote, die man bei der Rückkehr in die Heimat gut gebrauchen könne.

Der Jahresempfang fand während des 4. Caritaskongresses statt. Im Mittelpunkt des Kongresses stand der fachliche Austausch der rund 850 Teilnehmenden aus Kirche, Politik und Wissenschaft. Sie diskutierten darüber, wie der demografische Wandel unser Land verändert und wie die Gesellschaft "demografiefest" werden kann.

Generationen müssen zusammenhalten

Die Bundeskanzlerin zeigte sich erfreut über den positiven Umgang der Caritas mit Fragen des demografischen Wandels. "Mach dich stark für Generationengerechtigkeit" lautet das Motto der diesjährigen Caritas-Kampagne. Dieser Aufruf mache deutlich, worauf es ankomme: Auf den Zusammenhalt der Generationen, so Merkel.

"Deshalb versuchen wir auch vonseiten der Bundesregierung, alle Generationen in den Blick zu nehmen und natürlich - so ist es die Aufgabe - die entsprechenden gesetzlichen Vorkehrungen zu treffen." Es reiche aber nicht, einfach Leistungen zu verbessern, sondern es müsse Ermutigung geben.

"Hier muss ein gesellschaftliches Klima sein, das ,Ja' zu Kindern, ,Ja' zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sagt, bei dem die Familienbedürfnisse im gesellschaftlichen Leben einen festen Platz haben, das auch ,Ja' zu Mutter und Vater sagt. Auch da sind wir ja sehr vorangekommen, wenn ich sehe, wie die Elterngeldzeiten inzwischen auch von den Vätern in Anspruch genommen werden. Manche Revolutionen passieren einfach", sagte Merkel

Die Caritas sieht sich dem Dienst am Menschen verpflichtet. Die Organisation ist im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe tätig, genauso wie in der Altenpflege. Werkstätten für Behinderte und soziale Beratungsstellen gehören ebenfalls zu den Einrichtungen der Caritas.
Der Deutsche Caritasverband fasst die Wohlfahrtsorganisationen der katholischen Kirche in Deutschland zusammen. In den insgesamt mehr als 24.000 Einrichtungen und Diensten arbeiten etwa 590.000 Beschäftigte. Außerdem engagieren sich rund 500.000 Menschen ehrenamtlich für die Caritas. Verbandspräsident ist Prälat Peter Neher.

Freitag, 15. April 2016

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