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Merkel besucht Jugendhilfeprojekt

Allergrößte Hochachtung für Engagierte

Die Bundeskanzlerin bekundete "allergrößte Hochachtung" bei ihrem Besuch im Don-Bosco-Zentrum in Berlin gegenüber allen dort Engagierten. Politik könne eine "Grundversorgung" bereitstellen, aber nicht in jeder persönlich schwierigen Situation helfen. Jugendliche finden beim Projekt "Manege" Rat und Hilfe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht das Don-Bosco-Zentrum. Das Don-Bosco-Zentrum hilft Jugendlichen, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Foto: Bundesregierung/Denzel

Bundeskanzlerin Angela Merkel freute sich, einen Einblick in das Jugendhilfeprojekt "Manege" gewinnen zu können. Denn gerade bei Jugendlichen zwischen 18 und 25 Jahren in schwieriger Lebenssituation sei von staatlicher Seite nicht so einfach zu helfen. Sie seien der "klassischen Jugendhilfe" entwachsen. Um aber am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, benötigen die Jugendlichen dort mehr als eine Ausbildung. Ihre Probleme reichen von Sucht über Überschuldung bis zu Obdachlosigkeit. Sie sind teilweise nicht in der Lage, einen Antrag für ihnen zustehende Leistungen zu stellen. Hier helfen Schwester Margareta und andere Mitarbeiter der "Manege".

Gesetzlichen Rahmen für Pilotprojekt finden

"Jetzt einen Übergang zu finden und auch einen gesetzlichen Rahmen zu finden, das ist die Aufgabe, die aus der Erfahrung dieses Pilotprojekts erwächst", resümierte Merkel ihren Besuch in Berlin-Marzahn. "Mit Freude kann ich sagen, dass im Deutschen Bundestag bereits die Debatten über einen solchen gesetzlichen Vorschlag stattfinden. Ich hoffe und glaube, dass wir das auch zu einem guten Ende bringen. Das würde vielen, vielen jungen Menschen die Möglichkeit geben, eben nicht auf Dauer einfach nur von Hartz IV abhängig zu sein, sondern sich selbst verwirklichen zu können und komplizierte Lebenssituationen auch zu überwinden", so die Kanzlerin.

Sie finde es "wunderbar zu sehen", wie Helferinnen und Helfer "mit viel Elan jungen Menschen das beibringen, was praktisch und theoretisch notwendig ist - von Schulnachbildung bis hin zu praktischen Fähigkeiten im Hausbereich, im Kochbereich, im ergotherapeutischen Bereich, in der Kreativität". Tag und Nacht wie die Ordensschwestern bereitzustehen, das müsse man erst einmal schaffen.

Deutschland hat im europäischen Vergleich die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit. Dennoch haben auch hier Jugendliche Schwierigkeiten, ins Berufsleben zu finden. Im Land Berlin liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 10,1 Prozent, im Bezirk Marzahn-Hellersdorf bei 9,4 Prozent. Umso wichtiger sind Angebote der Jugendhilfe, wie sie das Don-Bosco-Zentrum bietet.

In ihrem aktuellen Video-Podcast, hatte Merkel zur Situation junger Menschen, die nicht mit guten Noten die Schule verlassen, gesagt: "Oft brauchen wir hier einfach einen Anfangsimpuls, der Menschen zeigt: Wie geht es voran?".

Jugendliche, die arbeitslos sind, und dies vielleicht schon längere Zeit, sind häufig völlig entmutigt. Sie brauchen Begleitung und praktische Hilfen, um den Weg ins Arbeitsleben zu finden.

Manege frei! Hereinspaziert!

Das Don-Bosco-Zentrum in Berlin hilft jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren, die den Einstieg in eine Ausbildung nicht geschafft haben. Viele von ihnen bekommen keine Sozialleistungen: Die hierfür notwendigen Anträge zu stellen oder den regelmäßigen Kontakt zum Jobcenter zu halten, erscheint ihnen als unüberwindbare Hürde.

Das Jugendhilfeprojekt "Manege" setzt an dieser Stelle an. Etwa 300 junge Menschen sind hier beschäftigt. Das Projekt bietet Hilfen, damit die Jugendlichen ihren Alltag bewältigen können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind rund um die Uhr erreichbar. Die Unterstützung ist auf die individuelle Situation der Jugendlichen abgestimmt: Für obdachlose Jugendliche gibt es das Angebot Wohnen in Notsituationen. Wer nicht in Don Bosco-Zentrum wohnt, kann von den Betreuern regelmäßig besucht werden, so dass es fortdauernden Kontakt und Beratung gibt.

Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt

Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht das Don-Bosco-Zentrum. Bild vergrößern Merkel bekundete "allergrößte Hochachtung" gegenüber allen Engagierten. Foto: Bundesregierung/Denzel

Die Erfahrung zeigt: Ein erfolgreicher Einstieg in die Berufsausbildung kann klappen, wenn die sozialen Probleme im Lebensumfeld geklärt sind. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen den Jugendlichen dabei, dies zu schaffen: den Lebensunterhalt zu sichern, die Wohnsituation zu klären, Schulden zu regulieren oder auch eine Therapie zu beginnen.

Damit sie ihre praktischen Fähigkeiten kennenlernen und sich auf eine Berufswahl besser vorbereiten können, gibt es in der "Manege" viele Möglichkeiten: Die Jugendlichen können sich im Malern, in Haustechnik, Holzarbeiten, Hauswirtschaft und Service, im Bereich Küche, im Berufsfeld Körperpflege, Friseur und Kosmetik ausprobieren.

"Wir haben die Aufgabe, die europäische Jugendgarantie umzusetzen", so die Bundeskanzlerin. Jedem Jugendlichen soll binnen vier Monaten nach Schulabschluss ein Angebot zur Verfügung gestellt werden. Für die, die es besonders schwer haben, seien Projekte wie die "Manege" deshalb so wichtig.

Die "Manege" unterstützt junge Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Träger der Einrichtung ist die Manege GmbH. Die katholischen Ordensgemeinschaften der Schwestern der Hl. Maria Magdalena Postel und der Salesianer Don Bosco haben sie 2005 gegründet. Das Projekt "Manege" wird derzeit durch das Bundesprogramm "RESPEKT – Pilotprogramm des Bundesarbeitsministeriums für schwer zu erreichende junge Menschen" gefördert.

Dienstag, 22. März 2016

Zusatzinformationen

Manege im Don-Bosco-Zentrum

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