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UN-Generalsekretär in Deutschland

Merkel würdigt Ban für seine Verdienste

Bundeskanzlerin Merkel hat die herausragenden Leistungen des UN-Generalsekretärs für die Weltgemeinschaft gewürdigt. Sie erinnerte an die Verdienste Ban Ki-moons bei der Verabschiedung der Agenda 2030 und den erfolgreichen Abschluss der Weltklimakonferenz.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon. Die Kanzlerin überreicht Ban Ki-moon das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Foto: Bundesregierung/Steins

Angesichts seiner zehnjährigen Amtszeit lobte Bundeskanzlerin Angela Merkel Ban Ki-moons große Leistungen als UN-Generalsekretär und verlieh ihm das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Trotz der vielen ungelösten Probleme und der Flüchtlingskrise habe es im vergangenen Jahr mit der Verabschiedung der Agenda 2030 und dem erfolgreichen Abschluss der Klimakonferenz in Paris zwei erfolgreiche Ereignisse gegeben. "Wenn es gut vorbereitet ist und die verschiedenen Partner mitziehen, dann ist die Weltgemeinschaft doch in der Lage, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Dass das gelungen ist, ist im Wesentlichen auch Ihr Verdienst. Dafür möchte ich mich sehr herzlich bedanken", sagte Merkel.

Ban Ki-moon ist seit dem 1. Januar 2007 Generalsekretär der Vereinten Nationen und übernahm das Amt von Kofi Annan. Im Juni 2011 wurde Ban von der UN-Vollversammlung erneut in das Amt des Generalsekretärs gewählt. Seine zweite Amtszeit läuft bis Ende 2016.

Ban: "Deutschland ist ein Anker der globalen Sicherheit"

Ban lobte Deutschland und die Bundeskanzlerin. Sie gehörten zu den größten Befürwortern und Partner der Vereinten Nationen. Und direkt an die Kanzlerin gewandt: "In meiner Amtszeit als Generalsekretär habe ich mich immer auf Sie verlassen können, denn Sie haben sich stets eingesetzt für die Ziele der Vereinten Nationen. Sie haben uns inspiriert durch Ihre Weisheit und Ihre Unterstützung."

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Deutschland sei ein großartiges Land. Es habe sich immer stark eingesetzt für den Schutz der Menschenrechte, einschließlich der Gleichberechtigung der Geschlechter.

Der UN-Generalsekretär sagte, Deutschland sei schon immer eine wichtige Kraft bei der Förderung der nachhaltigen Entwicklung gewesen. "Deutschland ist ein Anker der globalen Sicherheit", betonte er. Die Bundeskanzlerin habe hier eine wichtige Führungsrolle übernommen.

Globale Fragen im Fokus

Bei dem Treffen stand die humanitäre Situation in und um Syrien, aber auch in den Ländern Afrikas im Mittelpunkt der Gespräche. Daneben ging es um die Bildung einer Einheitsregierung in Libyen und den Friedensprozess in Syrien. Dazu erklärte der UN-Generalsekretär: "In gutem Glauben werden morgen die Gespräche in Genf wieder aufgenommen werden. Wir rufen alle Parteien dazu auf, ihren Teil zu tun, denn das Volk Syriens braucht sein Land zurück."

Auch die Entwicklung des Weltgesundheitssystems war Thema. Die Bundeskanzlerin betonte, Deutschland habe in diesem Bereich bereits im Rahmen seiner G7-Präsidentschaft Verantwortung übernommen und werde dies auch in seiner G20-Präsidentschaft im kommenden Jahr tun.

Hinsichtlich der Situation in der Ukraine erklärte Ban: "Wir haben angesichts des menschlichen Leids darauf gedrängt, dass die Minsker Vereinbarungen umgesetzt werden müssen. Die persönliche Entschlossenheit und das Engagement der Bundeskanzlerin, Frieden und Sicherheit in der Ukraine zu gewährleisten, ist Ausdruck dessen, was diplomatisches Geschick erreichen kann."

Lösungswege aus der Flüchtlingskrise

Im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise würdigte Merkel die Bemühungen des Generalsekretärs bei den Vorbereitungen zu dem anstehenden Weltgipfel zur humanitären Hilfe in Istanbul und für ein weiteres Gipfeltreffen im September in New York.

Im Hinblick auf die massiven Flüchtlingsströme, die vor den Toren Europas ankommen, lobte Ban Merkels Mitgefühl und Verantwortungsbereitschaft: "Die Bundeskanzlerin hat versucht, den richtigen Ansatz für diese Herausforderung zu finden, der auf dem Schutz jedes einzelnen Menschen beruht. Sie hat deutlich gemacht, dass es für eine echte Führungspersönlichkeit wichtig ist, nicht den einfachen, sondern den richtigen Weg zu gehen. Sie ist deshalb eine wahre moralische Stimme, nicht nur in Europa, sondern in der Welt insgesamt."

Gerade angesichts der sich verschärfenden Asylpolitiken vieler Länder und ihrer nationalistischen Interessen sei es wichtig, nach harmonischen Lösungen zu streben, die im Einklang mit den Werten in den Vereinten Nationen und der Europäischen Union stehen. "Wir brauchen den Dialog mit den betroffenen Gruppen, um eine weitere Polarisierung zu verhindern."

Neben konkreten Maßnahmen, Menschenleben zu retten und Schmugglern das Handwerk zu legen, müsse das Problem vor allem an der Wurzel gepackt und die Lage in den Herkunftsländern verbessert werden. "Wir tragen alle Verantwortung. Deshalb dränge ich alle Staats- und Regierungschefs, sich an das Völkerrecht zu halten und Mitgefühl in dem Maße zu zeigen, indem sie ihre Führungsaufgaben erfüllen", erklärte Ban.

20 Jahre UN-Standort in Bonn

Angesichts des 20. Jubiläums des UN-Standortes Bonn betonte die Bundeskanzlerin: "Wir sind sehr stolz auf diesen UN-Campus, den wir in Deutschland beherbergen können, und wollen ihn künftig sehr intensiv weiterentwickeln."

Nach seinem Besuch in Berlin reiste Ban nach Bonn. Dort nahm er an einer Festveranstaltung teil, die von der Bundesregierung gemeinsam mit dem Freiwilligenprogramm der UN ausgerichtet wurde.

Die Stadt Bonn feiert in diesem Jahr 20 Jahre UN-Standort sowie das 10-jährige Bestehen des UN-Campus Bonn. Das Haus "Castanien" wurde 1996 erstmals mit der blauen Flagge der Vereinten Nationen versehen. Seitdem ist Bonn neben New York, Genf und Wien Standort der UN. Im Juli 2006 eröffneten der damalige Generalsekretär Kofi Annan und Bundeskanzlerin Angela Merkel den UN-Campus auf dem früheren Gelände des Deutschen Bundestages. Der "Langen Eugen" wurde als neuer Dienstsitz bezogen.

Dienstag, 8. März 2016

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  • Hilfe vom Pflegestützpunkt Lotsin durch den Pflege-Dschungel
  • Telefonat im Normandie-Format Ukraine: Neuer Impuls für Friedensprozess