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Schwabinger Kunstfund

Taskforce legt Abschlussbericht vor

Die "Taskforce Schwabinger Kunstfund" hat die Grundrecherchen zum Münchner Teil der Sammlung Gurlitt abgeschlossen. Das geht aus dem Bericht hervor, den die Taskforce jetzt veröffentlicht hat. Fortgeführt werden die Nachforschungen zur Herkunft der Kunstwerke vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste.

Ingeborg Berggreen-Merkel, Leiterin der Task-Force "Gurlitt" übergibt Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, den Abschlussbericht. Ein Ergebnis des Berichts: Die Grundrecherchen zum Schwabinger Kunstfund sind abgeschlossen. Foto: Bundesregierung/Güngör

499 Werke aus dem Münchener Teil der Sammlung, die in der Lost-Art-Datenbank veröffentlicht sind, hat die Taskforce in den vergangenen zwei Jahren untersucht. Zu jedem von ihnen liegt inzwischen ein sogenanntes Object Record Excerpt vor, das im Internet abgerufen werden kann.

Dafür haben die Experten der Taskforce diese Werke unter anderem mit 15.000 Datenbanken abgeglichen und etwa 4.200 Veröffentlichungen überprüft. Vier Kunstwerke aus dem Schwabinger Kunstfund wurden zweifelsfrei als NS-Raubkunst identifiziert sowie ein Kunstwerk aus dem Salzburger Teil der Sammlung.

Der Fall Gurlitt hat weltweit Aufsehen erregt. 2012 hatte die Staatsanwaltschaft Augsburg ein Ermittlungsverfahren gegen Cornelius Gurlitt eingeleitet und in der Münchener Wohnung des Kunstsammlers rund 1.220 Kunstwerke sichergestellt. Später wurden im Salzburger Haus Gurlitts weitere 239 Objekte aufgefunden. Die Taskforce Schwabinger Kunstfund wurde 2013 eingesetzt, um zu klären, bei welchen es es sich um NS-Raubkunst handelte. Im Mittelpunkt standen dabei die Werke aus dem Münchner Fund, die in der Datenbank Lost Art eingestellt wurden.

Pilotprojekt ohne Vorbilder

Bei vielen Werken gebe es ein Zwischenergebnis, das den Verdacht bestätige oder ihn jetzt auch ausschließen könne, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Sie nahm heute den Bericht der Taskforce entgegen. Jedes einzelne dieser Werke sei ein Mosaikstein der historischen Wahrheit, zu deren Aufarbeitung Deutschland verpflichtet ist, betonte sie.

Darüber hinaus habe die Arbeit der Taskforce eine Fülle von Erkenntnissen zum Umgang mit Kunst in der NS-Zeit zutage gefördert. Sie würden zu einem späteren Zeitpunkt - hoffentlich noch in diesem Jahr - veröffentlicht werden, kündigte Grütters an.

Die Aufgabe, vor der die Taskforce von Anfang an stand, bezeichnete die Kulturstaatsministerin als eine "beispiellose Herausforderung - ein Pilotprojekt, für das es keine Vorbilder gab". Die Erfahrung zeige, Schnelligkeit und Gründlichkeit seien bei der Provenienzforschung nicht gleichzeitig zu haben.

Verpflichtung zu rückhaltloser Aufarbeitung

Ziel der Bundesregierung bleibe es, die Herkunft aller Bilder aufzuklären, die sich im Besitz Cornelius Gurlitts befanden, erklärte Grütters – "im Sinne der rechtmäßigen Erben von Werken, die sich als NS-Raubkunst erweisen, aber auch im Sinne der Aufarbeitung unserer NS-Vergangenheit und der Verpflichtung zu Transparenz."

Ende 2015 hat die Taskforce planmäßig ihre Arbeit beendet. Sie freue sich, dass das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste - und im Stiftungsrat auch Länder und Kommunen - bereit seien, diese wichtige Forschungsarbeit bis zum "bestmöglich erreichbaren Ende" fortzuführen, sagte Grütters. Die Kulturstaatsministerin wird dafür die notwendigen Mittel in Höhe von zunächst gut einer Million Euro zur Verfügung stellen. Bayern wird die Arbeit mit einem Wissenschaftler unterstützen.

Sie werde sich weiterhin dafür einsetzen, "dass wir uns unserer Geschichte stellen und dass unser Land - Staat und Verwaltungen genauso wie Organisationen, Einrichtungen und Privatpersonen - keinen Zweifel daran lässt, welche immense Bedeutung für uns alle die rückhaltlose Aufarbeitung des nationalsozialistischen Kunstraubs hat", versicherte Grütters.

Donnerstag, 14. Januar 2016

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