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Migrationsbericht

Deutschland attraktiv für Zuwanderer

Mit bundesweit etwa 1,1 Millionen hat die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland 2015 Rekordniveau erreicht. "Für 2015 werden wir die höchsten Zuwandererzahlen seit 1950 verzeichnen", erklärte Bundesinnenminister de Maizière. Zuvor hatte er im Kabinett den Migrationsbericht für 2014 vorgestellt.

Zwei Studentinnen aus Deutschland und Indien arbeiten zusammen an einem Robotermodel. Die Zuwanderung von Fachkräften und Hochqualifizierten stieg 2014 an. Foto: photothek.net/Grabowsky

"Mit über 476.649 Asylanträgen haben wir im vergangenen Jahr die bislang höchste Zahl von Asylbewerberzugängen erreicht, die je in Deutschland verzeichnet worden ist. Die tatsächliche Zahl der zum Zwecke der Asylantragstellung eingereisten Personen liegt deutlich höher", so Bundesinnenminister Thomas de Maizière am Mittwoch (06.01.2016). Insgesamt wurden 2015 rund 1,1, Millionen Zuwanderer registriert.

Am Mittwochvormittag hatte der Bundesinnenminister im Kabinett den Migrationsbericht 2014 vorgestellt. Der Bericht ist eine Erhebung, die nicht nur die Zuwanderer erfasst, sondern auch die Menschen, die Deutschland verlassen haben. Die Differenz ergibt den sogenannten Wanderungsgewinn. Er betrug 2014 in Deutschland 550.000 Menschen - so viel wie seit 1993 nicht mehr. Besonders hohe Wanderungsgewinne wurden 2014 aus Rumänien (75.000), Syrien (62.000) und Polen (59.000) festgestellt.

Von den fast 81 Millionen Menschen in Deutschland haben insgesamt 16,4 Millionen einen Migrationshintergrund. Davon sind 7,2 Millionen Ausländer, also mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Diese leben aber zu 60 Prozent schon seit mehr als zehn Jahren hier, 20 Prozent sogar schon 30 Jahre.

Der Migrationsbericht ist eine statistische Darstellung des Migrationsgeschehens in Deutschland. Als Auflistung enthält er keine politischen Wertungen. Er soll eine Grundlage für die Entscheidungsfindung von Politik und Verwaltung im Bereich der Migrationspolitik schaffen. Am 8. Juni 2000 hatte der Deutsche Bundestag die Bundesregierung aufgefordert, jährlich einen Migrationsbericht vorzulegen. Dieser soll einen umfassenden Überblick über die jährliche Entwicklung der Zu- und Abwanderung geben. Der Migrationsbericht wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erstellt und vom Bundesinnenminister dem Kabinett vorgelegt.

Fachkräfte und Studierende

Es stieg auch die Zahl derer, die aus Nicht-EU-Ländern zum Arbeiten nach Deutschland kamen. 37.300 Aufenthaltserlaubnisse wurden bei Zuzügen zum Zweck der Erwerbstätigkeit erteilt. Gleiches gilt für die Zuwanderung von Fachkräften und Hochqualifizierten insgesamt. 5.378 Personen kamen mit der sogenannten "Blauen Karte EU" nach Deutschland. Diese Karte wird von EU-Mitgliedstaaten erteilt, um Hochqualifizierten aus anderen Ländern den Arbeitsaufenthalt in der EU zu ermöglichen.

Auch die Anzahl derjenigen, die zum Studium nach Deutschland kamen, ist weiter gestiegen: Im Wintersemester 2013/2014 haben 322.000 Ausländer an deutschen Hochschulen studiert, davon waren 82.000 Studienanfänger. Die zwei größten Gruppen, die 2014 in Deutschland mit einem Studium begonnen haben, kamen aus Asien: 10,5 Prozent aus China, 5,2 Prozent aus Indien. Weitere bedeutende Herkunftsländer sind Indien, Frankreich und die USA.

Blick auf 2015

Wegen der verstärkten Zuwanderung im vergangenen Jahr stellt der Migrationsbericht bereits einige aktuellen Zahlen aus dem Jahr 2015 dar. Für das erste Halbjahr liegen schon verlässliche Daten auf Bundesebene vor. Die Zahl der Zuzüge im ersten Halbjahr 2015 stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Drittel auf insgesamt 668.223. Die Zahl der Asylantragsteller lag in den ersten elf Monaten des Jahres 2015 bei etwa 425.000 Personen. Dies bedeutet eine Erhöhung um 134 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Der tatsächliche Zugang von Asylsuchenden liegt höher, da die formale Asylantragstellung derzeit zum Teil erst mit einer zeitlichen Verzögerung möglich ist. So wurden im sogenannten EASY-System (Erstverteilung der Asylbegehrenden auf die Bundesländer) im Zeitraum von Januar bis Mitte Dezember 2015 über eine Million Menschen registriert.

Mittwoch, 6. Januar 2016

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