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Nationaler IT-Gipfel 2015

Champions bei der Wertschöpfung

Deutschland soll bei der Digitalisierung der Wirtschaft seine Stärken als Industrieland ausspielen. Das forderte Bundeskanzlerin Merkel auf dem 9. Nationalen IT-Gipfel in Berlin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lässt sich beim IT-Gipfel den intelligenten Handschuh "ProGlove" erklären. Beim Nationalen IT-Gipfel standen zentrale Themen des IT-Standortes Deutschland im Blickpunkt. Foto: Bundesregierung/Kugler

Die Digitalisierung der industriellen Prozesse werde auch psychologisch ihre Wirkung nicht verfehlen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dies wäre "eine gute Wettbewerbsansage". Deutsche Firmen sollten weiterhin "Champions bei der Wertschöpfung" sein und nicht zur "verlängerten Werkbank" der IT-Wirtschaft anderer Länder werden.

Für eine Reform des EU-Wettbewerbsrechts

Die Kanzlerin sprach sich für eine Reform des Wettbewerbsrechts im europäischen IT-Sektor aus. "Dass es eine zu große Fragmentierung gibt, das ist offensichtlich", beklagte sie. Europa könne die wirtschaftlichen Potenziale bei der Digitalisierung nur nutzen, wenn es gelinge, einen europäischen Binnenmarkt in diesem Bereich zu schaffen und die Grenzen nationaler Märkte zu überwinden.

Merkel warnte zugleich vor einem zu starken Datenschutz in Europa. Bei den anstehenden Verhandlungen zur EU-Datenschutzreform werde es "existenziell notwendig sein, dass der Kompromiss, der zwischen Kommission und Rat gefunden wurde, im (Europäischen) Parlament nicht zu sehr verwässert wird".

Zwar müsse es eine hohe Datensicherheit geben, sagte Merkel. "Aber wenn wir uns das Big-Data-Management, wenn wir uns die Verarbeitung großer Datenmengen selber zerstören durch einen falschen rechtlichen Rahmen, dann wird viel Wertschöpfung nicht mehr in Europa stattfinden." Das wäre für Deutschland "von großem Nachteil".

Bundeskanzlerin Angela Merkel beim IT-Gipfel.Bild vergrößern Merkel informiert sich darüber, wo die Industrie 4.0 heute schon praktisch angewendet wird. Foto: Bundesregierung/Kugler

Digitale Zukunft gestalten

Arbeiten in der digitalen Welt, Industrie 4.0, intelligente Netze, Mobilität und IT-Sicherheit: Das sind die Schwerpunktthemen, die im Mittelpunkt des Nationalen IT-Gipfels 2015 am 18. und 19. November in Berlin standen. Das diesjährige Motto: "Digitale Zukunft gestalten – innovativ_sicher_leistungsstark".

Schon während des Auftaktprogramms zum IT-Gipfel präsentierten die neun Plattformen und zwei Foren des IT-Gipfels ihre Arbeitsergebnisse und neuen Projekte. Als zentraler Anlaufpunkt und Motor für die Digitalisierung der Industrie in Deutschland diskutierte die Plattform Industrie 4.0 über die nächsten Schritte auf dem Weg in die vernetzte Industrie von morgen.

Klare Signale für Industrie 4.0

Vom Berliner IT-Gipfel gehen klare Signale dafür aus, Industrie 4.0 und die Digitalisierung wichtiger Wirtschaftszweige voranzubringen. Der Bundeswirtschaftsminister startet dazu das Förderprogramm "Digitale Technologien für die Wirtschaft", das mit 50 Millionen Euro ausgestattet ist und junge Unternehmen bei der Umsetzung ihrer kreativen Ideen unterstützen will.

In der "Berliner Erklärung" verständigten sich die Gipfelteilnehmerinnen und -teilnehmer auf die entschlossene und verantwortungsvolle Fortsetzung der Kooperation zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in den kommenden Jahren.

151118_IT2_Web_580x387pxBild vergrößern Breitbandausbau in Deutschland nimmt zu. Foto: Bundesregierung

Digitale Agenda: Kompass und Fundament

Der jährliche IT-Gipfel ist die zentrale Plattform für die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft bei der Gestaltung des digitalen Wandels. Die Leitlinien für Deutschlands Weg ins digitale Zeitalter gibt die Digitale Agenda vor, die das Bundeskabinett im August 2014 beschlossen hat.

Die Bundesregierung versteht die Umsetzung der Digitalen Agenda "als offenen, alle gesellschaftlich relevanten Gruppen einschließenden, nicht abschließenden Prozess". Diesem Anliegen entsprechend sind der 9. IT-Gipfel und seine Arbeitsstruktur auf die Handlungsfelder der Digitalen Agenda ausgerichtet.

Neuausrichtung des IT-Gipfels

Die Neuausrichtung des IT-Gipfels auf die Handlungsfelder der Digitalen Agenda hatte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel auf dem IT-Gipfel 2014 in Hamburg verkündet: "Künftig sollen sich IT-Anbieter und IT-Anwender aus den klassischen Industrien und die private Netzgemeinde auf Augenhöhe im IT-Gipfel-Prozess begegnen."

Daraus entstanden ist nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel ein gleichberechtigter Dialog: "Es ist ein sehr kooperativer Prozess, bei dem man immer gemeinsam Neuland betritt und versucht, Rahmenbedingungen politischer Art und technologische Innovationen zeitgleich voranzubringen".

Der Nationale IT-Gipfel findet seit 2006 an jährlich wechselnden Orten statt und soll Deutschland als Standort der Informations- und Kommunikationstechnologie stärken. Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nutzen das Forum, um sich über zentrale Themen des IT-Standortes Deutschland auszutauschen.

Donnerstag, 19. November 2015

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