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Wanka und Gröhe auf Palliativstation

Mehr zu Palliativmedizin forschen

Die Bundesminister Wanka und Gröhe haben die Palliativstation der Berliner Charité besucht. Mit Fachleuten erörterten sie Chancen der Palliativmedizin. Fazit: Deutschland kann sowohl bei der Forschung als auch Inanspruchnahme von Palliativmedizin zulegen.

Aus der Politik in die Praxis: Gerade hat der Bundestag das Hospiz- und Palliativgesetz beschlossen. Jetzt haben sich Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe auf den Weg in die Praxis gemacht. Gemeinsam besuchten sie die Palliativstation der Charité Campus Virchow in Berlin. Mit den Fach-Medizinern Professor Bernd Dörken und Professor Peter Thuss-Patience erörterten sie Chancen der noch relativ jungen Medizinrichtung.

Hospiz- und Palliativgesetz bringt Verbesserungen

Dörken und Thuss-Patience dankten Gesundheitsminister Gröhe, dass er das Hospiz- und Palliativgesetz auf den Weg gebracht habe. Es enthält viele Verbesserungen für Menschen in der letzten Lebensphase und deren Angehörige. Auch die finanzielle und personelle Ausstattung von Palliativmedizin wird sich verbessern. Dennoch, so Dörken, stecke die Palliativmedizin in Deutschland in den Kinderschuhen.

Um die Betreuung schwerkranker Menschen überall in Deutschland zu stärken, hat der Deutsche Bundestag am 5. November 2015 mit großer Mehrheit das Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung beschlossen.

Ein Thema, das alle betrifft

Wanka verwies auf die Breite des Themas. Es sei keine rein akademische Diskussion, denn das Thema betreffe alle. Deshalb sei Forschung wichtig: "Wir starten jetzt ein eigenes Forschungsprogramm zu Palliativmedizin", kündigte sie an. Dafür stehen zehn Millionen Euro zur Verfügung. Die Ausschreibung soll demnächst beginnen.

Gerade wie man Symptome der Sterbephase wie Wassermangel, Durstgefühl und Atemnot lindern könne, seien wichtige Inhalte. In München gebe es dazu bereits ein Projekt, wie man am wirkungsvollsten bei Atemnot helfen könne, so Wanka. Immer mehr in den Vordergrund trete die Frage, wie Migranten mit dem Lebensende umgingen.

Keine "Grabenkämpfe"

Gesundheitsminister Gröhe stellte fest, dass er nirgends so stark wie in der Palliativmedizin erlebe, dass ein Thema von allen Beteiligten wertgeschätzt würde. "Grabenkämpfe" gäbe es kaum. Die Weitergabe von Erfahrungen und die Ausbildung der Mediziner auf dem Gebiet Palliativmedizin hält er für wichtig. Seit 2009 sei die Disziplin im Medizinstudium Pflichtprüfungsfach.

Die Verbesserungen aus dem Hospiz- und Palliativgesetz würden nach und nach wirken. Am schnellsten werde die bessere finanzielle Ausstattung von Hospizen und das Abrechnen palliativmedizinischer Leistungen zu spüren sein. Bei den 100.000 Ehrenamtlichen, die sich der Hospizbewegung widmen, würden nun die Sachmittel bezahlt. Vorher hätten sie diese quasi aus eigener Tasche beglichen. Das Recht auf Beratung, welche Versorgung man in der letzten Lebensphase möchte, sei besser geworden.

In der Palliativmedizin werden Patienten mit einer weit fortgeschrittenen Erkrankung (zum Beispiel Krebs in einem fortgeschrittenen Stadium) mit einer begrenzten Lebenserwartung gegen Schmerzen, andere Beschwerden (etwa Atemnot, Durstgefühl), psychische und seelische Beschwerden behandelt. Dies geschieht in dem Sinne, dass man versucht, die Beschwerden zu lindern, aber weiß, dass man den Menschen nicht mehr heilen kann.

Donnerstag, 12. November 2015

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