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Eröffnung des Perthes-Forums

Universum Gotha vollendet

Mit der Einweihung des Perthes-Forums werden Gothas kulturelle Schätze ins rechte Licht gerückt. "In Gotha finden wir eine wahren Kosmos kulturellen Erbes vor. Die Eröffnung des Depots mahnt uns, unser Kulturerbe zu würdigen und für die folgenden Generationen zu bewahren", sagte Kulturstaatsministerin Grütters.

Perthesforum in Gotha. Das Perthesforum dient als Depot und Werkstatt für das 'Barocke Universum Gotha'. Perthes-Forum in Gotha: "Zeitspeicher" vergangener Epochen Foto: Karl-Heinz Laube/pixelio.de

Im 18. Jahrhundert gestaltete Justus Perthes in dem Gebäudekomplex im Zentrum Gothas Karten und Atlanten. Sie verhalfen ihm zu weltweiter Bekanntheit. Wer erinnert sich nicht noch heute an die Kartenwerke aus dem Geografie-Unterricht?

Jetzt wurde in den früheren Verlagsgebäuden das Perthes-Forum eröffnet und somit Thüringens größtes Kulturbauprojekt vollendet. Als neue Heimstätte für das Depot und die Werkstätten des "Barocken Universums Gotha" lässt es die kulturelle Strahlkraft Gothas aufleuchten.

1785 gründete Justus Perthes die Geografische Verlagsanstalt Gotha. In dem traditionsreichen Bau erschien der "Gothaische Geneaologische Hofkalender", der zum bedeutendsten Lexikon des europäischen Adels wurde. Ab dem Jahr 1800 entwickelte Perthes dann seine weltbekannten kartographisch-geographische Publikationen, welche die letzte Phase des Entdeckungszeitalters mit der Erforschung nichteuropäischer Kontinente und der Polgebiete prägten. Mit seinem geografisch-kartographischen Verlag erlangte er, und somit auch die Stadt Gotha, weltweite Bekanntheit und Anerkennung.

Mehr Raum für Kulturschätze

"Wenn wir heute das Perthes-Forum feierlich einweihen, dann geben wir einem Fundament unseres Wissens über Natur, Kultur und Kunst eine ungewohnte Öffentlichkeit: den Archiven und Depots", erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters in ihrer Festansprache zur Einweihung des Perthes-Forums.

Die ehemaligen Perthes-Verlagsgebäude fungieren als Zentraldepot und Archiv der Einrichtungen des Schlosses Friedenstein. Dies sind die Forschungsbibliothek Gotha, das Staatsarchiv Gotha und die Museen der Stiftung Schloss Friedenstein. Alle drei Institutionen können Büros, Restaurierungsateliers sowie Besucher- und Forschungsbereiche nutzen, die in das Forum integriert wurden.

Die Neuordnung soll mehr Besucher nach Gotha locken. Dafür muss die Ausstellungsfläche vergrößert werden. In Schloss Friedenstein stapelten sich die kulturellen Schätze lange Jahre bis unters Dach und es förmlich aus allen Nähten platze. Als Entlastung dient nun zum einen das südlich vom Schloss gelegene Herzogliche Museum Gotha, das seit 2013 wieder die Kunstsammlungen beherbergt. Eine tragende Rolle bei der Umstrukturierung spielt aber vor allem das Perthes-Forum, das als Außenmagazin für Schloss und Museum fungiert. Schloss- und Museumsgebäude werden damit entlastet und Platz für Ausstellungen gewonnen.

"Zeitspeicher" vergangener Epochen

Die Gebäude der Verlagsanstalt bieten wegen der Nähe zum Schloss und ihrer kulturell bedeutenden Vergangenheit die optimalen Voraussetzungen für das Vorhaben. Die Bedingungen für wissenschaftliche Arbeiten verbessern sich enorm. Zudem werden die Bestände besser zugänglich. "In den Depots des Perthes-Forums lagern wesentliche Bestandteile unseres kulturellen Gedächtnisses. "Zeitspeicher", die Leistungen, Erkenntnisse und Erfahrungen früherer Generationen versammeln und sie in Büchern, Autographen, Gemälden, Landkarten und Nachschlagewerken längst vergangener Epochen zu unserer heutigen Zeit ins Verhältnis setzen. Sie erfahrbar zu machen - und für nachkommende Generationen zu erhalten, ist eine Aufgabe, zu der wir als Kulturerben verpflichtet sind", betonte die Kulturstaatsministerin.

Zudem ist im Gebäude eine Dauerausstellung zur Verlagsgeschichte und der Perthes-Sammlung zu sehen. "Gerade die Sammlung Perthes eröffnet uns den Blick in eine längst vergessene Zeit, in der man akribisch andere Erdteile erforschte und große Entdeckungen machte", erklärte Grütters. Das Archiv des Perthes-Verlages ist eines der wenigen geschlossenen Verlags-Archive. Nun kehrt der Bestand nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen aus einem Depot in Erfurt zurück in das ehemalige Verlagshaus.

Unverkennbares Gotha

"Mit der Fertigstellung des Perthes-Forums ist auch die Realisierung des ambitionierten Projektes "Barockes Universum Gotha" erreicht", erläuterte Grütters in ihrer Rede. Die Sanierung und Neukonzeption des Perthes-Forums ist Teil des Projekts, welches die Kulturlandschaft der Stadt durch die Umstrukturierung aller Sammlungen und Museen in Gotha neu aufleben lassen soll.

Das Perthes-Forum ist das Kernstück des "Barocken Universums Gotha". Weitere Bestandteile sind das 2013 wiedereröffnete Herzogliche Museum, die Bibliothek und das Schloss Friedenstein. Mit dem stadtraumverbindenden Kunstwerk soll ein Symbol mit Wiedererkennungswert geschaffen werden, das die Objekte miteinander verbindet.

Der Bund, der Freistaat Thüringen und die Stadt Gotha stellten dafür über 31 Millionen Euro zur Verfügung. Die Kulturstaatsministerin steuerte davon für das Herzogliche Museum und das Perthes-Forum jeweils 5 Millionen Euro bei.

Schloss Friedenstein ist ein weitgehend erhaltenes historischen Baudenkmal des Frühbarock. Säle und Räume sind zum größten Teil in ihrer originalen Form und Gestaltung erhalten und Bestände einer über 350jährigen Sammlungstradition in dieser prachtvollen Kulisse präsentiert. Unter anderem befindet sich dort eine der größten Münzsammlungen Deutschlands. Im "Neuen Münzkabinett" durchschreitet man als Besucher einen gewaltigen gläsernen Bogen, in dem unzählige originale Gold- und Silbermünzen auf einen herab zu regnen scheinen.

Zu den Glanzlichtern der Sammlung des Schlosses Friedenstein gehört unter anderem ein originaler Hut aus dem Besitz von Kaiser Napoleon I. Zudem findet man dort die Druck- und Handschriften Martin Luthers, die am 09. Oktober diesen Jahres in das Unesco-Weltdokumentenerbe aufgenommen wurden und von denen allein fünf der 14 aus Schriften aus Thüringer Bibliotheken und Archiven stammen. Die Kulturstaatsministerin bemerkte dazu: "Dass historische Aufzeichnungen durchaus für den glänzenden Auftritt geeignet sind, zeigen die hier im Thronsaal des Schlosses ausgestellten Schriften Martin Luthers. Eine schönere, eine bedeutsamere Auszeichnung als die Eintragung in das Unesco-Weltdokumentenerbe gibt für unser Kulturerbe kaum."

All diesen kulturellen Schätzen wird durch die Umstrukturierung mit Rahmen des "Barocken Universums Gotha" mehr Raum gegeben, auf das sie ihren Glanz in alle Ewigkeit entfalten und die Besucher, mit den Worten von Kulturstaatsministerin Grütters, "auf eine bereichernde Reise in die Vergangenheit" entführen mögen.

Freitag, 6. November 2015

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