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Forschungseinrichtungen des Bundes

Spitzensport im Fokus

Nico Müller, Deutscher Junioren-Meister im Gewichtheben 2013, sitzt in einer Tonne mit Eiswasser. Ist das die beste Methode, um die Muskeln nach dem Training zu regenerieren? Dieser Frage geht ein vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft betreutes Forschungsprojekt nach.

Projekt Regman Nico Müller In der Eistonne erholen Foto: BISp

Im Forschungsprojekt Regman (Regenerationsmanagement) arbeiten Wissenschaftler mehrerer Fachrichtungen und Einrichtungen zusammen. Sie wollen herausfinden, welcher Weg für Athleten verschiedener Sportarten der beste ist, um die Muskeln schnell und effektiv zu regenerieren. Dabei geht es zunächst um Spitzensportler. Deshalb sind 10 Teilstudien mit lokalen Leistungssportlern, Olympiastützpunkten und verschiedenen Spitzensportverbänden geplant.

Entspannungstraining im Regman-ProjektBild vergrößern Regeneration auf Socken Foto: BISp

Es gibt ganz unterschiedliche Methoden, um die Muskeln nach dem Sport zu erholen: Kälte, Sauna, Behandlung mit Wasser oder Kurzschlaf. Die Forscherinnen und Forscher untersuchen, wie sich Kompressionshosen unterschiedlicher Druckstärke bei Ausdauer-, Sprint- und Sprungkraftbeanspruchungen auf den Regenerationsverlauf auswirken. Auch sportpsychologische Erholungsstrategien sind Thema. Die Ergebnisse werden später sicher auch für den Freizeitsportler interessant sein.

Spitzensport begeistert

Sportler bei RuhepauseBild vergrößern Auch eine Pause ist Erholung im Spitzensport Foto: BISp

Spitzensport ist ein Aushängeschild für jedes Land. Neben zielgerichtetem Training kann dabei ein Wettbewerbsvorteil entscheidend sein: Wissen. Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) hilft dem deutschen Spitzensport seit 44 Jahren dabei, dieses Wissen zu erwerben und zu nutzen. Warum ist das eine Forschungsaufgabe des Bundes?

Bedenkt man, dass der Bund jährlich 140 Millionen Euro in den Spitzensport investiert, ist klar, dass unser Land Wert auf sportliche Höchstleistungen legt. Der Medaillenspiegel der Olympischen Spiele ist ein Aushängeschild jeden Staates. Darüber hinaus identifizieren sich viele Menschen mit den Athleten und Athletinnen und sehen sie als Vorbilder – nicht nur für das eigene sportliche Verhalten.

Bundesinnenministerium zuständig für den Sport

Als nachgeordnete Behörde im Bundesministerium des Innern (BMI) initiiert, begleitet und koordiniert das BISp vor allem Forschungsprojekte, die der Förderung des Spitzensports dienen. Universitäten und Forschungseinrichtungen, die dann die Projekte umsetzen, bringen dabei auch eigene Mittel ein. "Ansonsten müsste unser Forschungsetat etwa doppelt so hoch sein und das lässt sich innerhalb des Bundeshaushalts nicht realisieren", sagt Jürgen Fischer, der Direktor des BISp.

Jürgen Fischer, BISp.

Interview mit Jürgen Fischer, Direktor des Bundesinstituts für Sportwissenschaft

Jürgen Fischer erläutert die Aufgaben des Bundesinstituts für Sportwissenschaft, insbesondere die Betreuung interdisziplinärer Projekte

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Das BISp arbeitet im sogenannten Wissenschaftlichen Verbundsystem Leistungssport (WVL) zusammen mit den wichtigsten Einrichtungen des Spitzensports. Das sind unter anderem der Deutsche Olympische Sportbund, Bundessport-Fachverbände und die Trainerakademie Köln. Die wichtigsten Partner bei der Umsetzung der Forschungsarbeiten sind die wissenschaftlichen Einrichtungen an den Universitäten und Forschungseinrichtungen.

Gebäude des BISpBild vergrößern Gebäude des BISp Foto: Statistisches Bundesamt 2015

Das BISp wertet die Forschungsergebnisse aus und gibt Anregungen, wie sich die Ergebnisse im Spitzensport umsetzen lassen. Das Institut informiert zudem Politik, Partner und Öffentlichkeit über die Ergebnisse und berät die Bundesregierung fachlich bei sportpolitischen Fragen.

Schmerzen vorbeugen

Spitzensport ist zwar die eigentliche Aufgabe des Instituts, aber die Erkenntnisse sind durchaus auch für den Breitensport von Bedeutung. So befasst sich seit einigen Jahren das BISp im Projekt "RanRücken" mit einem oder gar dem verbreitetsten Leiden unserer Gesellschaft. 90 Prozent aller Deutschen hatten schon einmal Rückenschmerzen, oftmals ohne eine klar erkennbare Ursache. Es gibt zahlreiche Ansätze, wie Rückenschmerzen zu bekämpfen oder wie ihnen vorzubeugen ist. Keine allerdings hat allein überzeugende Resultate erzielt, da zumeist Experten unterschiedlicher Gebiete – Ärzte, Sportwissenschaftler, Psychologen, Pharmazeuten - nebeneinander her an Therapiemethoden arbeiteten.

Forschung RanrückenBild vergrößern Der Rücken im Fokus der Wissenschaft Foto: MiSpEx

Erstmalig – und in dieser Größenordnung wohl einzigartig in der deutschen Forschungslandschaft – vernetzt das Projekt "Ran Rücken" Forscherinnen und Forscher in der ganzen Bundesrepublik. Dabei setzt das BISp auf eine gezielte Vernetzung der aktuellen Forschungsansätze aus dem allgemeinen Gesundheitswesen mit dem Know-how der Spitzensportforschung.

Zur Halbzeit des Forschungsprojektes zeigt sich, dass Trainingsmaßnahmen für Muskeln, Nerven und Gehirn sinnvoll und erfolgreich sind. Es lassen sich somit individuelle Therapieprogramme mit geringem Zeit- und Kostenaufwand für Rückenschmerzpatienten anwenden. Psychologische Maßnahmen sollen dazu beitragen, damit solche Programme akzeptiert und längerfristig in den normalen Tagesablauf integriert werden. In der zweiten Projektphase bis 2018 wird unter anderem untersucht, wie sich die Erkenntnisse auf den Spitzensport und die Gesamtbevölkerung übertragen lassen.

Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern. Es hat die Aufgabe, den Forschungsbedarf im Spitzensport zu ermitteln, entsprechende Forschungsvorhaben zu initiieren, zu fördern und zu koordinieren. Es wertet Forschungsergebnisse aus und stößt gemeinsam mit dem Spitzensport die Übertragung in die Praxis an.

Schwerpunkte der Forschungsförderaktivitäten sind die Bereiche Sport und Gesundheit, Sport und Gesellschaft, angewandte Trainings- und Wettkampfsteuerung, Sportmaterialien, Sportgeräte, Kommunikations- und Informationssysteme. Es geht auch um Besonderheiten des Nachwuchsleistungssports sowie um Trainer und Betreuer. Im "Wissenschaftlichen Verbundsystems im Leistungssport" koordiniert es Projekte der Forschung an Hochschulen und privatwirtschaftlichen Forschungsinstituten mit den Projekten an den Instituten des Spitzensports im Deutschen Olympischen Sportbund. Zudem wirkt das BISp auf dem Gebiet des Sportstättenbaus und der Sportgeräte an der nationalen und internationalen Normung mit. Schließlich ist für die Aufbereitung und Dokumentation der wissenschaftlichen Unterstützungsleistungen zuständig und berät das Bundesinnenministerium fachlich bei seiner Aufgabenerfüllung.

Donnerstag, 5. November 2015

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