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Initiative gegen EU-Jugendarbeitslosigkeit

Ausbildung vor Ort fördern

"InCharge" heißt die Initiative verschiedener deutscher Unternehmen, die in EU-Ländern mit hoher Jugendarbeitslosigkeit Ausbildung und Beschäftigung vor Ort fördern will. Bundesministerin Nahles und Karl-Thomas Neumann von Opel sind sich einig: Die Wirtschaft stellt sich mit dem Programm ihrer Verantwortung.

Auszubildende im Ausbildungszentrum ATEC in Palmela, Portugal. Die Initiative "InCharge" will vor Ort arbeitslosen jungen Menschen aus der EU helfen. Foto: picture alliance /dpa/Tim Brakemeier

Fünf Millionen junge Menschen sind in der EU arbeitslos. Besonders betroffen sind Länder wie Spanien, Portugal oder Griechenland. Dagegen möchte die Initiative "InCharge" verschiedener deutscher Unternehmen vorgehen. Wie Karl-Thomas Neumann von Opel erklärt, sollen arbeitslose Jugendliche in den Niederlassungen deutscher Unternehmen vor Ort fit für einen Job gemacht werden. Die Menschen sollten in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können. Andererseits, wenn sie mobil seien, sollten sie auch im Ausland eine Chance bekommen, so Neumann.

Coaching Day als Testlauf

Die Jugendlichen würden über das Netzwerk von "InCharge" gefragt, wo sie Erfahrungen sammeln wollten, erklärt Neumann. Dann werde versucht etwas anzubieten. Das könne ein Praktikum, ein Coaching, eine duale Ausbildung oder ein Job sein. Derzeit beteiligen sich 25 Unternehmen an der Initiative. Bis zum Jahresende sollen es 100 sein.

Bei einem Pilotprojekt, dem Coaching Day am 30. Juni im spanischen Zaragossa, haben 420 Bewerber an einem Tag an Motivationsworkshops, Karrieregesprächen, Jobinterviews oder Unternehmenspräsentationen teilgenommen. Coach für Motivation war zum Beispiel der Fußballer Christoph Metzelder. Firmen wie Sixt, Continental, Kirchhoff oder Permira haben sich ebenfalls beteiligt.

Nahles wirbt für Initiative

Andrea Nahles verspricht, bei den 30 Unternehmen des Deutschen Aktienindes (DAX) für die Initiative zu werben. "Wir können an den Niederlassungen der großen Unternehmen eine Ausbildung anbieten. Das wird aktiv nachgefragt." Andere Länder hätten mitunter sehr verschulte Ausbildungswege, die Jugendliche für die berufliche Praxis nicht hinreichend fit machten.

450.000 arbeitslose Jugendliche weniger

Um Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen, stünden zwar sechs Milliarden Euro an Fördermitteln bereit, erklärt die Ministerin. Davon würden aber nur 950 Millionen Euro abgerufen. Das liege zum Teil an der nicht ausreichend ausgeprägten Landschaft für Projektträger.

Zum anderen sei das Beantragungsverfahren recht schwerfällig und nicht als Krisen-Interventions-Mechanismus ins Leben gerufen worden. Nach der Finanzkrise habe man mit den Geldern nicht schnell genug agieren können. Doch die Möglichkeiten verbesserten sich. Im Mai 2015 seien erstmals 450.000 Jugendliche in der EU weniger arbeitslos gewesen als im Vorjahr, so Nahles.

Dienstag, 21. Juli 2015

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