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Bericht im Kabinett

Kultur baut Brücken nach Osteuropa

Die Bundesregierung hat sich verpflichtet, Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa wissenschaftlich zu erforschen und die kulturhistorischen Zeugnisse zu bewahren. Über die Maßnahmen 2013/2014 informiert ein Bericht, den das Bundeskabinett jetzt verabschiedet hat.

Eine Besucherin betrachtet in Warendorf einen riesigen Bildteppich aus dem 17. Jahrhundert, der aus Anlass der Aussöhnung zweier Danziger Familien nach vorausgegangenen großen Zwistigkeiten angefertigt wurde. Westpreußen-Museum Gefördert: Westpreußisches Landesmuseum Foto: picture alliance / dpa

Kultur und Geschichte im östlichen Europa wurden über Jahrhundert durch das Zusammenleben verschiedener Völker und Nationen geprägt. Auch Deutsche waren daran beteiligt. Zwei Weltkriege und der NS-Terror führten zu einer jähen Zäsur in diesem Miteinander.

Bund und Länder haben sich im Bundesvertriebenengesetz dazu verpflichtet, die wissenschaftliche Erforschung, Erhaltung und Vermittlung dieses kulturellen Erbes der Deutschen zu unterstützen.

"Geschichtsbewusstsein der jungen Generation schärfen"

Über Maßnahmen, Initiativen und Entwicklungen der vergangenen zwei Jahre informiert turnmusmäßig ein Bericht, den Kulturstaatsministerin Monika Grütters jetzt für die Jahre 2013/2014 dem Bundeskabinett vorgelegt hat. "Der Bericht belegt eindrucksvoll die internationale Vielfalt der Vorhaben zur deutschen Kultur und Geschichte im östlichen Europa, deren brückenbildende, vermittelnde Wirkung für mich außer Zweifel steht", erklärte Grütters.

Sie bezeichnete es weiter als eine Zukunftsfrage, wie dieses Erbe weiter mit Leben gefüllt werde. Es sei wichtig, das Geschichtsbewusstsein der jüngeren Generation zu schärfen, da in deren Familien die Erfahrungen der Vertreibung nicht mehr von Zeitzeugen erzählt werden könnten, betonte die Kulturstaatsministerin.

Bericht informiert über Maßnahmen

Der Bericht stellt unter anderem die Arbeit der insgesamt 16 Museen, Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen vor, die dauerhaft vom Bund gefördert werden. Zu ihnen gehört zum Beispiel das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg, das um eine deutsch-baltische Abteilung erweitert wurde. Unterstützt wurde auch das Westpreußische Landesmuseum, das seine Dauerausstellung modernisiert hat.

Der Bericht informiert außerdem über Projektförderungen und ein akademisches Förderprogramm, in dessen Rahmen vier Juniorprofessuren unter anderem zu Migration und Integration der Russlanddeutschen ausgeschrieben wurden.

Gefördert wurde die Kulturarbeit vom Bund in den Jahren 2013 und 2014 mit insgesamt 43,5 Millionen Euro.

Mittwoch, 15. Juli 2015