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Nachhaltiger Konsum

Vom Verbrauch zum Gebrauch

Verbraucher und Wirtschaft tragen Verantwortung dafür, die Welt nachhaltiger zu machen. "Beide Seiten müssen ihren Beitrag leisten", sagt Bundesumweltministerin Hendricks. Mit einem neuen Programm will sie nachhaltigen Konsum stärken.

Wir heizen mit Gas oder Öl, tanken Benzin oder Diesel: die Energie aus fossilen Quellen, die wir verbrauchen, schadet dem Klima. Böden, Wasser, Meere werden durch die Produktion von Lebensmitteln belastet. Viele dieser Lebensmittel landen im Müll.

Der Einzelne verbraucht immer mehr Ressourcen. Wie lässt sich das ändern?

Die Macht der Verbraucher

Auf einer Fachtagung zu nachhaltigem Konsum hob Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hervor, Verbraucher und Hersteller müssten ihren Beitrag leisten. Verbraucherinnen und Verbraucher beim täglichen Einkauf - Hersteller und Anbieter in ihrer Verantwortung für das Angebot. Produzenten und Anbieter machten ihr Angebot auch von Nachfrage und der Zahlungsbereitschaft der Konsumenten abhängig, so Hendricks.

"Wir haben als Konsumenten eine große strategische Macht, sind uns aber dessen nur selten bewusst. Deswegen muss es um eine Stärkung der Konsumkompetenz gehen", sagte Hendricks.

Nach einer aktuellen Umweltbewusstseinsstudie lägen Konsumabsicht und -wirklichkeit bisweilen sehr weit auseinander. Zwei Drittel der Befragten, so Hendricks, seien der Auffassung, die Umwelt könne langfristig nur dann geschützt werden, wenn alle ressourcenschonend konsumierten. Dennoch ist der Konsum noch immer nur zu einem Bruchteil nachhaltig.

Nationales Programm in Arbeit

Mit einem Programm will das Bundesumweltministerium nachhaltigen Konsum stärken. Im Herbst will Hendricks dem Kabinett einen Entwurf vorlegen. Mit dem "Nationalen Programm für nachhaltigen Konsum" verfolgt das Ministerium drei Ziele:

  • durch nachhaltigen Konsum mehr Lebensqualität - auch für künftige Generationen
  • den nachhaltigen Konsum aus der Nische holen. So soll eine bessere Produktinformation die Kaufentscheidung "pro Nachhaltigkeit" erleichtern
  • nachhaltigen Konsum unabhängig vom Geldbeutel ermöglichen

Um soziale Ausgrenzung zu vermeiden, kommt es aus Sicht von Hendricks darauf an, finanzielle Einsparungen zu ermöglichen - indem Produkte langlebig, ressourcen- und energieeffizient sowie reparaturfreundlich sind. "Nutzen statt Besitzen" sieht die Ministerin als richtungweisenden Trend.

Wichtig ist für sie auch ein gemeinsames Verständnis von Konsumenten und Herstellern für nachhaltige Produkte: Sozial und fair produziert aus umweltfreundlichen Materialien, energie- und ressourcenschonend gestaltet und betrieben.

Nachhaltiger Konsum ist deutschland- und weltweit im Gespräch. Nachhaltigkeitsstandards für globale Lieferketten in Handel und Produktion waren so auch Thema der diesjährigen G7-Konferenz im bayerischen Elmau.

Im Herbst wollen die Vereinten Nationen neue globale Nachhaltigkeitsziele verabschieden. Dazu gehört unter anderem die Einführung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster.

Die Bundesregierung zielt mit einer Reihe von Vorhaben darauf, nachhaltigen Konsum zu stärken. Auf dem Internetportal "www.siegelklarheit.de" können sich Konsumenten seit 2014 über den Inhalt eines Standards, eines Gütesiegels sowie dessen Stand der Umsetzung und Überprüfung informieren. Ebenfalls 2014 wurde das Bündnis für nachhaltige Textilien ins Leben gerufen. Akteure aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Gewerkschaften und Regierung haben hier einen gemeinsamen Aktionsplan entwickelt, der für die gesamte Lieferkette soziale, ökologische und ökonomische Standards vorsieht. Eine Regierungsarbeitsgruppe beschäftigt sich zudem mit der Frage, wie sich ein Indikator für nachhaltigen Konsum definieren lässt. Er könnte Eingang in die nationale Nachhaltigkeitsstrategie finden, die ab Herbst 2015 fortgeschrieben werden soll.

Montag, 13. Juli 2015

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