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Elektromobilität

Schneller und einfacher Strom tanken

Elektroautos sind Teil der Energiewende im Verkehr. Mit verschiedenen Maßnahmen will die Bundesregierung die Akzeptanz der Elektromobilität erhöhen. Dazu gehört auch, die Entwicklung eines Stromtankstellen-Netzes zu beschleunigen.

Mann tankt Auto an Schnell-Ladestation. Schnell-Ladestationen füllen 80 Prozent der Batterie in knapp einer halben Stunde. Foto: BMW Group/Darren Jacklin

Viele und einfach zu bedienende Stromsäulen sind eine wesentliche Voraussetzung, damit Autofahrer mehr und mehr auf Elektroautos umsteigen. Auf Stadtfahrten oder im Pendelverkehr sind sie schon jetzt gut einsetzbar. Bei größeren Entfernungen fehlen aber oft geeignete Lademöglichkeiten.

Deutschlandweites Tankstellennetz

Das soll das Forschungsprojekt "SLAM" ändern: Bis 2017 soll ein Forschungs-Schnellladenetz mit deutschlandweit 600 Säulen entstehen. Solche Ladepunkte können die Batterie eines Fahrzeugs in weniger als einer halben Stunde zu rund 80 Prozent aufladen. Das macht E-Autos auch für längere Strecken attraktiv. Diese Stationen stehen allen Fahrzeugen mit dem europäischen Stecker-Standard "CCS" zur Verfügung. Bis jetzt gibt es gut 150 SLAM Schnellladepunkte.

SLAM bedeutet "Schnellladenetz für Achsen und Metropolen". Das Forschungsvorhaben hat ein Volumen von insgesamt 12,9 Millionen Euro. Das Bundeswirtschaftsministerium steuert 8,7 Millionen Euro dazu bei. Die Partner: unter anderem die Automobilhersteller BMW, Daimler, Porsche und VW, der Deutsche Genossenschaftsverlag, das Energieversorgungsunternehmen EnBW und die Universität Stuttgart sowie die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen. SLAM ist auch offen für weitere Partner: Investieren können Unternehmen, Städte und Kommunen, die selber Ladeinfrastruktur aufbauen möchte.

Verbraucherfreundliche Abrechnung

Die Ladepunkte müssen einfach zu finden, verlässlich, jederzeit verfügbar und leicht zu bedienen sein. Aber auch ein bequemes Bezahlen, zum Beispiel per Smartphone oder Kreditkarte, ist wichtig. Bislang war das nicht selbstverständlich - unterschiedliche Stecker, lange Ladezeiten und komplizierte Abrechnungsmodelle haben Verbraucher häufig abgeschreckt.

Hier will das Projekt SLAM Abhilfe schaffen. Es sorgt für einen einheitlichen Standard, der das Bezahlen mit einer Karte an jedem beliebigen Ladepunkt ermöglicht. Bereits bestehende Stromtankstellen und Pilotprojekte sollen nach Möglichkeit eingebunden werden.

Die Erfahrungen aus dem Forschungsvorhaben sollen helfen, Betreiber- und Geschäftsmodelle zum Schnellladen zu entwickeln. Mithilfe der Daten werden Kriterien für geeignete Standorte erarbeitet und das Forschungsladenetz aufgebaut. Die Daten aus SLAM stehen allen Projektpartnern und Investoren zur Verfügung.

Ladepunkte für das Normalladen

Es gilt auch, mehr Ladesäulen für das Normalladen zu errichten. Normales Laden dauert etwas länger, etwa ein bis zwei Stunden. Die Nationale Plattform Elektromobilität hat für das Jahr 2020 einen Bedarf von 70.000 öffentlichen Ladepunkten ermittelt. Die Bundesregierung möchte auch hier die Entwicklung fördern. In Zusammenarbeit mit den Ländern soll es eine gemeinsame Ausschreibung geben.

Am kommenden Montag findet die dritte Nationale Konferenz zur Elektromobilität in Berlin statt. An der Konferenz von Wirtschaft, Verbänden, Gewerkschaften und Wissenschaft nehmen die Bundeskanzlerin sowie die Bundesminister Sigmar Gabriel, Peter Altmaier, Alexander Dobrindt und Barbara Hendricks teil.

Gesetzliche Grundlagen

Im November 2014 trat die EU-Richtlinie über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe in Kraft. Sie enthält entscheidende Punkte für den Ausbau des Netzes. Die Mitgliedstaaten müssen diese Regeln jetzt in nationales Recht umsetzen. Deutschland ist hier Vorreiter. Die Bundesregierung hat am 28. Oktober 2015 die Ladesäulenverordnung beschlossen. Kein anderer Mitgliedstaat der Europäischen Union hat bisher eine Verordnung entworfen.

Im März hatte bereits der Bundestag das Elektromobilitätsgesetz beschlossen. Damit bekommen elektrisch betriebene Fahrzeuge Privilegien im Straßenverkehr. Zu den Sonderrechten gehören:

  • die örtlichen Straßenverkehrsbehörden für Elektrofahrzeuge können besondere Parkplätze an Ladestationen im öffentlichen Raum reservieren,
  • Parkgebühren können für E-Autos verringert oder ganz erlassen werden,
  • Elektrofahrzeuge können von bestimmten Zufahrtbeschränkungen, die zum Beispiel aus Gründen des Schutzes vor Lärm und Abgasen angeordnet werden, ausgenommen werden,
  • elektrisch betriebene Fahrzeuge erhalten die Möglichkeit, auf Busspuren zu fahren.

Mittwoch, 28. Oktober 2015

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