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Vertrauliche Geburt

Hilfe für Schwangere in Not

Seit einem Jahr können Frauen ihre Kinder im Krankenhaus zur Welt bringen, ohne ihre Identität preiszugeben. 95 Frauen haben im letzten Jahr von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, wie Bundesfamilienministerin Schwesig in Berlin mitteilte.

Die Hand von einem Baby. Die vertrauliche Geburt ist eine Chance auf Leben. Foto: picture alliance / Frank May

Immer wieder gibt es Frauen, die ihre Schwangerschaft aus den unterschiedlichsten Gründen geheim halten. Sie sind oft verzweifelt und isoliert. Um dies zu ändern, trat vor einem Jahr das Gesetz zur vertraulichen Geburt in Kraft. Frauen, die ihr Kind nicht behalten können oder wollen, dürfen es anonym im Krankenhaus zur Welt bringen. Dem Kind wird zugleich das Recht zugesichert, als Jugendlicher den Namen der Mutter zu erfahren.

"Keine schwangere Frau muss in Deutschland ihr Kind allein und heimlich zur Welt bringen", unterstrich Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig. Jede Frau habe das Recht, sich bei den Schwangerschaftsberatungsstellen "anonym und beschützt" beraten zu lassen.

Mit dem Modell der vertraulichen Geburt werden vor allem Frauen unterstützt, die ihre Schwangerschaft geheim halten möchten. Ihnen wird zunächst eine Konfliktberatung angeboten. Wenn die Frau sich trotz Hilfeangeboten nicht offenbaren möchte, kann sie ihr Kind anonym in einem Krankenhaus zur Welt bringen. 95 Frauen haben im letzten Jahr das Angebot der vertraulichen Geburt genutzt.

Persönliche Daten der Mutter werden bei der vertraulichen Geburt in einem sogenannten "Herkunftsnachweis" festgehalten, der beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben hinterlegt wird. Frühestens 16 Jahre später können die Kinder, sofern sie dies wünschen, den Namen ihrer biologischen Mutter erfragen.

Hilfetelefon "Schwangere in Not“

Zeitgleich mit der Möglichkeit zur vertraulichen Geburt hat der Bund ein kostenloses Hilfetelefon für Schwangere eingerichtet. Unter der Rufnummer 0800 / 40 40 020 können sich Schwangere rund um die Uhr kostenlos, anonym und mehrsprachig beraten und informieren lassen, auch über Hilfsangebote in der Nähe.

Auch hier zieht Familienministerin Schwesig nach einem Jahr eine positive Bilanz: "Das Hilfetelefon ist genau dann erreichbar, wenn die Betroffenen es brauchen, wenn sie den Mut gefasst haben oder wenn der Gang zu einer Einrichtung vor Ort für sie eine zu große Hürde darstellt." Bislang seien dort 4200 Beratungsgespräche geführt worden.

Angebot bekannter machen

Schwesig will die Angebote nun noch bekannter machen. Sie wies darauf hin, dass laut einer aktuellen Umfrage 55 Prozent der Frauen nicht wüssten, dass sie ein Recht auf (anonyme) Beratung für alle Situationen hätten. Deshalb solle nun verstärkt auf die vielen Möglichkeiten der Schwangerschaftsberatung informiert werden.

Mittwoch, 29. April 2015

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