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Hightech-Strategie

Das Büro von morgen

Neue Anforderungen unserer Arbeit, aber auch neue Erkenntnisse aus der Forschung werden dazu führen, dass sich unsere Arbeitsplätze verändern. Das ist daher ein Thema im Zukunftsfeld "Innovative Arbeitswelt" der Hightech-Strategie der Bundesregierung.

Headroom Consult Fraunhofer IAO Flexibel arbeiten - in flexiblen Büros Foto: Headroom Consult Fraunhofer IAO

Das Gebäude ist hell und offen gebaut, etwas, das man von einem modernen Bürogebäude erwartet. Aber etwas ist anders im "Haus der Wissensarbeit" des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswissenschaft und Organisation (IAO).

Es sind Großraumbüros - und auch wieder nicht, da die Arbeitsplätze relativ locker verteilt sind. Zu den Schreibtischen, die an verschiedenen Orten im Raum aufgestellt sind, kommen Sitzecken und geschlossene kleine Pavillons mit bequemen Sitzmöbeln. Hierhin kann man sich zurückziehen, wenn man telefonieren oder sich besprechen möchte, ohne Kolleginnen und Kollegen en zu stören. Auch ist eine Kaffeeküche integriert. Teilbereiche sind durch Glaswände abgeteilt. Hier darf es in einer Besprechung auch einmal laut zugehen.

Der Arbeitsplatz als Labor

Headroom Consult © Fraunhofer IAOBild vergrößern Ideen aus der Kaffeeküche Foto: Headroom Consult © Fraunhofer IAO

Die vier Etagen des Gebäudes enthalten die Arbeitsplätze der Fraunhofer-Forscher, gleichzeitig aber sind sie Labor. Am eigenen Leib erproben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler innovative Arbeitsbedingungen. Die Aufgabenstellung des "Workspace Innovation Lab" besteht darin zu ermitteln, wie sich unterschiedliche Umgebungssituationen und Arbeitsweisen auf die Leistungsfähigkeit, die Motivation und das Wohlbefinden von "Büro- und Wissensarbeitern" auswirken.

Ein Prinzip für moderne Arbeit ist Flexibilität. Dies gilt für die Zusammensetzung von Teams für ein Projekt wie auch für die individuell benötigte Büroausstattung. Deshalb gibt es für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Instituts keine fest zugewiesenen Arbeitsplätze mehr.

Jeder schiebt seinen Rollcontainer mit seinen persönlichen Dingen an den für die Tagesaufgabe geeignetsten Schreibtisch. Technisch ist alles so ausgestattet, dass jeder hier seinen Laptop anschließen und dort weiterarbeiten kann, wo er am Vortag aufgehört hat. Benötigt ein Mitarbeiter beispielweise mehrere Monitore oder einen Schreibtisch, an dem er mit einem Kollegen zusammenarbeiten kann, so wählt er diesen Arbeitsplatz.

Das offene Atrium mit langgezogener Treppenhelix fördert die Sichtkontakte zwischen allen Raumzonen und schafft so Möglichkeiten für informelle Begegnungen. Damit wird die Erkenntnis umgesetzt, dass innovative Ideen mindestens so häufig in der Kaffeepause wie am Arbeitsplatz entstehen.

Unter virtuellem Himmel tagen

LW5A826820.jpgBild vergrößern Der Himmel über der Konferenz Foto: Jörg Bakschas Headroom Consult/Fraunhofer IAO

Die hellen Räume sind angenehm für die Arbeit. Aber es ist lange nicht so hell, als würden wir im Freien arbeiten – und das ist eigentlich die Natur des Menschen. Die Wissenschaft weiß inzwischen, dass Licht und Farbe einen weitreichenden Einfluss auf unser Befinden haben. Die Beleuchtung unseres Arbeitsplatzes ist daher ein ganz wichtiges Thema, das auch im "Haus der Wissensarbeit" im "LightFusionLab" untersucht wird.

Besonders beeindruckend erlebt man dies, wenn man den fensterlosen Konferenzraum im Erdgeschoss betritt. Die Decke des Raums ist blau wie der Himmel. Darüber ziehen weiße Wolken. Dieses durch die Wolken wechselnde virtuelle Tageslicht lässt den Tagungsteilnehmer auch am grauesten Novembertag meinen, er säße auf einer Sommerwiese. Experimente haben gezeigt, dass Menschen sich beim Arbeiten unter dem künstlichen Himmel wacher und wohler fühlen.

Wohlfühlfaktor Beleuchtung

Licht ist ein ganz wesentlicher Faktor für die Stimmung, die Aufmerksamkeit, die innere Uhr und die Gesundheit. Es ist daher Ziel der Forscher, die Auswirkungen der Beleuchtung längerfristig zu erforschen. Dabei spielt die Lichtfarbe eine große Rolle. Blaues Licht soll den Wachheitsgrad aktivieren und steigern, ist aber dauerhaft für die Augen schädlich. Rötliches Licht ist dagegen am Abend zu empfehlen. Studien belegen, dass es den Schlaf fördert.

LightFusionLab Spezialbeleuchtung am ArbeitsplatzBild vergrößern Dynamische Beleuchtung am Arbeitsplatz Foto: Bernd Müller/Fraunhofer IAO

Inwieweit diese Vermutungen für die Arbeitsplatzbeleuchtung anwendbar sind, werden Langzeitstudien zeigen. Das Forscherteam untersucht beispielsweise die Wirkung von dynamischer LED-Beleuchtung am Büroarbeitsplatz. Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts fungierten als Versuchspersonen. Danach empfanden fast alle eine dynamische Beleuchtung, also eine in Intensität und Farbe wechselnde Beleuchtung, als angenehmer verglichen mit herkömmlicher statischer Beleuchtung.

Die Forschung will also dazu beitragen, dass wir uns bei der Arbeit wohler fühlen und mehr leisten. Bei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern funktioniert dies offenbar. Wie es sich in der Arbeitswelt ganz allgemein auswirken wird und wann entsprechende Arbeitsumgebungen flächendeckend entstehen, bleibt abzuwarten. 

Dienstag, 17. März 2015

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Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation

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