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Steigender Meeresspiegel

Klimawandel bedroht kleine Inseln

Die Temperaturen auf der Erde steigen - mit weitreichenden Folgen: Durch die Wärme dehnt sich das Wasser der Ozeane aus, das Eis schmilzt und der Meeresspiegel steigt. Deutschland fördert den Küstenschutz im Pazifik - auch, um kleinen Inselstaaten das Überleben zu sichern.

Der Inselstaat Kiribati im Pazifik. Wenige Zentimeter machen den Unterschied: Der Klimawandel gefährdet die Existenz von Inseln wie Kiribiati. Foto: picture alliance / AP Photo

Seit 1880 hat sich die Erde um 0,8 Grad Celsius erwärmt. Die Folgen sind in vielen Teilen der Welt spürbar. In Afrika und Asien breiten sich Wüsten aus. Kalifornien leidet unter einer seit drei Jahren anhaltenden Dürre. In Australien und Brasilien trocknen Seen und Flüsse aus.

Die Hauptleidtragenden sind die pazifischen Inseln. Für sie geht es ums Überleben. Unberechenbare Stürme und unvorhersehbare Dürren bedrohen ihre Bevölkerung. Ein Drittel ihrer Einwohner ist laut UN-Umweltprogramm UNEP in Gefahr.

Der Weltklimarat warnt in seinem 5. Sachstandsbericht vor einem Anstieg des Meeresspiegels um mehr als ein Drittel der bisherigen Prognose. Hiernach wird dieser bis 2100 um 26 bis 82 Zentimeter steigen. Hingegen war er in der Zeit von 1901 und 2010 im Schnitt nur um 0,19 Meter gestiegen, so die Experten.

Kleine Inseln in Gefahr

Zahlreiche kleine Inselstaaten liegen nur geringfügig über dem Meeresspiegel. Schon jetzt müssen deren Bewohner ihre Wohngebiete an den Küsten verlassen, weil das Wasser ihren Lebensraum einnimmt. Im Süßwasser, das unter einigen der Inseln liegt, steigt der Salzgehalt. Früchte und Gemüse in den Gärten sterben ab, weil die Pflanzen mit Meerwasser in Kontakt kommen.

Die 44 Mitglieder der Allianz der Kleinen Inselstaaten (kurz: Aosis) befürchten, dass sie in einer um zwei Grad wärmeren Welt keine Inseln mehr haben. Deshalb drängen sie nicht erst seit der Klimakonferenz in Lima darauf, den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. "Für die dort lebenden Menschen wäre ein Versagen der Weltgemeinschaft beim Klimaschutz eine Katastrophe", so Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Gemeinsam bilden die Inselstaaten Aosis (Alliance of Small Island States) eine informelle Koalition kleiner, niedrig liegender Länder. Sie stehen aufgrund des klimatisch bedingten Anstiegs des Meeresspiegels vor ähnlichen Herausforderungen. Viele der 44 Mitglieder sind Entwicklungsländer aus verschiedenen Regionen der Welt: aus Afrika, der Karibik, der Region Indischer Ozean, dem Chinesischen Meer, dem Mittelmeer und der Pazifik-Region.

Mangrovenwälder schützen

Seit Jahren fördert das Bundesumweltministerium Maßnahmen zum Erhalt von Mangrovenwäldern im Südpazifik. Für Bewohner von Küstenregionen sind diese ein wichtiger Schutz vor Extremwetterereignissen wie Sturmfluten. Die Wälder tragen dazu bei, den Anstieg des Meeresspiegels und die Zunahme von Fluten und Stürmen abzumildern.

Für die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter ist "die natürliche Schutzfunktion von Mangrovenwäldern gegen die Auswirkungen des Klimawandels und deren Bedeutung als Aufzuchtgebiet für viele Fischarten unverzichtbar". Sie geben den Küsten Halt und sind Lebensraum für etliche Tierarten.

Jeder Zentimeter zählt

Für einige geht es um wenige Zentimeter. Ein Anstieg von 0,20 bis 0,60 Metern würde sie nach Schätzungen des Weltklimarates unbewohnbar machen. Verschärft wird die Gefahr vor allem durch tropische Wirbelstürme, die das Wasser auf deutlich höheres Niveau treiben. Niue, Teile der Solomonen und Papua-Neuguineas sind stark gefährdet. Das steigende Wasser des Ozeans droht, sie zu überfluten. Das gilt auch für Atolle wie die Malediven (269.000 Einwohner), die Marshall-Inseln (58.000 Einwohner) und Tuvalu (9.000 Einwohner).

Der Ministerpräsident von Tuvalu, Enele Sopoaga, redete den Delegierten beim Klimagipfel in Lima im vergangenen Jahr deshalb ins Gewissen. "Der Klimawandel ist die größte Bedrohung, der sich mein Land gegenüber sieht", erklärte er. "Wir stehen vor der größten Bedrohung des Lebens, der Sicherheit und des Wohlstands jedes einzelnen Menschen auf den Inseln von Tuvalu."

Überleben heißt Umsiedeln

Auf Vanuatu hat die erste Umsiedlung auf höher gelegenes Gebiet bereits stattgefunden. Der Präsident des Inselstaates Kiribati, Anote Tong, hat auf den Fidschi-Inseln Land erworben. Dorthin sollen mehrere Tausend Kiribater ziehen, wenn ihre Heimat wegen des Klimawandels im Meer untergeht.

Seit Jahren weist Tong auf Klimakonferenzen darauf hin, dass der steigende Meeresspiegel der Bevölkerung von Kiribati hohe Opfer abverlangt. Die Küstengebiete erodierten, Gebäude und Ernten würden vernichtet. Sein Land brauche dringend die Hilfe der internationalen Staatengemeinschaft, um mit den Konsequenzen des Klimawandels umzugehen.

Donnerstag, 5. März 2015

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