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Kampf gegen Erderwärmung

Klimaschutz hat Priorität

In vielen Teilen der Erde steigen die Temperaturen. Naturkatastrophen nehmen zu und verursachen enorme Kosten. Die Bundesregierung nimmt diese Risiken sehr ernst. Auf dem G7-Gipfel wird sich Bundeskanzlerin Merkel deshalb besonders für den Klimaschutz einsetzen.

Das Jahr 2014 war weltweit das wärmste seit 1881, dem Beginn der regelmäßigen Messungen. Das ergaben Untersuchungen der US-Weltraumbehörde NASA und des US-Wetteramtes NOAA. Die weltweite Durchschnittstemperatur lag bei 14,6 Grad Celsius und damit etwa 0,8 Grad über dem langjährigen Durchschnitt des 20. Jahrhunderts.

Auch in Deutschland wird es wärmer. Die Durchschnittstemperatur habe erstmals bei 10,3 Grad gelegen, teilte der Deutsche Wetterdienst in seiner vorläufigen Jahresbilanz mit. In Berlin war es 2014 am wärmsten und trockensten. Dort lag die Durchschnittstemperatur bei 11,3 Grad.

Klimaschutz ist lebenswichtig

Extreme Wetterereignisse häufen sich. Im Sommer 2014 gab es vor allem im Westen und in der Mitte Deutschlands ungewöhnlich viele Unwetter mit Gewitterstürmen, Tornados und Regenfluten. Das folgenschwerste Ereignis in Europa war ein Hagelsturm im Juni. Das Sturmtief Ela überzog Frankreich, Belgien und den Westen Deutschlands mit bis zu zehn Zentimeter großen Hagelkörnern.

Die Bundesregierung nimmt diese Risiken sehr ernst. "Deshalb haben wir in Deutschland bereits eine Anpassungsstrategie und einen Aktionsplan entwickelt", sagt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. "Es kostet nicht die Welt, den Planeten zu retten".

Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete das Eindämmen des Klimawandels als gesamtgesellschaftlich zentrale Herausforderung. "Je weiter der Klimawandel voran schreitet, umso schwieriger werden die Kosten für die verheerenden Folgen des Klimawandels zu tragen sein". Für Deutschlands Präsidentschaft im Kreis der sieben führenden Industrienationen (G7) hat die Bundeskanzlerin deshalb ihren persönlichen Einsatz für den Klimaschutz angekündigt. Es müsse endlich gelingen, neue verbindliche Vereinbarungen zu beschließen.

Dauerregen und Sturmfluten nehmen zu: Am 1. August 2014 fielen in Münster in sieben Stunden 292 Liter Regen pro Quadratmeter, eine der größten je in so kurzer Zeit gemessene Regenmenge. Durch den nördlich von Frankfurt gelegenen Ort Wallershausen wälzte sich eine Lawine aus Schlamm und Wasser.
Anfang Januar 2015 blockierte Sturm Elon gleich drei Hauptrouten der Deutschen Bahn: umgestürzte Bäum lagen auf den Gleisen. Innerhalb von drei Tagen brachte die Nordseeküste sechs Sturmfluten hinter sich. Zahlreiche Fährverbindungen zu den Inseln fielen aus. Auf der Insel Wangerooge blieb vom Strand vor den Hotels kaum noch etwas übrig. Eine Sturmflut hatte große Teile des Sandes weggespült. An der Hörnum Odde auf Sylt brachen rund 19 Meter Düne ab.

Klimawandel wird teuer

Der Klimawandel verursacht hohe Kosten. Die Gesamtkosten durch Naturkatstrophen lagen 2014 weltweit bei 110 Milliarden Dollar. Ein Zyklon in Indien verursachte zum Beispiel einen Schaden von sieben Milliarden Dollar.

Das gilt auch für Deutschland: Die Schäden, die das Sturmtief Ela allein hier verursachte, summierten sich auf 880 Millionen Euro. Der Gesamtschaden belief sich auf 3,5 Milliarden Euro.

"Schadensrelevante durch Gewitter bedingte Unwetter nehmen in verschiedenen Regionen wie den USA und in Mitteleuropa nachweislich zu", bestätigt Peter Höppe, der Leiter der Geo-Risiko-Forschung der Versicherung Munich Re.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft warnt schon länger vor einer Häufung von Wetterkatastrophen in den nächsten Jahrzehnten. Nach einer gemeinsamen Studie von Versicherern und Klimaforschern könnten Sturmschäden bis zum Ende des Jahrhunderts um mehr als 50 Prozent zunehmen. Überschwemmungsschäden könnten sich bis 2100 sogar verdoppeln.

Eile ist geboten: Die Mindestkosten einer unterlassenen Anpassung an den Klimawandel werden für die EU als Ganzes für 2020 noch mit 100 Milliarden Euro veranschlagt, für das Jahr 2050 bereits mit 250 Milliarden Euro. Ein Anstieg von zwei Grad über die vorindustrielle Zeit werde 0,2 bis zwei Prozent der Weltwirtschaftsleistung vernichten, so der Weltklimarat.

Die fünf größten Naturkatastrophen 2014
Indien: Zyklon Hudhud: 84 Tote, 7 Milliarden Dollar Schäden (Oktober 2014)
Japan: Winterschäden, 37 Tote, 9 Milliarden Dollar Schäden (Februar 2014)
Indien und Pakistan: Überschwemmungen 665 Tote, 5,1 Milliarden Dollar (September 2014)
China: Erdbeben, 617 Tote, 5 Milliarden Dollar Schäden (August 2014)
Brasilien: Dürre, 5 Milliarden Dollar Schäden (2014)

Donnerstag, 26. Februar 2015

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