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Schulterschluss in Camp David

24. Februar 1990: Bei einem zweitägigen Besuch auf dem Landsitz von US-Präsident George Bush sen. in Camp David versichert sich Bundeskanzler Helmut Kohl der amerikanischen Unterstützung im "Zwei-plus-Vier-Prozess".

Bundeskanzler Helmut Kohl und seine Frau Hannelore werden vom US-amerikanischen Präsidenten George Bush und dessen Frau Barbara in Camp David begrüßt. 1990-02-24 Kohl und Bush in Camp David Foto: Bundesregierung/Reineke

Internationale Diplomatie notwendig

Die Menschen in Deutschland können nicht alleine über die Wiedervereinigung ihres Landes entscheiden: Die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs haben ein entscheidendes Wort mitzureden. Deshalb muss die Bundesregierung eine geschickte internationale Diplomatie betreiben.

Die USA sind der wichtigste Verbündete auf dem Weg zur Deutschen Einheit. Denn sowohl die Sowjetunion als auch Frankreich und Großbritannien stehen einer Wiedervereinigung noch skeptisch gegenüber.

Seitdem er am 28. November 1989 seinen Zehn-Punkte-Plan vorgestellt hat, kann sich Kohl im Prinzip der amerikanischen Unterstützung sicher sein. Der Empfang für Kohl und seine Frau Hannelore durch das Ehepaar Bush ist herzlich.

Nato-Mitgliedschaft im Mittelpunkt

Zentrales Thema des Treffens im Camp David ist der zukünftige militärische Status eines wiedervereinigten Deutschlands.

Bush sen. habe in dem Gespräch deutlich gemacht, dass ein vereintes Deutschland in der Nato eingebunden sein müsse, sagt der Mitbegründer des Demokratischen Aufbruchs, Rainer Eppelmann, in einem Interview.

Auch der Bundeskanzler tritt dafür ein. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Bush sagt Kohl: "Das Bündnis der freiheitlichen Demokratien Europas und Nordamerikas und, darin eingeschlossen, die deutsch-amerikanische Partnerschaft sind von grundlegender Bedeutung für Frieden und Sicherheit."

Der US-Präsident kündigt an, dass amerikanische Streitkräfte auf deutschem Boden und in anderen Teilen Europas als Garanten der Stabilität bleiben würden.

Kohl bekräftigt seine Absicht, neben der transatlantischen Partnerschaft die europäische Einigung und die umfassende Zusammenarbeit zwischen West und Ost weiter voranzutreiben.

Kohl: "Wir respektieren die berechtigten Sicherheitsinteressen aller Staaten und achten die Gefühle der Menschen, insbesondere unserer Nachbarn. Dies gilt gerade für die Polen." Erneut sagt der Bundeskanzler, dass niemand die Frage der Deutschen Einheit mit der Verschiebung bestehender Grenzen verbinden wolle. Bereits am 10. Januar 1990 hatte Kohl deutlich vor Journalisten gesagt: Polens Westgrenze gilt.

Samstag, 24. Februar 1990

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