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Suche nach NS-Raubkunst

Neues Zentrum für Provenienzforschung

Deutschland intensiviert die Provenienzforschung, vor allem die Suche nach NS-Raubkunst: Am 1. Januar nimmt das "Deutsche Zentrum Kulturgutverluste" seine Arbeit auf. Ziel der Einrichtung ist es, Initiativen von Bund, Ländern und Kommunen zu bündeln und die dezentrale Forschung zu stärken.

"Nicht erst der Fall Gurlitt und die Reaktion im In- und Ausland haben deutlich gemacht, dass wir unsere Anstrengungen in der Provenienzrecherche und in Restitutionsfragen ausbauen müssen", ist Kulturstaatsministerin Monika Grütters überzeugt.

Der Bund, alle 16 Länder und die drei kommunalen Spitzenverbände haben daher beschlossen, gemeinsam zum 1. Januar 2015 das "Deutsche Zentrum Kulturgutverluste" als Stiftung bürgerlichen Rechts in Magdeburg zu errichten.

Zentraler Ansprechpartner

Das "Deutsche Zentrum Kulturgutverluste" wird national und international zentraler Ansprechpartner in Deutschland sein in Fragen der Umsetzung der "Washingtoner Prinzipien" sowie der "Gemeinsamen Erklärung" der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zur Umsetzung dieser Prinzipien.

Das Zentrum wird die Koordinierungsstelle Magdeburg und die Arbeitsstelle für Provenienzforschung unter einem Dach vereinen. Es wird die unabhängige "Beratende Kommission" unter Leitung von Jutta Limbach sowie weitere zentrale Akteure der Provenienzforschung direkt unterstützen.

Öffentliche Einrichtungen unterstützen

Das Zentrum hat vor allem die Aufgabe, öffentliche Einrichtungen bei der Suche nach NS-Raubkunst zu beraten und zu unterstützen. Es soll zusätzlich ein neues Angebot für Privatsammler und Privatmuseen entwickeln, die freiwillig den "Washingtoner Prinzipien" folgen. Die Stiftung wird die Vernetzung der Provenienzforschung vorantreiben, nationale und internationale Kooperationen initiieren und begleiten sowie mit universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen kooperieren.

In Umsetzung des Koalitionsvertrages, in dem auch die Aufarbeitung von Kulturgutverlusten in der SBZ/DDR als Aufgabe der Provenienzforschung besonders hervorgehoben wird, ist ein dementsprechendes Tätigkeitsfeld der Stiftung vorgesehen. Die bislang bei der Koordinierungsstelle Magdeburg angesiedelten Dokumentations- und Beratungsaufgaben zu kriegsbedingt verbrachten Kulturgütern werden fortgeführt. Die Stiftungssatzung schafft zudem die Voraussetzung, Bund und Länder bei der Weiterführung des Projekts "Website Kulturgutschutz Deutschland und Datenbank national wertvolles Kulturgut" zu unterstützen.

Die Stiftung soll mit einem Mitarbeiterstab von zunächst 20 Personen die Arbeit in Magdeburg aufnehmen. Stellenausschreibungen zum Deutschen Zentrum Kulturgutverluste finden Sie hier.

Weitere Informationen zum Deutschen Zentrum Kulturgutverluste finden Sie unter www.kulturgutverluste.de.