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Integrationsgipfel

Gleiche Ausbildungschancen für alle

"Es gibt noch Diskriminierung, aber auch sehr viele gute Beispiele" sagte Merkel zum Abschluss des Integrationsgipfels im Bundeskanzleramt. Bei dem Treffen stand die berufliche Situation von jungen Migranten im Fokus. Vor dem Gipfel hatte Merkel einen Ausbildungsbetrieb besucht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Aydan Özoguz, Staatsministerin für Integration, besuchen einen Ausbildungsbetrieb. Vor dem Gipfel besuchen Merkel und Özoguz junge Leute mit Migrationshintergrund in ihrem Ausbildungsbetrieb. Foto: Bundesregierung/Kugler

Zum Auftakt des siebenten Integrationsgipfels hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigt: "Wir wollen, dass das Thema Ausbildung etwas Selbstverständliches wird. Wir werden langsam besser, aber das Tempo könnte noch gesteigert werden." So sei die Unternehmensinitiative "Charta der Vielfalt" ein gutes Instrumentarium, um Unternehmen in das Thema einzubeziehen. "Wenn man sieht, wie viele Bewerbungen am Namen scheitern, muss man sagen, wir müssen alles auf den Tisch bringen, was verbessert werden kann," so die Kanzlerin.

Die Charta der Vielfalt ist eine Selbstverpflichtung zur Wertschätzung von Vielfalt. Weit mehr als 1.900 Unternehmen und öffentliche Einrichtungen mit rund sieben Millionen Beschäftigten haben die Charta unterzeichnet. Im Wortlaut heißt es: "Die Charta der Vielfalt hat zum Ziel, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen ist. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht, Rasse, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität."

Bei der abschließenden Pressekonferenz sagte die Bundeskanzlerin, am Thema Ausbildung habe sich gezeigt, dass Integration keine Einbahnstraße ist. Menschen mit Migrationshintergrund müssten sich nicht einseitig in die Gesellschaft integrieren - auch die Gesellschaft müsse bereit sein, sich zu öffnen. "Nur in diesem gegenseitigen Miteinander gelingt die Integration auch bei der Ausbildung", betonte Merkel.

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Interkulturelle Kompetenz notwendig

Interkulturelle Kompetenz müsse vorhanden sein, so Merkel. "Entweder aus eigenem Erleben oder auch aber durch Erfahrung. Denn wenn man Menschen mit einer speziellen Biographie begegnet, ist es immer wichtig, dass es ein Grundverständnis dafür gibt."

Tempo beschleunigen

Was die gleichberechtigte Teilhabe an Ausbildung angeht, sei Deutschland noch nicht am Ziel, es gehe jedoch voran. Sie bekräftigte, dass mit dem Gipfel das Tempo beschleunigt werden sollte - und sie dafür gute Ansätze sähe.

Ausbildung im Fokus

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoğuz, würdigte in der abschließenden Pressekonferenz die Bestrebung, den Gipfel auf ein Thema hin zu gestalten. Sie ging nochmals auf Faktoren ein, die die Suche nach Ausbildungsplätzen erschweren. Dies seien einerseits die "sozialen Lagen", andererseits eine strukturelle Diskriminierung: Bewerbungen würden eben auch nach Namen und Herkunft sortiert.

Ausbildungsberufe vorstellen

Die Staatsministerin betonte, dass es wichtig sei "auch Eltern den hohen Stellenwert der Ausbildung in Deutschland nahezubringen". Die Schülerinnen und Schüler müssten über die 350 Ausbildungsberufe aufgeklärt werden. Besonders, wenn die Eltern oder Kinder selbst eine Einwanderungsbiographie hätten, könnten sie dies nicht wissen, sagte Özoğuz. Insgesamt sei man ein gutes Stück vorangekommen. Dennoch läge "noch gut Arbeit vor uns".

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Bildungs- und Ausbildungssituation im Fokus

Die Bundesregierung will die Bildungs- und Ausbildungssituation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund verbessern und damit zu einer gelungenen Integration beitragen. Ausbildung und Arbeit sind die Grundlagen für ein selbstbestimmtes Leben. Daher müssen Betriebe für die Potenziale von Jugendlichen mit Migrationshintergrund sensibilisiert werden. Zudem ist die Wirtschaft auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen. Die Bundesregierung unterstützt dies mit vielfältigen Programmen und Förderaktivitäten. Beispiele sind die Berufseinstiegsbegleitung, die Initiative "Chance Beruf" und die Initiative Bildungsketten.

Merkel besucht Ausbildungsbetrieb

Vor Beginn des Integrationsgipfels besuchte die Bundeskanzlerin gemeinsam mit der Integrationsbeauftragten die Berliner Verkehrsbetriebe. Das Unternehmen wirbt aktiv um Jugendliche mit Migrationshintergrund. Im Jahr 2013 hatten 29 Prozent der Auszubildenden der Berliner Verkehrsbetriebe einen Migrationshintergrund.

Vertreter der Länder, der Wirtschaft und der Gewerkschaften sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Migrantenorganisationen waren zum siebenten Integrationsgipfel nach Berlin gekommen. Sie berieten über die Ausbildungssituation Jugendlicher mit Migrationshintergrund. Erstmals seit 2006 stand damit ein Thema im Fokus des Gipfels. Im Zentrum des Austausches standen zwei Themenblöcke: die Erhöhung der Ausbildungsbeteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund und die Verstärkung der Ausbildungsbereitschaft von Betrieben. Neben der Bundeskanzlerin und der Integrationsbeauftragten, Staatsministerin Aydan Özoğuz, waren seitens der Bundesregierung Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, Innenminister Thomas de Maizière, Arbeitsministerin Andrea Nahles und Bildungsministerin Johanna Wanka eingeladen. Zu der Frage, wie die Ausbildungsbeteiligung von jungen Migranten erhöht werden kann, sprach Nahles. Sie informierte über "Berufseinstiegsbegleitung als Mittel zur Erhöhung der Ausbildungsbeteiligung". De Maizière sprach über "Ausbildung von Migranten im öffentlichen Dienst". Wanka ergänzte das Thema durch einen Redebeitrag über "Bildungsketten: Von der Schule in die Ausbildung".

Montag, 1. Dezember 2014

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