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Welttag des Wohn- und Siedlungswesens

Lebensbedingungen in Slums verbessern

In den Städten konzentriert sich die Armut der Welt. Allerdings haben die Menschen dort auch die größten Chancen der Armut zu entkommen. In diesem Jahr steht der Welt-Habitat-Tag unter dem Motto "Voices from Slums". Die UN fördert die Verbesserung der Wohnsituation von Milliarden Menschen weltweit.

In diesem Jahr steht der Welt-Habitat-Tag unter dem Motto "Voices from Slums". Damit geben die Vereinten Nationen Bewohnern informeller Siedlungen eine Stimme, städtischer Armut ein Gesicht. Die Geschichten der Slumbewohner zeigen kommunalen Entscheidungsträgern, dass Aufwertungsprogramme für Slums die Lebensbedingungen ihrer bewohner entscheidend verbessern. In einer "Voices from Slums" Audio-Bibliothek werden sie in Zukunft zu hören sein.

Das UN-Programm "United Nations Human Settlements Programme" (UN-Habitat) fördert die Verbesserung der Wohnsituation von Milliarden Menschen weltweit.
Dabei geht es um menschenwürdigen Wohnraum, um nachhaltige Siedlungsstrukturen, um Umweltschutz in den Städten, und um die Förderung von lokalen demokratischen Organisationen und Gremien in Städten und Dörfern. Der erste Montag im Oktober ist Welt-Habitat-Tag. In diesem Jahr lautet sein Motto "Voices from Slums". Die Organisation hat ihren Sitz in Nairobi, der Hauptstadt Kenias.

Weltweit lebt mehr als eine Milliarde Menschen in Slums. Allein in Afrika sind es rund 200 Millionen, in Asien sogar rund 500 Millionen. Da sich der Zuwachs der Weltbevölkerung maßgeblich in den städtischen Slums vollzieht, wird sich die Anzahl der Slumbewohner bis 2050 auf drei Milliarden Menschen verdreifachen.

Zwangsräumungen verletzen Recht auf Wohnen

Vielen Slumbewohnern droht die Vertreibung aus ihren Hütten und Häusern, besonders wenn Grundstücke in den Innenstädten attraktiv für Investoren sind. Planierraupen reißen die Unterkünfte ein, meist ohne Vorwarnung.

Im Mai letzten Jahres wurde City Carton, eine informelle Siedlung in Nairobi von Bulldozern nieder gewalzt. City Carton ist kein Einzelfall. In Kenia, wo fast die Hälfte der Einwohner in informellen Siedlungen oder Armenvierteln lebt, gehören Zwangsräumungen zum Alltag. Auch in Kambodscha sind zehntausende Menschen davon bedroht. Nur selten wird eine angemessene Entschädigung gezahlt.

Armut bekämpfen

2010 hatten immerhin 227 Millionen Slumbewohner Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. In Monrovias Stadtteilen West Point, Clara Town und Sawmill stehen nur einem Drittel der 1,5 Millionen Bewohner saubere Toiletten zur Verfügung. Wöchentlich werden 20 bis 30 Cholera-Fälle gemeldet.

Schlechte sanitäre Versorgung hat hohe Malaria- und Diarrhoe-Raten zur Folge und führt zu erhöhter Kindersterblichkeit. Die Lebenserwartung der ärmsten 20 Prozent liegt bei etwa 55 Jahren, die der reichsten 40 Prozent bei weit über 70 Jahren.

In die Zukunft investieren

Am schlimmsten trifft es die Kinder. Oft erhalten sie keinerlei medizinische Versorgung. Viele besuchen keine Schule. In einem von fünf Ländern haben arme, junge Menschen in der Stadt eine geringere Bildung als in ländlichen Gebieten. Dabei lohnt es sich in ihre Zukunft zu investieren. Jeder US-Dollar, der für die Ausbildung eines jungen Menschen ausgegeben wird, ergibt 10 bis 15 US-Dollar an Wirtschaftswachstum über dessen gesamte Lebensarbeitszeit.

Montag, 6. Oktober 2014

Zusatzinformationen

Heute aktuell:

  • Rohingya-Minderheit Humanitäre Hilfe für Menschen in Myanmar
  • Podcast Merkel: Ohne UNO eine schlechtere Welt
  • Erneuter Raketentest Nordkoreas Sanktionen konsequent umsetzen