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Weltweiter Aktionstag

Kinder schützen - besonders in Krisenregionen

Zum internationalen Tag gegen Kindersoldaten am 12. Februar macht sich die Bundesregierung für den Schutz von Kindern in Krisengebieten stark. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen setzen Armeen und bewaffnete Gruppen weltweit 250.000 Minderjährige als Kämpfer oder Arbeitskräfte ein.

Junger Kindersoldat im Sudan zielt mit dem Gewehr in eine Kamera. Kinder sind keine Soldaten! Foto: Unicef

Unfähig, sich zu wehren, sind die Kinder zugleich Täter und Opfer. Vor allem in Afrika, Lateinamerika und Asien ist der Einsatz von Kindern und Jugendlichen in Krisengebieten Realität. Sie werden entführt oder mit falschen Versprechungen - zum Beispiel einem monatlichen Sold - gelockt, um dann zu Tätern gedrillt zu werden.

Zudem werden sie oft als Boten, Spione oder Träger eingesetzt. Sie müssen Sprengsätze anbringen und lernen, mit Waffen umzugehen. Kinder sind leichter manipulierbar, gehorsamer und furchtloser als Erwachsene.

Schwere Menschenrechtsverletzung

Kindersoldaten werden durch ihre Erfahrungen stark traumatisiert. Sie leiden unter den seelischen und körperlichen Folgen oft ein Leben lang. Auch Mädchen sind betroffen. Ihre Lage ist dabei besonders grausam, denn sie werden in den Armeen und Rebellengruppen häufig Opfer sexueller Gewalt.

Die Bundesregierung macht sich in zahlreichen Projekten vehement für den Schutz der Kinderrechte stark. Deutschland hat das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention im Jahr 2004 ratifiziert und setzt sich seitdem mit Nachdruck für dessen Umsetzung ein.

Insgesamt 151 Staaten sind inzwischen Vertragsparteien des Zusatzprotokolls geworden. Das Abkommen hat weltweit Diskussionen angestoßen und Gesetzesänderungen bewirkt. Es hat dazu beigetragen, dass der Einsatz von Kindersoldaten international als Kriegsverbrechen geächtet ist und verantwortliche Militärs vor dem Internationalen Strafgerichtshof angeklagt wurden.

Deutsche Projekte schaffen Zukunftschancen

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer, bekräftigte, die Bundesregierung setze sich "vehement für den Schutz und Förderung der Kinderrechte ein".

Das Auswärtige Amt (AA) unterstützt beispielsweise die Kinderhilfsorganisation "Plan International e.V." in Liberia in ihrer Arbeit mit Mädchen und Jungen in der Region Lofa. Während des dortigen Konfliktes wurden viele Soldaten rekrutiert, darunter auch Kinder. Auch nach dem Ende des Krieges sind viele Mädchen und Jungen nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen. So sind sie oft von extremer Armut und Gewalt betroffen.

Im Jemen unterstützt das AA die Kampagne der gemeinnützigen Organisation Seyaj gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten. Diese will durch Öffentlichkeitsarbeit in Fernsehen, Radio, Zeitungen und auf Plakaten ein Bewusstsein für dieses Thema schaffen. Ziel ist es, dass durch erhöhten Druck in der Bevölkerung und der Regierung, Gesetze zur Abschaffung von Kindersoldaten durchgesetzt werden.

Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit betreibt im Auftrag des AA in Kolumbien ein Projekt zur Prävention vor Rekrutierung von Kindersoldaten.

Rückkehr in ein normales Leben ermöglichen

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung will ehemaligen Kindersoldaten helfen, in ein normales Leben zurückzufinden. Mit speziellen Programmen und Projekten wird versucht, die Kinder und Jugendlichen wieder in einen Alltag einzugliedern. Dazu gehören Schul- und Berufsausbildung sowie die Beschäftigungsförderung der ehemaligen Kindersoldaten. Hinzu kommen Maßnahmen der Friedens- und Versöhnungsarbeit sowie psychosoziale Betreuung und Traumabewältigung.

Die Entwicklungszusammenarbeit mit den betroffenen Partnerländern hat die Aufgabe, mit gezielten Maßnahmen die Re-Integration von ehemaligen Kindersoldaten zu fördern.

Der weltweite Aktionstag am 12. Februar erinnert an das Inkrafttreten des Zusatzprotokolls zur Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen über Kinder in bewaffneten Konflikten am 12. Februar 2002. Zwei Jahre später fand zum ersten Mal der "Red Hand Day" statt. Die rote Hand steht als Symbol dafür, "Nein" zu sagen zur Rekrutierung und zum Einsatz von Kindersoldaten.

Mittwoch, 12. Februar 2014