Dienstag, 29. Juni 2010
Feierstunde im Kanzleramt mit den Gestaltern der Einheit
Zum 20. Jahrestag der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR, lädt die Bundeskanzlerin zu einer Feierstunde ins Bundeskanzleramt ein. Die rund 250 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben sich besonders für die innere Einheit und den Neuaufbau der neuen Länder engagiert.
Für den 29. Juni hat Bundeskanzlerin Angela Merkel stellvertretend für die Menschen, die in den letzten 20 Jahren einen großartigen Beitrag zum Aufbau Ost und zum Zusammenwachsen Deutschlands geleistet haben, Unternehmer, Betriebsräte, Vertreter von Wirtschaftsverbänden, Kammern, der Tarifpartner, der Bundesbank und der Sozialversicherungen sowie Persönlichkeiten aus den Bereichen Bildung, Forschung, Umwelt und Zivilgesellschaft eingeladen.
In der Feierstunde soll an den Vertragsabschluss am 1. Juli 1990 gedacht und gleichzeitig über die noch bestehenden Probleme diskutiert werden. Auch die junge Generation ist dabei: 50 Schülerinnen und Schüler aus mehreren Städten werden an der Feierstunde teilnehmen.
Ein ganz besonderer Tag
Bundeskanzlerin Merkel hat in ihrem neuen Video-Podcast den 1. Juli 1990 als einen „Tag von ungeheurer Tragweite“ gewürdigt. An diesem Tag trat die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen den Bundesrepublik und der DDR in Kraft. „Das bedeutete ganz praktisch, dass auch für die ehemaligen Bürger der DDR das Zahlungsmittel D-Mark hieß“, erinnert die Kanzlerin.
Als Stellvertretende Regierungssprecherin habe sie damals eine Veranstaltung mit den Finanzministern Theo Waigel und Walter Romberg moderiert. „Ich habe heute noch das Gefühl von etwas ganz Besonderem, denn dies war ein risikovoller, aber mutiger und zum Schluss erfolgreicher Schritt durch die damalige Bundesregierung.“
Dieser Vertrag hat die Deutsche Einheit entscheidend vorangebracht.
Wirtschaftlicher Erfolg nach 20 Jahren
Allerdings hat die Einführung einer gemeinsamen Währung bedeutet, „die Wettbewerbsfähigkeit der ehemaligen DDR voll auf dem Prüfstand zu haben“, erinnert sich Bundeskanzlerin Merkel. „Und damit wurde klar, wie der Produktivitätsrückstand in den allermeisten Bereichen der DDR-Industrie wirklich war. In vielen Bereichen gab es riesige Umweltschäden, aber eben auch mangelnde Effizienz“.
Heute gibt es in den neuen Ländern einen gut aufgestellten Mittelstand und viele neue Betriebe. In einigen Regionen aber besteht nach wie vor eine strukturell deutlich höhere Arbeitslosigkeit als in den alten Ländern. „Aber wir dürfen heute sagen: Sie ist ein politischer und ein ökonomischer Erfolg für die Menschen in allen Teilen Deutschlands“, so die Bundeskanzlerin.
