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Freitag, 15. Oktober 2010

Mehr Geld für Studierende

Damit kein wissenschaftliches Talent verloren geht, hat die Bundesregierung ein nationales Stipendienprogramm auf den Weg gebracht. Gleichzeitig erhöhen Bund und Länder die Bafög-Sätze. Gute Bildung darf nicht am Geld scheitern.

Studenten in der Bibliothek Bild vergrößern Studienbedingungen erleichtert Foto: picture-alliance/ ZB

Nach dem Bundestag stimmte nun auch der Bundesrat dem Gesetzentwurf für ein nationales Stipendien-Programm (StipG) und der 23. Novelle des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BaföG) zu. 

Im Wintersemester 2009/2010 stieg die Studienanfängerquote zwar auf 43 Prozent an. Dennoch ist der Anteil der Studierenden im internationalen Vergleich immer noch zu gering. Da qualifizierte Fachkräfte gebraucht werden, müssen alle Potenziale und Talente genutzt werden. Deshalb will die Bundesregierung die Bafög-Unterstützung erhöhen.

Außerdem stärkt die Bundesregierung die Stipendienangebote in Deutschland. Im internationalen Vergleich besteht hier ebenfalls Nachholbedarf.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan erklärte: "Jeder junge Mensch soll sich darauf verlassen können, dass seine Entscheidung für eine gute Bildung nicht an finanziellen Hürden scheitert und dass sich besonderes Engagement in der Ausbildung lohnt und honoriert wird." 

Bessere Breitenförderung

Aus Sicht der Bundesregierung ist eine verlässliche staatliche Breitenförderung über das Bafög besonders wichtig: Denn Bildung darf nicht von der sozialen Herkunft abhängig sein. Deshalb sollen die Bedarfssätze um zwei Prozent und die Freibeträge um drei Prozent erhöht werden. Rückwirkend ab dem 1. Oktober würde dann beispielsweise der Höchstsatz für Studierende 670 Euro monatlich betragen.

Die Altersgrenze soll von 30 auf 35 Jahre steigen. Damit erhalten insbesondere Bachelorstudenten mehr Zeit, um vor Aufnahme eines Master-Studiums Berufserfahrung zu sammeln.

Für Studierende mit Kindern soll die Altersgrenze um die Erziehungszeiten erhöht werden.

Mehr Stipendien

Der Anteil der Stipendiaten in Deutschland soll von derzeit zwei Prozent auf zehn Prozent steigen. Alle staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen sollen deshalb die Möglichkeit erhalten, einen entsprechenden Anteil ihrer Studierenden zu fördern.

Das Stipendium beläuft sich auf 300 Euro monatlich. Bereits zum kommenden Wintersemester soll die Förderung beginnen.

Die Stipendien werden nach Begabung und einkommensunabhängig vergeben. Auch soziale Aspekte wie bildungsferne Herkunft, Migrationshintergrund oder eine Behinderung finden Berücksichtigung.

Studierende profitieren davon, dass die Stipendien nicht auf das Bafög angerechnet werden.

Wirtschaft und Private beteiligen sich

Die Hochschulen werben die Stipendienmittel bei Wirtschaft und Privaten ein. Der Bund stockt den Betrag in gleicher Höhe auf.

Die Wirtschaft ist interessiert an der Ausbildung qualifizierter Nachwuchskräfte sowie an der Vernetzung mit den Hochschulen. Das zeigt das im Wintersemester 2009 angelaufene Stipendienprogramm in Nordrhein-Westfalen. Aufgrund des großen Interesses wurden die dort ursprünglich vorgesehenen 1.200 Stipendien auf 1.400 aufgestockt.

Mit der Bafög-Novelle und dem nationalen Stipendienprogramm setzt die Bundesregierung den Koalitionsvertrag um. Sie ermöglicht mit einem Dreiklang aus Bafög, Bildungsdarlehen und Stipendien möglichst vielen jungen Menschen ein Studium.

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