Preisträgerin Aleida Assmann
Assmann ist eine der prominentesten Literaturwissenschaftlerinnen weltweit. Ihre Arbeiten sind auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden. Mit ihnen gibt die Autorin gesellschaftliche Impulse zu den Debatten über die Erinnerung an den Holocaust oder über die Schaffung einer europäischen Erinnerungskultur.
Mit dem Preisgeld wird Assmann ihre Forschung zur europäischen Gedächtnisgeschichte vertiefen. Und sie will das internationale Netzwerk der Universität Konstanz in der Gedächtnisforschung ausbauen.
Preisträger Karl Galinsky
Karl Galinsky ist Professor für Klassische Philologie an der University of Texas in Austin, USA. Er gilt als einer der vielseitigsten und innovativsten Köpfe auf dem Gebiet der Kulturforschung. Sein Fachgebiet verknüpft er mit Gebieten wie die Latinistik oder die Kunst- und Sozialgeschichte mit der Religions- und Altertumswissenschaft.
So stellte Galinsky viel beachtete Verbindungen her zwischen der Antike und ihrer Rezeption in der modernen Kultur. Auch die Architektur und Themen wie Politikverdrossenheit oder Multikulturalität gehören zu seinem Spektrum.
Mit den Mitteln des Preises will Galinsky am Seminar für Klassische Philologie der Ruhr-Universität Bochum auf dem Gebiet der interdisziplinären Gedächtnisforschung sowie der Religionsgeschichte arbeiten. Auch plant er, eine Forschungsgruppe mit Nachwuchswissenschaftlern aufzubauen.
Galinsky war 1993 bereits mit dem Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnet worden und kooperierte als Preisträger mit Kollegen in Berlin und Mainz.
Im jährlichen Wechsel wird der Max-Planck- Forschungspreis jeweils in einem Teilgebiet der Natur- und Ingenieurwissenschaften, der Lebenswissenschaften oder der Geisteswissenschaften ausgeschrieben. Die Auswahl der Fachgebiete treffen die Alexander von Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft gemeinsam. Die Mittel für dieses Programm stellt das Bundesforschungsministerium der Max-Planck-Gesellschaft und der Alexander von Humboldt-Stiftung zur Verfügung.
Der Max-Planck-Forschungspreis wird seit 1990 vergeben. Im Jahr 2004 wurde er angesichts des internationalen Wettbewerbs, des nationalen Förderspektrums in Deutschland sowie der Forschungsrahmenprogramme der Europäischen Union neu gestaltet. Anstatt bis dahin zwölf Preisträger bzw. Preisträgerinnen werden seitdem nur noch zwei ausgezeichnet. Um die Forschungs- und Kooperationsmöglichkeiten der Preisträger zu verbessern, wurde der Preis auf 750.000 Euro angehoben.

