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Mauerfall bringt auch Neuanfang in der Landwirtschaft

Do, 22.10.2009
Vier Trecker mit landwirtschaftlichem Gerät bearbeiten ein großes Feld
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Foto: Bundesarchiv
LPG
"Am einem 9. November ist meine Tochter geboren. Die Live-Übertragung vom Mauerfall 1989 habe ich deswegen gar nicht mitbekommen", erzählt Kurt-Henning Klamroth. Erst am nächsten Morgen, beim Rasieren im Bad, erfährt er von dem historischen Ereignis.
Noch am selben Tag geht der LPG-Mitarbeiter zu seinem Direktor: "Mach‘ was du willst, schreib‘ Fehlschichten oder ich krieg‘ Urlaub." Am 11. November startet Klamroth mit Frau und Kindern in den Westen.
 
Nach der Rückkehr beginnt ein neues Abenteuer: Klamroth will wieder selbstständiger Bauer werden.
 

Bodenreform, Kollektivierung und Leben in der LPG

 
Im Zuge der sogenannten Bodenreform zwischen 1945 und 1949 enteignet die sowjetische Besatzungsmacht mehr als zwei Millionen Hektar Land und verteilt sie an landlose beziehungsweise Kleinbauern. 1952 bis 1960 folgt die Zwangskollektivierung: Neubauern und noch nichtenteignete mittlere und kleine Höfe werden zu "Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften" (LPGen) zusammengeschlossen. Ihr Kennzeichen: gemeinsame Bewirtschaftung von Feld und Vieh sowie industrielle Produktionsweise.