Der zentrale Runde Tisch in Ostberlin hat am 28. Januar 1990 entschieden, die Volkskammerwahlen vom 6. Mai auf den 18. März vorzuverlegen. Bei den Westmächten USA, Großbritannien und Frankreich, aber auch in Moskau wächst die Einsicht, dass die deutsche Wiedervereinigung kaum noch zu vermeiden ist.
Viermächte-Verantwortung
Am 2. Februar 1990 kommt Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher 1990 mit seinem amerikanischen Amtskollegen James Baker in Washington zusammen. Es geht darum, den Rahmen zu definieren, in dem man über die außenpolitischen Aspekte einer deutschen Wiedervereinigung sprechen will. Denn die beiden deutschen Staaten sind dabei nicht frei.
Auf der Potsdamer Konferenz von 1945 hatten die vier Alliierten einen "Außenministerrat" eingerichtet, um über Deutschland zu beraten. Einen Friedensvertrag schlossen die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges mit Deutschland nicht. Der Rat tagte mehrfach, wurde dann aber durch den Kalten Krieg gegenstandslos. Die Verhandlungen über Berlin 1970/71 wurden auf der Ebene der Vier Mächte geführt. Deshalb heißt das Abkommen auch das "Viermächteabkommen über Berlin".
