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Montag, 23. November 2009

Nachhaltigkeit: Die Weichen in Deutschland stellen

Auf der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung haben Fachleute die deutsche Nachhaltigkeitspolitik bewertet. Viel habe die Politik schon erreicht. Auch Unternehmen setzten inzwischen auf Nachhaltigkeit. Trotzdem gibt es noch viel zu tun. Der nächste große Meilenstein ist die UN-Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen.

Jedes Jahr findet eine Konferenz statt, auf der der Rat für nachhaltige Entwicklung Bilanz zieht. Dieses Jahr ist das Thema "Nachhaltigkeit in einer sich ändernden Welt - Weichenstellungen für Deutschland".

"We know you can do it" – mit diesen Worten beschreibt eine internationale Expertengruppe die Arbeit der Bundesregierung. Berufen wurde die internationale Sachverständigengruppe um den früheren Umweltminister Klaus Töpfer von der Bundesregierung. Ihre Aufgabe war, einen scharfen Blick auf die deutsche Nachhaltigkeitspolitik zu werfen.

Von Anfang an aktiv

Deutschland versucht seit Anfang der 1990er Jahre aktiv die weltweite Klimapolitik mit zu gestalten. Doch die Konkurrenz ist inzwischen aufgewacht: Chinas derzeitiges Ziel ist der weltweit größte Exporteur für grüne Technologien zu werden. Die Regierung der Vereinigten Staaten verfolgt ähnliche Ziele.

Das Fazit der Expertengruppe: Die Bundesrepublik kann ohne Scheu die Herausforderung annehmen. Das Land hat gute Chancen, am schnellsten den Übergang zu einer nachhaltigeren und kohlenstoffarmen Wirtschaft zu schaffen.

Internationales hohes Ansehen

Deutschland besitze gute Voraussetzungen für eine Transformation zu mehr Nachhaltigkeit, bestätigten die Fachleute. Das Land gehöre zur Weltspitze bei Effizienztechnologien, erneuerbaren Energien und Recyclingtechnik.

Ein Vorschlag der Gruppe für die Zukunft ist, die Talente des Landes zu koordinieren und weiter zu fördern.

Außergewöhnliche Initiativen prämiert

Zwölf herausragende Initiativen zeichnete der Rat für Nachhaltige Entwicklung auf seiner 9. Jahreskonferenz aus. Zu den Preisträgern gehört die Gruppe „mundraub.org“. Sie listet frei stehende Obstbäume in ganz Deutschland im Internet auf. So können Freiwillige deren Früchte ernten.

Lob gab es auch für deutsche Unternehmen: Das Berliner Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und die Unternehmensinitiative future e.V. erstellten aus 100 von Unternehmen eingesendeten Nachhaltigkeitsberichten ein Ranking. Heute am späten Nachmittag werden die Besten bekanntgegeben.

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung gibt Empfehlungen für die Nachhaltigkeitspolitik der Bundesregierung ab. Sie selbst rief den Rat 2001 ins Leben. Ihm gehören 13 Mitglieder aus Wissenschaft und Politik an.

Nachhaltige Entwicklung bedeutet ökologische, wirtschaftliche und soziale Ziele gleichberechtigt zu fördern. Kommende Generationen soll dadurch ein intaktes Umfeld hinterlassen werden.