Schularbeiten oder Klausurvorbereitung ohne Internet? Undenkbar für den Abiturienten Fabian Schmidt: "Die Arbeitsbögen der Lehrer reichen nicht, nur durch das Internet kann man die Zusammenhänge richtig verstehen." Allerdings gibt es nicht selten Probleme bei der Suche. Eine Million Treffer bei Google sind keine Seltenheit. Hinzu kommt: Die zuerst angezeigten Sites sind durchaus nicht immer die besten.
Woran liegt das? Die Suchalgorithmen von Suchmaschinen sind zwar geheimnisumwittert, so viel aber ist klar: Sie orientieren sich an statistischen Kriterien und dem Satzbau der Suchworte. Die Maschine versteht das Wort und den Sinnzusammenhang nicht. Unter dem Wort "Bank" versteht der Mensch je nach Kontext ein Kreditinstitut oder eine Sitzgelegenheit. Der Computer dagegen hat kein "Verständnis" von Sinn und Bedeutung eines Wortes, also von der Semantik.
Eine gewaltige Herausforderung für die Forschung in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) ist daher die Entwicklung eines Sematic Web. Verfahren sollen dabei standardisiert werden, mit denen Wissen im Computernetz verknüpft wird. Ziel ist eine verbesserte Kommunikation von Mensch und Maschine. Eines Tages kann der Computer vielleicht die Frage einer Person genauso verstehen, wie dies einem anderen Menschen möglich ist. Hätte der Computer gleichzeitig Verständnis für die unglaublichen Wissensbestände des Internet, könnte er jede Frage präzise und zutreffend beantworten.
Das Projekt "Theseus" wird sich in diesem Rahmen der Entwicklung und Erprobung neuer Suchtechnologien und integrierter IKT-Services für das Internet der nächsten Generation ("Internet der Dienste") widmen. In dem Gemeinschaftsprojekt sollen innovative Technologien zu international wettbewerbsfähigen Lösungen entwickelt werden. Nach Abschluss der Planungs- und Finanzierungsphase soll das Projekt Anfang 2007 starten. Theseus ist eines der so genannten "Leuchtturmprojekte", auf die das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) seine Forschungsförderung verstärkt ausrichtet.
Derzeit erarbeitet die Bundesregierung das neue Forschungsförderprogramm "IKT 2020", das einen Zeithorizont von mindestens zehn Jahren haben soll. So sollen längerfristige Strategien und aussichtsreiche Technologieentwicklungen mit dem nötigen langen Atem verfolgt werden können. Bei den IKT wird die Verbundforschung ausgebaut und die Verwertung der Forschungsergebnisse in Deutschland verbessert.
Die IKT-Forschung ist Teil der neuen, integrierten Innovationspolitik der Bundesregierung. Die Strategie "Informationsgesellschaft Deutschland 2010" (iD2010) adressiert dabei wichtige Fragen: von der Verbesserung der wirtschaftlichen und technischen Rahmenbedingungen bis hin zu Beratungs- und Fördermaßnahmen in Bildung und Forschung. Ein weiterer Meilenstein war der IT-Gipfel, zu dem die Bundeskanzlerin im Dezember 2006 eingeladen hatte (siehe Artikel in dieser Ausgabe).
„Informations- und Kommunikationstechnologien“ ist eines von 17 Innovationsfeldern der Hightech-Strategie der Bundesregierung. IKT durchdringen alle Lebens- und Arbeitsbereiche in unserer Gesellschaft.
Schon heute beschäftigt die deutsche IKT-Branche rund 750.000 Menschen. Der Markt für ihre Produkte beträgt allein in Deutschland zirka 134 Milliarden Euro und weltweit sogar mehr als 2.000 Milliarden Euro jährlich.
Im Rahmen der Hightech-Strategie investiert die Bundesregierung in den Jahren 2006 bis 2009 insgesamt 1,18 Milliarden Euro für IKT. Sie verfolgt das Ziel, die technologische Spitzenstellung Deutschlands im diesem Bereich zu festigen und auszubauen. Chancen für die Wirtschaft und besonderer Forschungsbedarf sieht sie unter anderem bei den folgenden Themen: