Freitag, 26. Februar 2010
Nachhaltigkeit - ein Lösungsansatz für globale Probleme
Gletscher und Eisberge schmelzen, Naturkatastrophen führen zu Zerstörung, Hunger und Armut. Wer kennt die Lösung, damit Mensch und Natur auch in Zukunft im Einklang leben und keinen Schaden erleiden? Wissenschaftler und Forscher sind gefragt, neue Technologien und Entwicklungen sind nötig um die globalen Herausforderungen zu meistern.
An erster Stelle steht das Wissen: Welche Bedingungen liegen vor, wie entwickeln sie sich weiter, was müssen wir tun und wie wirkt sich unser Handeln aus. Erkenntnisse über den Klimawandel und seine Ursachen sind maßgebend um ihn aufzuhalten und um uns auf seine Auswirkungen einzustellen.
Forschung für eine nachhaltige Entwicklung - fona
Die Lebenschancen der heutigen und der zukünftigen Generationen zu erhalten, bildet den Kern des Leitbildes einer nachhaltigen Entwicklung. Zugleich wirft es eine Vielzahl von Fragen auf, denen mit gezielter, handlungsorientierter Forschung nachgegangen werden muss. Hier setzt die Forschung für eine nachhaltige Entwicklung ein. Das BMBF hat dazu ein neues Programm entwickelt - fona.
Bundesministerin für Bildung und Forschung Annette Schavan stellte das neue BMBF-Rahmenprogramm "Forschung für nachhaltige Entwicklungen" der Öffentlichkeit vor. „Mit dem Forschungsprogramm setzen wir ein starkes Signal, wir nehmen unsere Verantwortung ernst und stellen bis 2015 mehr als 2 Milliarden Euro Fördermittel bereit“, sagte sie.
Mit dem neuen Rahmenprogramm wird ein breites Forschungsspektrum abgedeckt: Verbesserte Energieeffizienz und höhere Rohstoffproduktivität werden zentrale Themen sein. Diese Arbeiten sollen dazu beitragen, den Klimawandel zu bremsen. Gleichzeitig geht es um Unterstützung von Anpassungsstrategien gegen die Auswirkungen des Klimawandels. Mit neuen Forschungsinfrastrukturen soll das System Erde weiter untersucht werden, um den Klimawandel noch besser zu verstehen. Wichtig sind auch internationale Forschungskooperationen - vor allem mit Schwellen- und Entwicklungsländern, denn dem Klimawandel lässt sich nur gemeinsam begegnen.
Zentrale Aktionsfelder des Forschungsprogramms
Globale Verantwortung – Internationale Vernetzung: Mit dem Programm wird die internationale Forschungskooperationen insbesondere mit Schwellenländern und wichtigen Partnerländern der Dritten Welt ausgebaut. Der globale Wandel erfordert gemeinsames globales Handeln. Ziel ist es, die Ergebnisse der Nachhaltigkeitsforschung einer breiteren Nutzung zuzuführen und als führendes Land im Klimaschutz eine Vorreiterrolle für andere Nationen einzunehmen.
Die Forschungsergebnisse sollen mehr Unterstützung in ihrer Anwendung bekommen und der Transfer beschleunigt werden. Auf globaler Ebene muss jetzt noch mehr Ehrgeiz entwickelt werden, damit eine stärkere Vernetzung von Wirtschaft, Forschung und Politik stattfinden kann.
Erdsystem und Geotechnologien: Der Klimawandel ist nur dann richtig zu verstehen, wenn wir mehr über das „System Erde“ wissen. Die Forschung stellt deshalb verstärkt die Erde als System in den Mittelpunkt – ein System, in dem die feste Erde, die Ozeane, die umgebende Atmosphäre und nicht zuletzt das Leben komplex zusammenwirken. Unterstützung geben soll dabei zum Beispiel die neu zu gründende überregionale Kommunikationsplattform „Geotechmarket“. Sie soll Innovationen aus geowissenschaftlicher Forschung frühzeitig erkennen und erfolgreich am Markt platzieren. Schlüsselregionen für die Forschung sind unter anderem die deutschen Küsten, Zentralasien, das südliche Afrika sowie der arktische Raum.
Klima und Energie: In diesem Aktionsfeld wird die Förderung vor allem auf Prozesse und Wechselwirkungen des Klimasystems, Anpassung an die unvermeidlichen Folgen des Klimawandels , „Grundlagenforschung Energie 2020+“ sowie politische und sozio-ökonomische Steuerungsfaktoren für Klimaschutz und Klimaanpassung fokussiert. Es geht um verbesserte Energieeffizienz und Rohstoffproduktivität, um die Auswirkungen des Klimawandels zu verringern. Gleichzeitig sind neue Anpassungsstrategien notwendig, weil sich das Klima in weiten Teilen der Erde bereits spürbar verändert. Ein Beispiel ist das Tsunami-Frühwarnsystem, welches bereits installiert wurde.
Nachhaltiges Wirtschaften und Ressourcen: Zu den wichtigen natürlichen Ressourcen zählen Biomasse, Erze oder fossile Energieträger. Hinzu kommen Umweltmedien (Gewässer, Boden, Atmosphäre, Sonne), strömende Medien sowie der physische Raum von Boden und Fläche und die biologische Vielfalt, die gemeinsam die Ressource Natur prägen. Die Forschung konzentriert sich darauf, wie wir Ressourcen schonen und nachhaltiges Wirtschaften ermöglichen können. Das Projekt: „Roadmap Umwelttechnologien 2020“ sucht zum Beispiel nach Innovationen in den Bereichen Biodiversität, Wasserschutz, Klimaschutz, Abfallwirtschaft, Bodenschutz, Ressourcen und Luftreinhaltung. In Umwelttechnologien ist Deutschland bereits Spitzenreiter. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der wachsenden globalen Umweltprobleme und bieten für deutsche Unternehmen lukrative Märkte.
Gesellschaftliche Entwicklungen: Nachhaltige Konzepte erfordern Veränderungen in der Gesellschaft und damit auch jedes Einzelnen. Es steht fest, dass sich die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen nicht von Fragen der sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung trennen lässt. Die sozial-ökologische Forschung analysiert die dynamischen Wechselwirkungen zwischen Individuum, Gesellschaft und natürlicher Umwelt und leitet daraus gesellschaftliche Handlungsstrategien für eine nachhaltige Entwicklung ab. So sind vor allem die privaten Haushalte, Kommunen, Verbände, politische und wirtschaftliche Institutionen sowie NGO gefordert, sich mit Fragen der Ver- und Entsorgung, dem Spannungsfeld Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung und Gesundheit zu beschäftigen. Eine nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung sowie neue Wege zu einem nachhaltigen Konsumverhalten werden im Forschungsprogramm in mehr als 50 Verbundforschungsprojekten untersucht.
Neben diesen Hauptforschungsfeldern werden im Programm fona auch Projekte zum nachhaltigen Landmanagement, zu Ökonomie und Nachhaltigkeit sowie zur gesamten Forschungsinfrastruktur durchgeführt.
Forschungen werden vernetzt
Um komplexe wissenschaftliche Fragestellungen angemessen zu bearbeiten, ist die Vernetzung von Forscherinnen und Forschern aus Natur-, Geistes-und Ingenieurwissenschaften entscheidend. Das Internetportal www.fona.de eröffnet Akteuren der Nachhaltigkeit neue Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten. Es bietet Informationen zu Ansprechpartnern und Kontaktdaten von Projektträgern sowie zu Akteuren, die an Forschungsvorhaben innerhalb des Netzwerkes beteiligt sind oder in den entsprechenden Forschungsfeldern aktiv sind.
Die Idee der nachhaltigen Entwicklung zur Realität für alle Menschen dieser Erde zu machen, wird weiterhin eine globale Herausforderung bleiben. Um den Gedanken der Nachhaltigkeit in Zukunft noch tiefer in der Gesellschaft zu verankern, muss die Forschung für eine Nachhaltige Entwicklung wichtige Akzente setzen. Gleichzeitig sind wir alle gefordert Natur, Wirtschaft und Gesellschaft in einer langfristigen Balance zu halten.
