Herzlich Willkommen
Wussten Sie, dass insgesamt 16 Millionen Menschen in unserem Land einen Migrationshintergrund haben? Das heißt: 20% der Einwohner sind selbst zugewandert oder zumindest der Vater oder die Mutter stammt aus dem Ausland. Und jedes dritte Kind in Deutschland wird in eine Zuwandererfamilie hineingeboren.
Ich möchte, dass alle Menschen, die dauerhaft in Deutschland leben, die gleichen Chancen haben. Integration verstehe ich als Weg zur gleichberechtigten Teilhabe auf der Grundlage gemeinsamer Werte. Sie dient dem guten Zusammenleben aller.
Wie können wir dieses Ziel erreichen? Die Mehrheit der Zugewanderten hat längst ihren Platz in unserer Gesellschaft gefunden. Aber zu viele Kinder und Jugendliche sprechen schlecht Deutsch, obwohl sie hier geboren wurden. Zu viele brechen die Schule ab. Zu viele machen keine Ausbildung. Hinzu kommt: In manchen Familien werden Frauen und Mädchen daran gehindert, so zu leben, wie sie es wollen.
Integration geht uns alle an. Sie ist nicht nur Aufgabe des Staates und der Politik, sondern der gesamten Gesellschaft.
Entscheidend ist: Wir müssen die Migrantinnen und Migranten aktiv einbinden. Miteinander reden, nicht übereinander: Dieses Motto prägt seit dreieinhalb Jahren die Integrationspolitik der Bundesregierung.
Integration kann nicht verordnet werden. Die Migrantinnen und Migranten müssen bereit sein, sich auf ein Leben in unserer Gesellschaft einzulassen. Wir, die wir schon lange hier leben, müssen sie ehrlich willkommen heißen. Beide Seiten müssen Verantwortung übernehmen. Beide Seiten müssen bereit sein, sich zu verändern
Wir haben in der Integrationspolitik umgesteuert. Seit 2006 hat die Bundeskanzlerin drei Mal zum Integrationsgipfel ins Bundeskanzleramt eingeladen. Alle, die damit zu tun haben, kamen zusammen. Gemeinsam haben wir den Nationalen Integrationsplan erarbeitet. Das Gemeinschaftswerk enhält 400 Selbstverpflichtungen aller Beteiligten. Die Schwerpunkte sind Sprache, Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt.
Der Nationale Integrationsplan hat überall eine Aufbruchstimmung erzeugt. Wir können heute mit Fug und Recht sagen: So viel Integration war nie!
Zwei Erfolge sind mir besonders wichtig:
2006 habe ich mit vier großen Unternehmen die „Charta der Vielfalt“ ins Leben gerufen. Bis heute haben sie mehr als 600 Unternehmen unterzeichnet und es werden immer mehr. Sie verpflichten sich damit, Vielfalt als Chance zu begreifen und die Potenziale von Zuwanderern aktiv zu nutzen.
Und mit der „aktion zusammen wachsen“ habe ich eine bundesweite Plattform für Bildungspaten ins Leben gerufen. Wir brauchen noch mehr Projekte, die Schülerinnen und Schülern helfen, Deutsch zu lernen, in der Schule mitzukommen und überhaupt sich zurecht zu finden.
Wir sind auf einem guten Weg. Aber wir brauchen einen langen Atem.
Damit wir wissen, wo die größten Herausforderungen liegen, muss Integration messbar sein. Dafür haben wir sogenannte Indikatoren entwickelt. Dazu habe ich einen ersten Bericht vorgelegt. Er wird künftig regelmäßig erscheinen, damit wir Integration über die Zeit hinweg beobachten können. Dann werden wir auch sagen können, welche Integrationsmaßnahmen erfolgreich sind und welche nicht.
Um die Integration voranzubringen, müssen wir die Probleme klar benennen. Zugleich müssen wir aber viel mehr von den Erfolgen der Menschen mit Migrationshintergrund sprechen! Viele haben unter großen Entbehrungen unser Land mit aufgebaut. Viele haben neue Arbeitsplätze geschaffen. Viele haben unsere Kultur bereichert.
Hier auf meiner Homepage können sie einige beeindruckende Lebensläufe ehemaliger Gastarbeiter nachlesen. Sie gehören zu 200 Menschen, die am 1. Oktober 2008 von der Bundeskanzlerin für ihre Lebensleistung gewürdigt wurden.
Denn Integration findet nicht nur in den Köpfen statt, sie muss die Herzen der Menschen erreichen.
Ich setze auf Sie!
Ich lade Sie herzlich ein, sich hier aus erster Hand zu informieren.
