Navigation und Service

Dr. Raghava Reddy Kethiri: "Deutschland ist mein Lebensmittelpunkt"

Dr. Raghava Reddy Kethiri lebt seit 12 Jahren in Deutschland, nun wird er Bürger unseres Landes. Am 12. Mai erhält der aus Indien stammende Chemie-Dozent aus der Hand von Bundeskanzlerin Angela Merkel seine Einbürgerungsurkunde. Mit ihm erwerben auch seine beiden Kinder die deutsche Staatsbürgerschaft.

Raghava Reddy Kethiri, sein Sohn Shashruth Reddy Kethiri und Tochter Shaktisena Reddy mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Integrationsbeauftragte Maria BöhmerBild vergrößern Familie Kethiri Foto: RegierungOnline

Die wissenschaftliche Laufbahn führte den damals 33-Jährigen aus dem indischen Shillong nach Karlsruhe. Als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung bekam Kethiri 1997 - also drei Jahre bevor Deutschland über die Anwerbung von Experten aus Indien und anderen Ländern zu diskutieren begann - eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der dortigen Universität. Kethiri war hoch qualifiziert: Er hatte in Indien studiert, promoviert und bereits zehn Jahre als wissenschaftlicher Assistent an zwei indischen Universitäten gearbeitet.

Zwei Tage vor der Abreise nach Deutschland heiratete Kethiri seine Ehefrau Samatha Kottha. Sie zog mit nach Deutschland und brachte 1999 in Karlsruhe Sohn Shashruth Reddy zur Welt. 2001 wurde Kethiris Institutsleiter aus Karlsruhe an die Technische Universität Dresden berufen. Sein indischer Kollege folgte ihm in die Stadt an die Elbe. Seither ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent am Institut für Organische Chemie.

Zwei Jahre nach dem Umzug nach Sachsen kam das jüngste Mitglied der Familie Kethiri, Tochter Shaktisena Reddy, zur Welt. Sie besucht heute in Dresden einen Kindergarten, ihr großer Bruder geht in die Grundschule. "Meine Kinder sind richtig deutsch“, erzählt Kethiri lachend. Auch er selbst sei in den vergangenen zwölf Jahren "immer mehr deutsch“ geworden. Für Kethiri steht fest: "Mein Lebensmittelpunkt ist in Deutschland.“ Deshalb möchte er nun auch gemeinsam mit seinen Kindern die deutsche Staatsangehörigkeit annehmen.

"Vor allem für die Kinder ist das ein großer Vorteil. Sie haben später, wenn sie älter sind, keinerlei Probleme mit Behörden“, sagt der Vater. Für den erfolgreichen Wissenschaftler bringt die Einbürgerung natürlich auch Erleichterungen mit sich: "Ich reise beruflich viel ins Ausland. Mit dem deutschen Pass brauche ich für viele Länder kein Visum mehr zu beantragen.“ Kethiri ist unter anderem Mitglied in der Europäischen und in der Amerikanischen Chemischen Gesellschaft.

Der indischen Heimat bleibt Kethiri dennoch verbunden. Seine Eltern, sein Bruder und die beiden Schwestern leben dort. Die Familie besitzt in Kethiris Heimatdorf landwirtschaftliche Flächen. "Das Land möchte ich nicht aufgeben, es gehört uns schon seit Generationen“, sagt Kethiri. Seine Ehefrau behält die indische Staatsangehörigkeit, damit das Land nach indischem Recht im Familieneigentum bleiben kann.

Dass der zweitälteste Sohn der Familie nun Deutscher wird, war für die Angehörigen in Indien "kein Problem“, versichert Kethiri. "Sie wissen, dass mein Leben hier spielt, und dass ich hier viel investiert habe.“ Gewundert hat sich die Familie aber schon, wie so ein Einbürgerungsverfahren abläuft. Nachdem er 2007 die Einbürgerung beantragt hatte, schickte die deutsche Botschaft Leute in sein Heimatdorf, um seine Identität zu überprüfen. "Die haben sich sogar mein Hochzeitsvideo angeschaut“, erzählt er mit einem Schmunzeln.