Mittwoch, 24. Februar 2010
Mehr Innovationen für die internationale Wettbewerbsfähigkeit
Deutschland kann die Vorreiterrolle bei Spitzentechnologien nur bewahren, wenn kräftig investiert wird. Das ist eine Aussage der Expertenkommission Forschung und Innovation, die Bundeskanzlerin Angela Merkel ihr drittes Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit überreichte.
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Merkel: Forschung und Innovationen sind zentral.
Foto: REGIERUNGonline/Bergmann
Die unabhängige Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) lieferte in ihrem Gutachten ein Gesamtbild des deutschen Forschungs- und Innovationssystems. Dabei gibt sie Handlungsempfehlungen für die Innovationspolitik der Bundesregierung. Sie zeigt dabei auch die Stärken und Schwächen des Innovationsstandortes Deutschland im internationalen Vergleich auf.
Bundeskanzlerin Merkel sagte: "Wir wollen stärker aus dieser Krise herauskommen, und damit ist das Element Forschung und Innovation natürlich zentral.“ Dabei verwies sie darauf, dass bis 2015 Bund und Länder 10 Prozent des Bruttoinlandprodukts in Bildung und Forschung investieren wollen.
Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen
Die EFI lobte, mit der Hightech-Strategie sei die Forschungs- und Innovationspolitik effektiver geworden. Erstmals bündelte die Bundesregierung damit die Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ressortübergreifend und stellte sie ins Zentrum ihres Handelns. Für die Fortführung der Hightech-Strategie empfehlen die Experten eine stärkere thematische Fokussierung auf besonders wichtige Bedarfsfelder.
Professor Dietmar Harhoff, Leiter der EFI, forderte einen klugen und effizienten Mitteleinsatz. "Gleichzeitig muss der Staat aber Anreize schaffen, damit privat Akteure stärker in Forschung und Innovation investieren", sagte er. Die Kanzlerin sagte zu, sie wolle sich für einen Einstieg in die steuerliche Forschungsförderung einsetzen.
Internationale Wettbewerbsfähigkeit erhöhen
Forschung und Innovation sind weltweit einem starken Transformationsprozess unterworfen. Das zwingt hoch entwickelte Staaten zu einer Neuausrichtung ihrer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit kann das deutsche Forschungs- und Innovationssystem nur erhalten, wenn Wirtschaft und Staat es systematisch ausbauen. Dabei sollte es auf die Spitzentechnologien und wissensintensive Dienstleistungen justiert werden.
Bologna-Reform reformieren
Stellung bezog die Kommission auch zur Studienreform nach dem sogenannten Bologna-Prozess. Viele Ziele und Hoffnungen seien bisher nicht erreicht worden. Allerdings ist eine Dequalifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses bisher nicht eingetreten. Auch gestaltet sich der Übergang in das Beschäftigungssystem unproblematisch.
Die EFI hält ein ganzes Maßnahmenbündel für nötig, so zum Beispiel Stipendien und Kredite zur Studienfinanzierung und Möglichkeiten, das Studium flexibel zu organisieren. Sie empfiehlt weitere Maßnahmen für eine Reform der Reform. So sollten Studien- und Prüfungsleistungen großzügig anerkannt werden und damit die internationale Mobilität der Studierenden wachsen.
Freie Fahrt für E-Autos
Weitere Empfehlungen beziehen sich auf den Konvergenzprozess zwischen neuen und alten Bundesländern. Das Gutachten empfiehlt auch eine vorsichtige Reform des Patentsystems und einen europaweiten Ausbau ein.
Schließlich setzt es sich dafür ein, die Entwicklung elektrisch betriebener Automobile stärker voranzutreiben. Vor allem seien die zahlreichen Maßnahmen stärker zu bündeln. Empfohlen werden Maßnahmen zur besseren Qualifizierung von Fachkräften sowie eine enge internationale Kooperation von Wirtschaft und Forschung.
Die 2006 von der Bundesregierung eingesetzte unabhängige Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) leistet wissenschaftliche Politikberatung für die Bundesregierung. Sie legt regelmäßig Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands vor. Das erste Gutachten wurde am 27. Februar 2008 der deutschen Bundesregierung übergeben. Mitglieder der EFI sind sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachrichtungen.
