Dienstag, 25. April 2006
10.000 Ausbildungsplätze bis 2010: Initiative "Aktiv für Ausbildungsplätze" kündigt weitere Aktivitäten an
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Derzeit bieten Unternehmen mit ausländischen Inhabern geschätzte 25.000 Ausbildungsplätze an. In den kommenden fünf Jahren sollen weitere rund 10.000 Ausbildungsplätze entstehen. Hierfür wollen sich die Mitglieder der Initiative "Aktiv für Ausbildungsplätze" einsetzen.
Darauf haben sich die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration Staatsministerin Maria Böhmer, der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Andreas Storm, der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) Ludwig Georg Braun und der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) Hanns-Eberhard Schleyer sowie zwölf Vertreter von deutsch-ausländischen Unternehmerverbänden am 6. April in Berlin verständigt.
Staatssekretär Storm sieht in der gemeinsamen Initiative eine große Chance für die Betriebe mit ausländischen Inhabern. "Mit der vom BMBF geförderten Koordinierungsstelle Ausbildung in ausländischen Unternehmen ('Kausa') sind schon 5.700 zusätzliche Lehrstellen entstanden. Wir haben die weitere Initiative ergriffen, durch unser neues BMBF-Ausbildungsstrukturprogramm 'Jobstarter' eine spürbare Steigerung der Ausbildungsbeteiligung von ausländischen Unternehmen zu erreichen. Das Thema bildet zugleich einen Schwerpunkt des von Ministerin Schavan einberufenen Innovationskreises Berufliche Bildung."
"Dadurch erhöhen sich auch die Ausbildungschancen für Jugendliche mit Migrationshintergrund", betonte die Staatsministerin Maria Böhmer, "neben der Beherrschung der deutschen Sprache ist die Berufsausbildung der entscheidende Schlüssel zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Integration." Knapp 37 % der ausländischen Jugendlichen blieben zur Zeit ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Diese Quote müsse deutlich gesenkt werden, forderte Böhmer. "Ausländische Unternehmer, die Ausbildungsplätze anbieten, entlasten nicht nur den angespannten Ausbildungsmarkt, sie übernehmen auch eine wichtige Vorbildfunktion für Jugendliche und Eltern für eine verstärkte Teilhabe an der Ausbildung und damit an der Integration."
DIHK-Präsident Braun bekräftigte: "Die zunehmende Wirtschaftskraft ausländischer Unternehmen in Deutschland muss verstärkt auch für die Berufsbildung genutzt werden." In Deutschland haben ausländische Unternehmer eine wachsende Bedeutung. Ihre Zahl hat sich seit den 90er Jahren auf aktuell rund 300.000 Unternehmen fast verdoppelt. Die Beteiligung an der betrieblichen Ausbildung liegt jedoch - je nach Nationalität - lediglich zwischen 6 bis 15 Prozent.
Braun setzt auf Beratung: "Viele ausbildungsunerfahrene Betriebe brauchen Unterstützung, weil sie mit unserem deutschen Ausbildungssystem nicht vertraut sind. Die Industrie- und Handelskammern bieten mit ihren Beauftragten für Migrantenunternehmen eine direkte Anlaufstelle."
Auf die besondere Rolle des Handwerks wies ZDH-Generalsekretär Schleyer hin. "Rund 50.000 Handwerksunternehmen werden von Inhabern ausländischer Herkunft geleitet. Bis zu 10 Prozent der Existenzgründungen im Handwerk gehen auf Initiative dieser Personengruppe zurück. Das Ausbildungspotenzial dieser Betriebe gilt es besser auszuschöpfen. Dazu wollen wir weitere Ausbildungsberater in den Handwerkskammern speziell schulen."
Nach Einschätzung von Kemal Sahin, Präsident der Türkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer, bietet die Initiative "Aktiv für Ausbildungsplätze" für die deutsch-ausländischen Unternehmerverbände eine gute Plattform, gemeinsame Strategien zur Verbesserung der Ausbildungsbeteiligung von ausländischen Unternehmen zu entwickeln. "Information und Überzeugungsarbeit vor Ort sind hierbei die entscheidenden Schlüssel, um zum Erfolg zu kommen. Angesichts der sich abzeichnenden demographischen Entwicklung werden auch die ausländischen Unternehmen in Deutschland verstärkte Anstrengungen unternehmen müssen, ihren Fachkräftebedarf in Zukunft zu sichern."
