Mittwoch, 2. März 2011
Übersetzungen vermitteln Kultur
Mit einem eigenen Preis zeichnet die Bundesregierung jedes Jahr herausragende Übersetzungen der deutschen Literatur ins Italienische sowie italienischer Werke ins Deutsche aus. In diesem Jahr konnten ihn drei deutsche Übersetzerinnen entgegennehmen.
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Keine Weltliteratur ohne Übersetzung
Foto: picture-alliance/ dpa
Die Auszeichnung der Übersetzerinnen fand in diesem Jahr turnusgemäß in Berlin statt. Bei der Preisverleihung im Bode-Museum unterstrich Kulturstaatsminister Bernd Neumann die Bedeutung literarischer Übersetzungen. "Sie erweitern unseren Horizont als Leser, indem sie den Blick auf andere Kulturen lenken, aber sie dehnen zugleich auch die Grenzen unserer eigenen Sprache aus", erklärte Neumann.
Neumann: Übersetzungen machen Weltliteratur erst möglich
Inzwischen sind rund ein Drittel der in Deutschland neu erscheinenden Belletristik Übersetzungen. "Ohne Übersetzer stünde die ganze Buchbranche schlecht da. Und zu Recht sind viele Übersetzer heute oftmals gefeierte Größen", fuhr Neumann fort. Die Leistung literarischer Übersetzer brauche eine angemessene Vergütung und verbindliche Regeln. Dafür werde er sich gerne einsetzen.
Neumann verwies dabei auf das Engagement der Bundesregierung, die Übersetzungen nicht nur durch Preise, sondern auch durch den Deutschen Übersetzerfonds unterstützt. Der Fonds, der von der Kulturstiftung des Bundes verwaltet wird, vergibt jedes Jahr Arbeitsstipendien an Übersetzerinnen und Übersetzer.
Auszeichnung und Nachwuchsförderung
Über die Auszeichnung mit dem deutsch-italienischen Übersetzerpreis konnten sich anschließend gleich drei Übersetzerinnen freuen. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis für die beste Übersetzung ging an Barbara Kleiner. Ihre Übertragung von Ippolito Nievos Roman "Ein Engel an Güte" wirkte auf die Jury so "als habe Nievo den Roman auf Deutsch geschrieben". Besonders beeindruckend fanden die Jurymitglieder ihren Umgang mit gesprochener Sprache und Dialogen.
Maja Pflug nahm den mit ebenfalls 10.000 Euro versehenen Preis für ihr Lebenswerk entgegen. Als deutsche Stimme unter anderem von Natalia Ginzburg, Cesare Pavese und Fabrizia Ramondino sei sie eine der verdientesten Übersetzerinnen aus dem Italienischen, begründete die Jury ihre Entscheidung.
Als beste Nachwuchsübersetzerin wurde Julika Brandestini ausgezeichnet. Sie hat Michela Murgias Roman "Accabadora" übersetzt. Dafür wurde sie von der Jury mit einem Stipendium für einen Studienaufenthalt in der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo belohnt.
Mit dem Deutsch-Italienischen Übersetzerpreis zeichnet der Kulturstaatsminister zusammen mit dem Auswärtigen Amt jedes Jahr herausragende literarische Übersetzungen aus, die zur Verständigung zwischen den Kulturen beitragen. Der Preis wird jährlich vergeben und im Wechsel in Italien und in Deutschland verliehen. Presie gibt es in zwei Kategorien: für die beste Übersetzung und für den Übersetzer-Nachwuchs. Die Preissumme für die beste Übersetzung beträgt 10.000 Euro. Außerdem kann ein ebenfalls mit 10.000 Euro dotierter Preis für das Lebenswerk verliehen werden. Er wird vom Italienischen Kulturministerium mitfinanziert.
